Uwe Fitzek: Auf die Alm mit 36 "Mädels"

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Uwe Fitzek vor der Stalltür mit seiner Leitkuh Emma. (Foto: privat)
Uwe Fitzek (58) war schon als 20-Jähriger ein leidenschaftlicher Bergwanderer und Kletterer.
Folglich war er auch beim Ski-Klub Iserlohn genau der Richtige, um nach seiner Karriere als Leichtathlet und Bobfahrer die Mitglieder seit nunmehr 33 Jahren immer wieder auf die neue Ski-Saison vorzubereiten. „Ein knochenhartes Training“, so Fitzek-„Geschädigte“, die seine Trainingseinheiten schon in den Bereich eines „Kultstatus“ hieven.
Eben jener Uwe Fitzek hat sich im Sommer 2012 einen großen Traum erfüllt. „Ich habe mit 36 Kühen auf der Teufelsgassenalm am Wilden Kaiser in Tirol einen Sommer als Hirte verlebt.“
Begonnen hatte alles während eines Austausches mit einem Wiener Journalisten. „Der hat den Appetit auf die Almwirtschaft noch einmal in mir geweckt.“ Er ist kein Freund großer Worte, sondern hat gleich einmal bei einem Landrat in Miesbach vorgefühlt, wie man das realisieren kann. Fitzek: „Ohne Ausbildung ist das aber nicht möglich.“ In Utting am Ammersee hat er sich 2011 zu einem dreiwöchigen Kurs für Rinderhaltung an der Landwirtschaftlichen Fachschule angemeldet. Zusammen mit 14 weiteren betriebsfremden Personen hat er diesen Kurs als „einziger Preuße“ absolviert. Im Kurs wurde er immer liebevoll „Südschwede“ genannt. „Gleichzeitig habe ich mich in Foren für Almwirtschaft mit einer Anzeige beworben.“ Die Folge war eine Probe-Arbeit auf einem Bergbauernhof in Ellmau, dessen Besitzer die
Maukalm und die Teufelsgassenalm bewirtschaftet.
Uwe Fitzek hat dann den Eindruck hinterlassen, dass man ihm das zutrauen kann, denn im Dezember 2011 wurde sein viermonatiger Almvertrag als Hirte festgezurrt. „Ich bin dann am 4. Juni auf die Alm gegangen. Dort waren meine 36 ,Mädels‘ schon.“ Es handelte sich um Jungtiere im Alter von acht Monaten bis zu zweieinhalb Jahren. Gelebt hat er den Sommer über in einer 152 Jahre alten Almhütte in 1200 Metern Höhe, Wasser gab es aus der Quelle, Strom und Heizung waren nicht vorhanden. „Ich bin angekommen, als noch Restschnee lag. Da es noch nass und kalt war, gaben die Leute im Dorf dem neuen ,Almerer‘ zwischen drei und 14 Tagen.“ Das Wort Aufgeben war ihm in der ganzen Zeit aber fremd. Selbst als golfballgroße Hagelkörner in der ersten Juli-Woche vom Himmel fielen und für einige Schäden sorgten.
Fitzek musste sich um alles kümmern, hat sich aber in der ersten Woche auf den benachbarten Almen vorgestellt. „Man weiß nie, wofür solche Kontakte einmal letztendlich gut sind.“
Lesen Sie am Mittwoch, 2. Januar, ein wenig über den Arbeitsalltag von Uwe Fitzek.
Wird er noch einmal einen Sommer auf der Alm verbringen? Auch diese Frage lässt er nicht unbeantwortet.
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