Stadtspiegel-Kolumne von Seite 1: "Tanken als 'Glücksspiel'"

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Sparstrumpf, Bausparen, zusätzliche Altersvorsorge... Wir Deutschen sind ein vorsichtiges Volk, das sich die Parole "Planungssicherheit" auf die Fahnen geschrieben hat.

Kaum zu glauben, was wir Kraftfahrer uns trotzdem Tag für Tag von den Mineralölkonzernen (die Tankstellenbetreiber selbst können ja nichts dafür!) bieten lassen. Nämlich ständig schwankende Spritpreise, die das Tanken im wahrsten Sinne des Wortes zu einem "Glücksspiel" machen.
Und wenn dann das Bundeskartellamt vergangene Woche dazu rät, abends zwischen 18 und 20 Uhr zu tanken, weil es da am günstigsten sei, setzt das dem Ganzen die Krone auf: Kapitulation vor einer verbraucherunfreundlichen Preispolitik auf der ganzen Linie!
Was würden Sie denn sagen, wenn Ihre Pommes/Currywurst erst immer am späten Nachmittag am preiswertesten wäre, weil vorher unklar ist, ob die Schweinepest nicht für Fleischverknappung gesorgt hat?
Oder wenn empfohlen würde, Ihren Coffee to go nach 11 Uhr morgens zu kaufen, weil erst dann die starke Nachfrage der Morgenmuffel nachlässt und sich der Preis auf niedrigem Niveau einpendelt?
Oder wenn die Tageszeitung morgens teurer als mittags wäre, weil die Nachrichten dann noch frischer sind.

Kein Mensch würde diesen Schwachsinn mitmachen - auch die Einzelhändler nicht, die gar nicht mehr mit dem Austauschen der Preiszettel nachkämen.
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