Dr. Katja Sielhorst beim Hospizkreis Menden

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Dr. Katja Sielhorst

„Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es noch am Lebensende?“

Zu diesem Thema referierte die Allgemeinmedizinerin und Palliativärztin aus Hemer.
Wenn keine Heilung mehr möglich ist, dann ist Linderung das Wichtigste. In den letzten Tagen leiden die meisten Menschen unter Schmerzen, Luftnot, Übelkeit und Erbrechen. Viele haben Angst, fühlen sich hilflos, weil sie ihr Leben nicht mehr selbst bestimmen können. Es gibt viele Möglichkeiten um das Leben für den Kranken noch erträglich und schmerzfrei zu machen. Angefangen mit Morphintropfen gegen Schmerzen, Übelkeit und Angst, mit einem Ventilator oder einem Sauerstoffgerät bei Luftnot, mit ätherischen Ölen zur Haut- und Wundpflege, mit Raumölen zur Geruchsbindung, mit Eisbeuteln oder Wärmekissen für den Nacken bei Kopfschmerzen bis hin zur Aromaöltherapie zur Entspannung. Wichtig ist auch eine regelmäßige Lagerung des ausschließlich im Bett liegenden Kranken damit die Wahrscheinlichkeit, dass Wunden entstehen, klein gehalten wird. Wenn Nahrungsaufnahme zu anstrengend und Schlucken zu beschwerlich werden, können pürierte, geriebene Nahrung, gepresstes Obst und gefrorene Getränke zum Lutschen eine Lösung sein.
Sehr wichtig ist es dem Kranken gut zuzuhören. Oftmals kommt es ihm nicht in erster Linie auf eine präzise Antwort an, sondern bestimmte Bedürfnisse sind Grund für die Frage: „Wie lange habe ich noch?“ Kein Arzt kann den genauen Sterbetermin vorher sagen. Hinter der Frage steckt womöglich der Wunsch, noch bestimmte Dinge erledigen, klären zu können, oder sich noch mit einem Menschen aussöhnen zu wollen.
Es gibt heute ein sehr gutes ambulantes Palliativversorgungsnetz bestehend aus Palliativpflegedienst, Palliativarzt und ambulantem Hospizdienst, damit der Kranke zu Hause gut betreut werden kann. Das hat zur Folge, dass die Menschen erst spät zur Palliativstation und ins stationäre Hospiz kommen. Sollte eine Unterbringung im stationären Hospiz nötig sein, sei es weil der kranke Mensch alleinstehend ist oder die pflegenden Angehörigen sich überfordert fühlen, kann der Hausarzt dorthin überweisen. Diese Möglichkeit besteht von Beginn einer nicht heilbaren Krankheit an bis zum Tode. Insgesamt kann der Kranke die letzten drei Monate seines Lebens im stationären Hospiz verbringen.
In der gut besuchten Veranstaltung wurden viele Fragen gestellt. Frau Dr. Sielhorst ließ keine davon unbeantwortet. Ihr medizinisches Wissen und ihr großer Erfahrungsschatz waren für die Besucher des Abends eine Bereicherung.
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