Landessozialpolitiker informieren sich über Modellprojekt Schwerter Tafel

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Schwerte. 10 junge Menschen decken den Frühstückstisch für Menschen, deren Geld nicht für die regelmäßige Mahlzeit reicht. Sie sortieren Lebensmittel, packen die Lebensmittelspenden für die Schwerter Tafel. Die 10 sind die Mitarbeiter
der Produktionsschule der Signal gGmbH – in der Zentrale der Schwerter Tafel an der Ostenstraße lernen die 18-25-jährigen alle Aufgaben der Hauswirtschaft.

Unter Anleitung einer Diplom-Ökotrophologin und einer Sozialpädagogin führen sie ein kleines Unternehmen, in der täglichen Arbeit erarbeiten sich die jungen Erwachsenen, die zuvor in allen anderen Bildungseinrichtungen keine Perspektive fanden, einen Einstieg in Ausbildung oder Beruf.
„Die Produktionsschulen sind ein zukunftsweisendes und mehrfach ausgezeichnetes Modellprojekt für besonders benachteiligte Jugendliche, die mit anderen Bildungsangeboten keine Perspektive fanden“, erklärte Michael Scheffler,
sozialpolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion, der sich mit dem lokalen
Landtagsabgeordneten Hartmut Ganzke über die Arbeit informierte. Zu Recht fördere das Land dieses Modell, sagte Scheffler: „Wir setzen darauf, dass wir diese Produktionsschulen zum Regelangebot machen können.“ Herbert Dörmann, Geschäftsführer der Signal gGmbH und deren Mutter Werkstatt im Kreis Unna wies darauf hin: In den Produktionsschulen in Unna, Kamen, Lünen und Hamm bietet das Bildungsunternehmen 110 Plätze für junge Menschen, die schulmüde und vielfach gehandicapt sind und bisher keine Zukunftsperspektiven entwickeln konnten. In den Produktionsschulen, die wie kleine Unternehmen arbeiten, lernen sie im Prozess der Arbeit. In der Arbeit erarbeiten sie sich theoretische und praktische Kenntnisse. Bilanz: Über 40 Prozent der Jugendlichen finden anschließend eine Lehrstelle, eine Arbeitsstelle oder den Einstieg in die Berufsvorbereitung.

Die Arbeit der Produktionsschulen war gefährdet, weil dem Jobcenter mit dem Inkrafttreten der so genannten Instrumentenreform am Arbeitsmarkt vom
01.04.2012 die Mittel zur weiteren Finanzierung der sozialpädagogischen Begleitung genommen wurden. „Wir setzten darauf, dass wir mit Hilfe des Landes das gemeinsam entwickelte Erfolgsmodell fortsetzen können“, erklärte Uwe Ringelsiep, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Unna. Denn obwohl die Lücke auf dem Lehrstellenmarkt kleiner wird: „In der Region haben benachteiligte Jugendliche unverändert Startschwierigkeiten beim Übergang in den Beruf“, betont Hartmut Ganzke, der auch arbeitsmarktpolitischer Sprecher der SPDKreistagsfraktion ist, und sich als solcher seit Jahren für die Produktionsschulen einsetzt.

Von der Schwerter Produktionsschule profitieren neben den jungen Erwachsenen vor allem die Kunden der Tafel: Montags bis freitags decken die Produktionsschüler morgens um 9 Uhr den Frühstückstisch für benachteiligte Menschen, dienstags und freitags helfen sie in der Lebensmittelausgabe, montags, mittwochs und donnerstags kochen und servieren sie das Mittagsessen im Haus an der Ostenstraße.
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