Theater: Polnische Wirtschaft
Gelungene Premiere der Theatergruppe „Mir för Öch“ im restlos ausverkauften Pfarrheim St. Paulus, Langenfeld-Berghausen

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Der Schwank „Polnische Wirtschaft oder gute Lügen leben länger“ von Bernd Gombold begeisterte das Publikum mit Spielfreude und Enthusiasmus von 10 Laienspielerinnen der Theatergruppe „Mir för Öch“, die eine Untergruppierung der kfd St. Paulus (kath. Frauen Deutschland) ist.

Der gutmütige Manfred Müller (Birgit Konstanty) und seine Frau Monika (Susanne König) betreiben eine kleine Autoreparaturwerkstatt, doch das Wasser steht ihnen bis zum Hals! Der Betrieb schreibt rote Zahlen, die Bank droht den Geldhahn zuzudrehen, die Behörden verlangen Auflagen und die Bürgermeisterin (Birgit Bergermann) kündigt an, ausstehende Forderungen zwangsweise einzutreiben. Kein Wunder, dass die Müllers verzweifelt sind. Da helfen auch die zwar gutgemeinten, aber nicht immer legalen Tipps ihres polnischen Schwarzarbeiters Kasimir (Sina Freitag) nichts, der mit der deutschen Bürokratie im Clinch steht und sie auszutricksen versucht, wo es nur geht. Dies bekommt auch Heinrich Haargenau (Andrea Friedensdorf), der äußerst dienstbeflissene Beamte des Arbeitsamtes zu spüren, der immer wieder vergebens nach dem Schwarzarbeiter fahndet und dabei jedesmal auf Granit beißt. Die gutmütigen Müllers dulden auch noch zu allem Überfluss den Mieter Matthias (Sunny Freitag) in ihrem Haus, der sich selbst zwar für einen genialen Erfinder hält, aber keine Miete zahlt und bei den Müllers wie die "Made im Speck" lebt. Seine "Erfindungen" sind lediglich Spinnereien, die weder funktionieren noch Ertrag bringen.

Als der korrupte Bankdirektor Dr. Profitlich (Stephanie Reuter) dem kleinen Werkstattbesitzer gerade finanziell den "Garaus" machen will, kommt eine neue verrückte "Erfindung" von Matthias gerade zur rechten Zeit, um das Blatt zu wenden. Ein simpler, umgebauter Staubsauger wird dem Bankdirektor als die geniale Erfindung des Werkstattbesitzers Manfred Müller präsentiert, die angeblich aus Autoabgasen wieder Kraftstoff herstellen kann. Der technisch nicht sehr bewanderte Bankdirektor geht diesem Schwindel voll auf den Leim und will mit diesem Wunder der Technik gleich die Automobilbranche auf den Kopf stellen! Der Schwarzarbeiter Kasimir gibt sich in dieser verzwickten Situation als Direktor eines polnischen Automobilherstellers aus, der großes Interesse an der Erfindung zeigt. Dadurch verleitet er den Bankdirektor auch noch zu höchst spekulativen und riskanten Aktiengeschäften. Als auch noch Kasimirs eigenwillige Tanten Stanislava (Marion Pohlmann) und Olga (Petra Trettin) aus Polen auftauchen, um ihrem Neffen das Erbe zu übergeben, ist die Verwechslung und Verwirrung perfekt.

Alles könnte so schön laufen, wäre da nicht Paula (Cara Lichi), die unsterblich in Kasimir verliebt ist. Mit ihrer direkten und etwas tölpelhaften Art deckt sie den Schwindel unfreiwillig auf. Zum Glück wissen sich die Müllers mit einer List aus der Affäre zu ziehen...

Die Theaterfrauen haben mit viel Enthusiasmus und Liebe zum Detail wieder ein sehr lustiges und kurzweiliges Stück auf die Bühne des Pfarrheims gezaubert. Nicht nur den Spielerinnen gebührt große Anerkennung für ihre Leistung, sondern auch den beiden Souffleusen Michaela Friedensdorf und Marlies Siemann, die neben der technischen Unterstützung durch Julia Meyer und Markus Schulz die Spielerinnen souverän durch die Aufführungen leiteten.

Die Premiere gelang, auch wenn es an der ein oder anderen Stelle im Text und im Spielfluss noch ein wenig haperte. Das Publikum war begeistert, gerade auch, weil es immer besonders interessant anzusehen ist, wie diese Frauen die Männerrollen verkörpern.

Viele Helferinnen und Helfer der kfd und aus dem Freundeskreis unterstützen wieder ehrenamtlich bei Maske, Bewirtung und dem Losverkauf. Denn Sinn und Zweck der Aufführungen ist es, die Einnahmen aus den Theateraufführungen sozialen Projekten zukommen zu lassen. So konnten in den vergangenen Jahren Gelder an „die Tüte“ und die Flüchtlingshilfe Langenfeld gespendet werden, ebenfalls kamen weiteren karitativen Einrichtungen in Langenfeld die Einnahmen zugute. Dieses Jahr soll ein Teil des Erlöses in den Förderverein „Engonzi“ von Priester Dr. Robert Mutegeki fließen. Der Verein will in seiner Heimat Buttiiti, Uganda, ein Kinderheim für Kinder bauen, die durch Aids Eltern und Geschwister verloren haben.

Am 26.03.2023 findet die letzte (ausverkaufte) Aufführung statt, so dass die Theaterfrauen nach Bühnenabbau anschließend in ihre wohlverdiente Sommerpause gehen können, bis es im September wieder mit den Proben für ein neues Stück losgeht. Die Termine hierfür stehen bereits fest: Am 09. und 10.03. sowie 16. und 17.03.2024 gibt es erneut vier Vorstellungen im Pfarrheim St. Paulus. Karten werden ab 02.12.2023 zum Kreativmarkt, ebenfalls im Pfarrheim, erhältlich sein.

Autor:

Stephanie Reuter aus Langenfeld (Rheinland)

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