Ist die „Große Wässerung“ zwischen Mehr und Nütterden renaturiert?

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Die EU hat 2000 eine Wasserrahmenrichtlinie konzipiert, die den rechtlichen Rahmen für die Wasserpolitik in der EU umfasst. Ziel davon ist ein guter Zustand der Gewässer. Damit ist gemeint, dass naturnahe Strukturen und wenig Schadstoffe darin vorkommen, damit dort die dazugehörigen Tiere und Pflanzen leben können.
Bei einer Radtour von Mehr nach Nütterden fuhr ich durch die Lange Hufen im Kranenburger Bruch. Einst war dieses Gebied ein Moorgebiet mit Gehölzen, Hochstauden, Schilf, Feuchtwiesen und Erlenbruchwäldern. Ein Beispiel davon ist die Pflanzenwelt im Armenveen, das „renaturiert“ ist.
Im Mittelalter kontaktierte der Graf von Kleve seinen Bekannten, den Graf von Egmont im heutigen Noordholland. In Egmond war eine Abtei, in welcher Mönche lebten mit Fachkenntnis auf dem Gebiet der Entwässerung. Noord-Holland war damals ein großes Sumpfgebiet und wurde in dieser Zeit urbar gemacht. Ob die Mönche die Abtei verließen, um das Sumpfgebiet in dem Kranenburg liegt urbar zu machen und sich später als Bauer dort niederließen ist fragwürdig. Es heißt immer noch in Kranenburg, dass Broeker (Broek = sumpfiges Land) das Kranenburger Bruch urbar gemacht haben. Auffällig ist wohl, dass hier, genauso wie in Holland, schnurgerade Abwässerungsgraben angelegt worden sind. Ob die Broeker Mönche der Egmonder Abtei waren, ist nicht belegt. Dafür ist die Beziehung mit ihrem Mutterhaus zu eng. Wahrscheinlich sind die Pläne aus Egmond nach hier gekommen und wurden diese von Leuten von hier, vielleicht unter der Leitung von einigen dieser Mönche, ausgeführt.
Lange Hufen ist ein gerader weg, der parallel zu den von Nord nach Süd gegraben Wässerungen verläuft und einige von Ost nach West gegraben Wässerungen überquert. Auch diese sind schnurgerade. Als ich die Große Wässerung überquerte, sah ich, dass sich am Wasserlauf etwas geändert hat. Sie war zum Teil breiter geworden, und es waren darin kleine Inseln aufgeschüttet. Am Ufer und auf diesen Inseln waren Bäume gepflanzt. Ich fragte bei der NABU nach, ob das eine Verschönerungsaktion von ihnen war. Dietrich Cerff teilte mir mit, dass es sich um Maßnahmen im Rahmen der Wasserrahmen der EU handelt, und dass dieser Wasserlauf durch Maßnahmen des Deichverbandes renaturiert worden ist. Das kann ich nicht verstehen. Die Große Wässerung ist ein von Menschenhand gegrabener Leitgraben. Dieser hat sicherlich nach ihrer Fertigstellung nicht ausgesehen wie sie jetzt aussieht. Nennt man das renaturieren? Anders wäre es, wenn diese Arbeit an der Bossewässerung ausgeführt war. Diese ist ein altes Flussbett.
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