Bundestagswahl 2017: Fünf Fragen an Dieter Karzig (Die Linke)

Dieter Karzig (Die Linke), 
46 Jahre,
Versicherungskaufmann,
Langenfeld | Foto: Privat

Können Sie unseren Lesern in wenigen Stichworten Ihren bisherigen politischen Werdegang umreißen?

Seit ich Schüler war, interessiere ich mich für Politik. Ungerechtigkeit konnte ich noch nie ertragen. Als Teenager habe ich mich gegen Tierversuche engagiert und war Mitglied bei Greenpeace. Von 2004 bis 2009 war ich Mitglied bei B90/ die Grünen und war Sachkundiger Bürger in der Langenfelder Ratsfraktion und der Kreistagsfraktion Mettmann. Seit meiner Geburt jedoch bin ich zwei Dinge. Fan von Fortuna Düsseldorf und ein Linksliberaler. Weshalb es konsequent ist, das ich als Linksliberaler endgültig 2016 in Die Linke eingetreten bin. Ich fühle mich angekommen.

Wann oder wodurch entstand Ihr Entschluss, für den Bundestag zu kandidieren?

Als die FDP 1982 die sozialliberale Koalition unter Helmut Schmidt verriet und mit der CDU zusammenging wurde der Samen gesetzt, dass ich eines Tages in den Bundestag gehen werde. Wenn nicht jetzt 2017, warum nicht 2021? Loyalität, Ehrlichkeit und verbindliches Handeln tun unserer Demokratie gut. Dafür stehen ich und meine Partei.

Falls Ihre Partei in einer Koalition an die Regierung kommt – was soll als Erstes geändert werden?

Hartz IV wird abgeschafft und durch ein menschwürdigeres und effizienteres System ersetzt. Echte Unterstützung und Hilfe bei dem Weg aus der Langzeitarbeitslosigkeit, anstelle Arbeitslose nur zu verwalten. Ein sanktionsfreies Mindesteinkommen von 1.050 Euro monatlich, damit auch soziale Teilhabe möglich ist und psychische Erkrankungen durch Dauerstress bei Langzeitarbeitslosen vermieden wird. Was zur Zeit dazu führt, dass Tausende, die gerne zurück in ihr Arbeitsleben möchten, gar nicht in der Lage sind, eine Bewerbungsphase mit erfolgreichem Vorstellungsgesprächen durchzuziehen. Merkel hat hier absolut versagt.

Welche drei Themen bzw. welche Probleme stehen darüber hinaus für Sie bzw. Ihre Partei ganz oben auf der Agenda?

1. Die Einführung einer solidarischen Mindestrente von netto 1.050 Euro monatlich und Beginn mit dem konsequenten Umbau unseres Rentensystems zu einem gesetzlichen Rentensystem nach österreichischem Vorbild.
2. Ausbau und Modernisierung des Schienenverkehrs und Umbau der DB AG in eine „Flächenbahn“.
Ausbau des Personenverkehrs auf der Schiene und Ausbau des ÖPNV mit bezahlbaren Preisen und alternativ auch mit fahrscheinlosem ÖPNV.
3. Umbau des bisherigen Zweiklassensystems in der Gesundheitsversorgung zu einem leistungsstarken patientenorientierten System.

Wie sollen diese Projekte finanziert werden, ohne die enorm hohe Staatsverschuldung noch weiter in die Höhe zu treiben?

Zuerst einmal müssen falsche Subventionen abgeschafft werden.
Schließung von Steuerschlupflöchern, grade für Großkonzerne.
Dann die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer und eine zusätzliche Besteuerung von Superreichen.
Das reicht, um Rahmenbedingung zu schaffen und zu finanzieren für eine menschenwürdige, gerechte und faire Gesellschaft.

Zu den Interviews mit den anderen Kandidaten geht es hier.

Autor:

Lokalkompass Langenfeld - Monheim - Hilden aus Monheim am Rhein

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

14 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.