Dr. Katzwinkel feierte 30jähriges Berufsjubiläum

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Dr. Detlev Katzwinkel mit Pia Meuser aus Monheim samt der kleinen Mia (heute sechs Tage jung). ^Foto: mdc
Langenfeld (Rheinland): St. Martinus Krankenhaus |

Er hat fünf Kinder, das sechste Enkelkind ist unterwegs – doch fast 10 000 Kindern hat er auf ihrem Weg aus dem Mutterleib auf die Welt geholfen. Die Rede ist von Chefarzt Dr. Detlev Katzwinkel, der in dieser Woche am St. Martinus-Krankenhaus in Richrath ein Doppeljubiläum feierte: Er ist seit 30 Jahren im Beruf und seit 20 Jahren in Richrath tätig.

Von Elfie Steckel

Langenfeld. "Auch nach 30 Jahren macht mir mein Beruf unglaublich viel Freude. Die Patienten interessieren mich, und ich kenne ganz viele von ihnen seit all diesen Jahren. Als Gynäkologe und Geburtshelfer behandele ich oft die Großmutter und die Mutter und kenne sogar deren Baby. Und ich arbeite zusätzlich auch im Nacht- und Wochenenddienst, auch diese Einsätze sind sehr schön, manchmal auch spannend, und sie machen mir immer sehr viel Freude“, umreißt Dr. Detlev Katzwinkel die Motivation seiner Arbeit.

Beruflicher Lebensweg


Im Gespräch mit dem Wochen-Anzeiger aus Anlass seines Doppeljubiläums schilderte er seinen beruflichen Lebensweg: Vor 58 Jahren geboren in Solingen, studierte er in Düsseldorf und Köln Medizin, arbeitete während des Studiums am städtischen Krankenhaus in Solingen, wechselte nach dem Examen zur St. Lukas-Klinik in Ohligs und ging daraufhin für vier Jahre in den unentgeltlichen Dienst einer Missionsgesellschaft nach Mali in Afrika (daher gibt es an der ehemaligen Schule seiner Kinder heute noch den von ihm gegründeten Verein „Humboldt goes Africa“, in dem sich die Schüler für Kinder in Mali engagieren).
Zurück von Mali, wurde ihm eine Stelle in Opladen angeboten. Hier arbeitete er als 1. Oberarzt, bis ihm, der mit der Familie seit 1992 in Wiescheid wohnt, 1996 eine Stelle am St. Martinus-Krankenhaus in Langenfeld-Richrath angeboten wurde. Es verwundert ihn noch heute, dass er als Freikirchler von katholischen Kliniken angestellt wurde. Er erklärt das mit einer ähnlichen Auffassung von Leben, das in beiden religiösen Ausrichtungen als Geschenk betrachtet werde.

Mutter-Kind-Station


In Richrath teilte er sich zunächst die Chefarztstelle mit Dr. Hördemann, der hier seit 1981 sehr erfolgreich tätig war und die etwas veraltete Auffassung von Geburtshilfe laut Katzwinkel schon fast revolutioniert hatte mit der Einführung der Mutter-Kind-Station, dem Vater im Kreißsaal und ähnlichem mehr. Das Krankenhaus hat inzwischen eine Zertifizierung als Familienorientierte Entbindungsstation erhalten, was der Chefarzt voller Stolz berichtet. Die ersten drei Tage können Mutter und Kinder mit dem Vater gemeinsam in der Klinik wohnen (der frischgebackene Papa zahlt 50 Euro pro Tag gerne, weil er hier eine ungeahnte Nähe zu seinem Kind erfährt). Katzwinkel: „Diese drei Tage lohnen sich für die komplette junge Familie“. Gut die Hälfte der Ehepaar nähme das Angebot an. Die Uni Herdecke werde eine wissenschaftliche Studie über diese familienfreundliche Geburtsstation initiieren.

Organe richten sich nach der Erdanziehung


Ein weiterer Schwerpunkt seiner Abteilung ist der Beckenboden, an dem oft älter werdende Frauen erkrankten. Der Chefarzt beschreibt das locker so: „Die Organe richten sich nach der Erdanziehung und machen sich langsam auf den Weg nach unten“. Im Vergleich mit der Arbeit vor 20 Jahren hat sich auch die Operationstechnik geändert: Heute gibt es die minimalinvasive Chirurgie, die nur noch Krankenhausaufenthalte von drei bis vier Tagen erforderlich macht, wo früher drei Wochen nötig waren.

Frau entscheidet selbst mit


Die Verweildauer in der Klinik ist damit auch ein Thema, auf das wir zu sprechen kommen. „Die Frau entscheidet heute im Gespräch mit dem Arzt, wie lange sie bleiben möchte. Sie kann einen Tag nach der Entbindung gehen, sie kann aber auch zwei oder drei Tage bleiben. Nach einem Kaiserschnitt empfehlen wir drei oder vier Tage“. Und sollte es Komplikationen geben, so stehen im Bedarfsfall die kooperierenden Kinderkliniken oder Häuser mit Frühgeburtsabteilung bereit.
Um die Zukunft das Richrather Krankenhauses und auch seiner Abteilung macht sich Katzwinkel keine Sorgen. „Zuwachs“ kommt neuerdings auch aus Ohligs, wo die Entbindungsabteilung im Frühjahr geschlossen wurde. „In diesem Jahr werden bei uns wahrscheinlich 600 Kinder geboren, etwa 400 davon von Langenfelder Müttern. Damit sind wir gut ausgelastet“, so der Chefarzt.

Fachtagung zum Doppeljubiläum


Und damit eilte er zu einer Fachtagung, die aus Anlass seines Doppeljubiläums im Richrather Krankenhaus stattfand. Ärzte aus kooperierenden Häusern in Düsseldorf-Süd, dem Kreis Mettmann und in Solingen trafen sich zu einer Fortbildungsveranstaltung, die mit einer „Jubilar-Laudatio“ seines Vorgängers Dr. Klaus Hördemann begann...
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