Uralter Brauch: Drachenbootteams des KHTC erwecken „Ellen“

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Auf Jungfernfahrt: Mitglieder der Drachenbootteams des KHTC drehen eine erste kleine Runde.
  Mülheim an der Ruhr: KHTC |

In der Regel reichen eine kurze Rede und eine Flasche Sekt, um ein Boot zu taufen und ihm einen Namen zu geben. Nicht so bei einer traditionellen Drachenboottaufe.

Bevor ein Drachenboot das erste Mal zu Wasser gelassen werden darf, wird eine taoistische Zeremonie vollzogen. Die beginnt mit der Erzählung einer von vielen Legenden: Weil ein chinesischer König nicht auf seinen Berater, einen chinesischen Staatsmann, hören wollte, wurde er während einer Seefahrt gefangen genommen. Und obwohl ihn der Berater gewarnt hatte, wurde dem armen Mann dennoch diese Tat zur Last gelegt. Daraufhin stürzte sich der unglückliche Poet in die Fluten. Als sich im Dorf herumsprach, dass sich der Mann das Leben nehmen wollte, fuhren die Menschen mit ihren Drachenbooten hinaus, um ihn zu retten. So, das sagt diese Geschichte, wurde das Drachenbootrennen geboren.
Eigentlich würde die Zeremonie von einem Priester durchgeführt. Beim KHTC dagegen übernimmt Vereinsmitglied Claudia Lamers diese Aufgabe. „Ich habe mir angelesen, wie ein Boot getauft wird und habe das schon häufiger gemacht“, erzählt sie, während sie unechte Geldscheine an die Zuschauer verteilt. „Auf diese schreibt ihr bitte euren guten Wünsche, zum Beispiel ‚Erfolg beim Rennen‘ oder ‚Gesundheit für die Mannschaft‘.“ Anschließend wird das Papier verbrannt und die Asche auf dem Haupt des Drachen verteilt. „Dann gehen die Wünsche auch in Erfüllung“, sagt Lamers.
Aufgeregt greift Dr. Zhengwen Cao zum schwarzen Edding. Als Pate des Drachens wird dem Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung eine ganz besondere Aufgabe zuteil. Er malt dem Tier die Augen auf und ruft: „Drache erwache!“ Gleichzeitig wird der Name enthüllt: „Ellen“, benannt nach der Frau des Firmengründers der Harke Group und Mutter des heutigen Geschäftsführers Thorsten Harke. Weil eine direkte Übersetzung nicht möglich ist, heißt der Drache im chinesischen „liebes Boot“. In der chinesischen Sprache höre sich „Ellen“ genauso an wie „liebes Boot“, sagt Oliver Vogt, kommissarischer Abteilungsleiter Wassersport.

"Flieg von Sieg zu Sieg!"

Bevor „Ellen“ ins Wasser gelassen wird, wird sie noch schnell mit Gemüse und Blumen gefüttert. Schließlich soll sie ihr Leben lang Vegetarierin bleiben. Auch die Flussgeister in der Ruhr werden noch mit Blumen, Reis und Räucherstäbchen besänftigt. Unter lauten Rufen - „Flieg von Sieg zu Sieg“ drehen Vereinsmitglieder die erste Runde in dem neuen Zehn-Mann-Drachenboot.
„Ich habe das jetzt zum dritten Mal gemacht. Bisher ist immer alles gut gegangen - sowohl im Training als auch bei den Rennen“, zeigt sich Lamers zufrieden. Sie selbst ist derzeit nicht aktiv, als Mitbegründerin der Abteilung und Mitglied der ersten Mannschaft, den Kahlenberger Ruhrdrachen, kann sie den Sport jedoch nur empfehlen. „Es ist ein Sport für jedermann, unabhängig von Geschlecht, Alter und Kondition. Interessenten können jederzeit dazustoßen.“ Wer mag, wendet sich direkt an die Abteilung - per E-Mail an wassersport@khtc.de.
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