Handicap-Liga als Vorbild für Inklusion

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Das ist das I-Team des TuS Union 09. (v. li. unten) Andre, Lars und Dennis; (stehend v. li.) Betreuer Frank Rundt, Yannik, Jochen, Marvin O., Marvin K., Erkan, Frederik, Felix, Gottfried, Dennis W., verdeckt Julian davor Gero, Trainer Patrick Posala, Dominik und Trainer Tobias Vennemann.
 
Gottfried (weißes Trikot) bringt den TuS Union im Spiel gegen Wesel in Führung.

Sportlich ist beim TuS Union 09 derzeit nicht viel los. Die 1. Mannschaft befindet sich auf Dauertalfahrt. Von der Landesliga (2012) ging es abwärts bis zur Kreisliga A aktuell. Und auch da kämpfen die 09er gegen den Abstieg. Aber gesellschaftlich ist der Verein in Mülheim on top, vorbildlich und setzt Akzente, vor allem in der Jugendarbeit.

Ein Baustein dafür ist Frank Rundt. Rundt war Jugendleiter bei Union und früher selbst aktiver Kicker. Als „Vorstopper“, so hießen die heutigen“6er“ zu seiner Zeit, spielte er für TB Heißen. Aktuell ist er nur noch Fussballfan. Dabei hat er keinen Lieblingsverein sondern: „Ist interessiert an guten torreichen Spielen, die ohne Krawall ablaufen.“ Darüber hinaus ist er Vater von drei Söhnen. Dominik (21 J.), Robin (18 J.) und Christian (17 J.). Alle drei hat Frank Rundt wie selbstverständlich zum Fussball gebracht. Die Nähe zum Post SV Oberhausen brachte es mit sich, dass sie in der Nachbarstadt kickten. Nicht alle sind dabei geblieben. Robin und Christian haben andere Sportarten entdeckt, aber Dominik kickt immer noch. Und das ist das Besondere an Dominik und Frank. Dominik ist seit Geburt gehandicapt und Vater Frank betreut eine integrative Fussballmanschaft bei Union. Integrativ heißt in diesem Falle, dass behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein Team bilden.
Dominik leidet seit Geburt an einer Spastik die besonders die linke Körperhälfte betrifft. Hervorgerufen wurde sie durch Sauerstoffmangel während des Geburtsvorganges. Mittlerweile gibt es zwei Integrative-Teams bei den Unionern. Eins bis 18 J. und eins darüber. Hier kickt Dominik mit mittlerweile 14 weiteren Spielern.

Handicap-Liga

Im Sommer versammeln sich die Teams auf dem Platz von Union an der Südstraße. Und im Winter geht es in die Halle an der Rembergschule. Bereits seit 2006 engagiert sich Frank Rundt bei Union. Die integrativen Teams gibt es seit 2007. Und ganz neu ist seit diesem Jahr auch eine Spielrunde, die sogenannte „Handicap-Liga“ für die „I-Teams" mit Punkten und Tabelle für die Großen.
Je zwei Betreuer sind für die Teams da und Ansprechpartner. Dirk Thiede und Michael Pieper betreuen die Jüngeren und Tobias Vennemann und Patrick Posala trainieren die Älteren. In jeder Mannschaft sind derzeit 15 Teilnehmer. Mit und ohne Behinderung. „Im Training geht es ganz normal zu. Wir machen Aufwärmübungen, Bewegungsspiele sowie Dehn- und Koordinationsübungen.“ teilt Rundt mit. Dabei sieht Rundt mittlerweile enorme Fortschritte in der Entwicklung seiner Schützlinge. „Die Jungs haben zum Beispiel gelernt, den Ball auch wieder abzuspielen und nicht alleine mit dem Ball einfach los zu stürmen. Sie sehen den freien Mann und spielen den Ball dahin. Einfach toll das mitzuerleben.“ Das ist der immer neue Ansporn für Rundt und sein Team. „Zu sehen, wie die sich freuen und entwickeln.“ Aber natürlich auch die Betreuung des eigenen Sohnes und die Unterstützung der anderen Kinder oder Mannschaftsmitglieder.

Tabellenzweiter

Aktuell haben die Unioner in ihrer 4er-Gruppe drei Spiele gewonnen und drei verloren. Am Samstag, dem 18.04. endete das letzte Spiel in dieser Saison gegen PSV Wesel mit 3:6. Damit belegen die Unioner einen hervorragenden 2. Tabellenplatz zum Abschluss!
Der Fussballverband Niederrhein (FVN) unterstützt, organisiert und überwacht den Spielbetrieb. Axel Müller erfand diese Spielrunde und setzte, nach Absprache mit allen beteiligten Mannschaften, das Regelwerk fest. Er ist beim Krefeld-Oppum aktiv und gleichzeitig Inklusionsbeauftragter. Befürworter ist daneben aber auch auf höchster FNV-Ebene, deren Präsident Peter Frymuth. Er wirbt für mehr Beteiligung und Akzeptanz. „Wir suchen noch viele ehrenamtliche Helfer, Begleiter und Unterstützer.“

Auch Ausflüge auf dem Programm

Über den reinen Spielbetrieb hinaus geht die Betreuung des Teams. „Wir machen Ausflüge und Freundschaftsspiele oder nehmen an Turnieren teil.“ meint Rundt. Der Flughafen Düsseldorf war ein Ziel. Mit abschließendem gemeinsamen Essen am RoadStopp in Kettwig. Auch ein Besuch der Karl May Festspiele in Elspe war ein Ziel. Und das ganz große Erlebnis soll im Herbst kommen. „Dann ist eine Fahrt nach Berlin geplant.“ All das kostet natürlich auch Geld. So ist der TuS Union und Frank Rundt auf der Suche nach Gönnern und Unterstützern.
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