Bad Sassendorfer Bürgermeister besuchte Contergan-Stammtisch

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Bad Sassendorfs Bürgermeister Malte Dahlhoff (oben Mitte im weißen Hemd) im Gespräch mit den Contergan-Betroffenen.
Bad Sassendorf: Haus Rasche | Für den Bad Sassendorfer Bürgermeister Malte Dahlhoff wurde der Besuch beim Contergan-Stammtisch Soest/Bad Sassendorf am letzten Samstag zu einem besonderen Erlebnis. Zum ersten Mal in seinem Leben traf er auf eine größere Anzahl von Männer und Frauen, die Anfang der 60er Jahre als Föten im Mutterleib vom Schlafmittel Contergan körperlich schwer- und schwerstgeschädigt wurden.

Seit 2009 gibt es den in Bad Sassendorf regelmäßig tagenden Contergan-Stammtisch, eine Selbsthilfegruppe, in der sich die Geschädigten gegenseitig unterstützen.

Von den damals etwa 10.000 geschädigten Kindern haben nur noch etwa 2.700 überlebt, die nun ein Alter von Mitte 50 erreicht haben. Diese schwer gezeichneten und an den Folgeschäden leidenden Männer und Frauen haben sich Gedanken darüber gemacht, wie sie die Erinnerung an die Opfer der Contergan-Katastrophe über weitere Generationen hinweg wach halten können.

„Wir haben die Idee, uns an der Umgestaltung des Bad Sassendorfer Kurparks mit einem Erinnerungsbaum, einer Sitzbank und einer Gedenkplakette zu beteiligen!“, sagt Stammtisch-Gründer und -Leiter Wolfgang Schasse aus Bad Sassendorf. Und diese Idee haben die Mitglieder an den Bad Sassendorfer Bürgermeister Malte Dahlhoff herangetragen, der das Stammtisch-Treffen am letzten Samstag dazu nutzte, dies mit den „Contis“, wie sich die Geschädigten selbst bezeichnen, persönlich im Haus Rasche zu besprechen.

Für Malte Dahlhoff eine neue Erfahrung. Er konnte sich nicht nur ein Bild davon machen, was die Schädigung durch das Schlafmittel für die einzelnen Betroffenen bedeutet, sondern auch den Wunsch an einer Erinnerungsstätte nachvollziehen. So gab er zur Freude der anwesenden Contis eine sofortige Zusage für dieses vom Stammtisch selbst finanzierte Projekt.

„Wir möchten mit diesem Projekt nicht nur einen Beitrag für die Umgestaltung des Kurparks leisten, sondern auch dem Bürgermeister unsere Hilfe anbieten, wenn es um Fragen der barrierearmen Gestaltung des Parks geht. Davon profitieren alle Menschen mit Behinderung, die den neugestalteten Park später zur Erholung nutzen werden!“, sagt Schasse und erntet dafür Dahlhoffs Dank.

Die Contergan-Opfer leben seit ihrer Geburt mit verschiedensten körperlichen Behinderungen, Nachfolgeschäden und daraus resultierenden Erfahrungen. Und wer könnte zum Thema mehr einbringen, als Menschen mit Behinderungen selbst?

Infos zum Contergan-Stammtisch Soest/Bad Sassendorf findet man unter:
www.contergan-stammtisch-so-bs.de und auf Facebook unter www.facebook.com/constatisobs
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