300 Jahre Gutshof Hecke in Reusrath

Als eines der ältesten, denkmalgeschützten Gebäude in Langenfeld feiert Gut Hecke in diesem Jahr seinen 300. Geburtstag. Die Bundesstraße 8, an der das Haupthaus liegt, ist mehrfach ausgebaut worden. 1978 fielen die letzten Bäume in unmittelbarer Nähe zum Haus einem solchen Ausbau zum Opfer. Der Gutshof selbst jedoch, ein Stück Langenfelds, hat Unglücke, Änderungen und Ausbauten überstanden und lebt weiter, seit 300 Jahren in der Mitte der Stadt.

Geschichts-Stutend arbeitet Geschichte auf

Jonas Wittmann, Student der Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und zurzeit Praktikant im Stadtarchiv hat sich anlässlich dieses Geburtstages dem Thema angenommen und Fakten recherchiert.

Eines der ältesten Gebäude der Stadt Langenfeld

Der Gutshof Hecke in Reusrath ist eines der ältesten Gebäude der Stadt Langenfeld. 1717 wurde es von Johannes Therig Gorress erbaut, der sich im Giebel mit seinen Initialen und einem Spruch verewigen ließ.

Unterstand für Wagen der Durchreisenden

Das Haupthaus ist als Laubenhaus kulturell ungewöhnlich für das Rheinland und wird eher mit dem bergischen Land assoziiert. Architektonisch prägnant sind das breite, zweigeschossige Fachwerk und der auf Holzpfeilern ruhende Vorbau zur Straße hin, der in der Vergangenheit als Unterstand für die Wagen der Durchreisenden verwendet wurde.
Häuser wie dieses sind im Rheinland ausschließlich an Durchgangsstraßen erbaut worden.
Gut Hecke ist als Stadtmerkmal in die Erzählung der Langenfelder eingegangen. Dass beispielsweise Napoleon hier übernachtet haben soll, ist möglich, kann aber letztlich nicht bewiesen werden. Er eroberte das Herzogtum Berg im Jahre 1806 und ließ sich später bei seiner Durchreise von der Bevölkerung feiern. Daraus könnte diese Legende entstanden sein. Am häufigsten und durchaus beweisbar, wird der Hof Hecke im Zusammenhang mit der Agrargeschichte der Stadt verstanden. In Verbindung mit dem Namen Lambert Nix. Dieser kaufte den Hof in den 1870er Jahren und begann, entgegen der Einwände, Zweifel und Spott seiner Nachbarn, das Grundstück landwirtschaftlich zu nutzen und die Erträge auf dem Solinger Markt zu verkaufen. Zuvor war Reusrath noch nicht als geeigneter Ort für die Landwirtschaft bekannt, jedoch war Nix erfolgreich genug, um zahlreiche Nachahmer zu finden.

Landwirtschaft in Reusrath expandierte

In den Jahrzehnten der Kaiserzeit zogen viele dem Beispiel gleich. Bis zum ersten Weltkrieg expandierte und modernisierte sich die agrarische Nutzbarmachung der Umgebung Reusrath stetig, was 1916 schließlich in der Gründung der KOG, „Kreis- Obst und Gemüseverwertung mbH“, dem heutigen Erzeugergroßmarkt, kulminierte.
Die Landwirtschaft ist noch heute einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in der Region und der alte Gutshof Hecke, heute umringt von modernen Treibhäusern, ist Langenfeldern in Erinnerung als sein Ursprungspunkt.

1986 brannte die Scheunefast völlig nieder

In jüngster Vergangenheit war das seit dem Ende des 18. Jahrhunderts unter Denkmalschutz stehende Gebäude zweimal vom Feuer bedroht. Im Jahre 1986 brannte die Scheune des Gutshofes fast völlig nieder und die Stadt hatte prüfen müssen, ob die Gebäude angesichts möglicher Einsturzgefahr weiter genutzt werden konnten. In der Silvesternacht 2010 war die Feuerwehr erneut im Großeinsatz ausgerückt.

Direkt #+an der B8

Autor:

Lokalkompass Langenfeld aus Langenfeld (Rheinland)

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