Bauordnung der Stadt Recklinghausen neu aufgestellt

Anzeige

Lange Bearbeitungszeiten und schlechter Service waren die Hauptkritikpunkte einiger Architekten an der Bauordnung der Stadt Recklinghausen.



Bereits seit längerem hatte Bürgermeister Christoph Tesche dort Handlungsbedarf erkannt und gemeinsam mit den zuständigen Mitarbeitern an personellen und organisatorischen Verbesserungen gearbeitet. Nun wurde ein Maßnahmenpaket vorgestellt, um künftig noch bürger- und serviceorientierter arbeiten zu können.

Eingehende Bauanträge werden qualifiziert auf Vollständigkeit überprüft. Innerhalb von zehn Tagen erhalten Bauherren/Architekten künftig eine Bestätigung darüber, ob der Bauantrag vollständig ist oder welche Antragsunterlagen noch fehlen.

Es soll zudem eine bessere Erreichbarkeit über Telefon und E-Mail sicher gestellt werden. Die Öffnungszeiten werden noch einmal dahingehend überprüft, ob sie den Bedarf decken. Auf jeden Fall empfehlenswert ist aber eine vorherige Terminabsprache, um Wartezeiten zu vermeiden.

Zwei neue Mitarbeiter werden künftig die Bauordnung unterstützen, zudem kehren drei Mitarbeiter aus Krankheit und Elternzeit zurück. Wenn also alle im Dienst sind, arbeiten zwölf Sachbearbeiter im Genehmigungsverfahren.
Zukünftig werden bei Bedarf Bauherren und Architekten zu Informationsveranstaltungen eingeladen. Dort sollen dann gesetzliche Änderungen, Verordnungen und Erlasse Thema sein, zum Beispiel auch die neue Landesbauordnung im kommenden Jahr.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit zur Vorbesprechung von Bauanträgen, die sogenannte Bauberatung. Im Gespräch mit einem Mitarbeiter der Bauordnung können dann direkt wichtige Fragen geklärt werden.

„An den Stellen, an denen Kritik berechtigt war, haben wir nun entsprechend reagiert“, sagt Bürgermeister Christoph Tesche. „Aber nicht an allen Stellen war die Kritik tatsächlich berechtigt.“ An der Qualität der Arbeit der Bauordnung gebe es nichts zu kritisieren. „Auch wenn uns manchmal Pingeligkeit vorgeworfen wird: Es liegt eben auch im Interesse des Bauherrn, dass wir genau sind, die Baugenehmigung am Ende rechtssicher ist und im Zweifel vor Gericht standhält.“

Beigeordneter Grunwald ergänzt: „Man darf nicht vergessen: Die Bauordnung ist nicht nur dazu da, Genehmigungen zu erteilen. Sie ist eben auch dazu da, rechtswidrige Bauten zu erkennen und zu verhindern. Auch das liegt im Interesse aller, in sicheren Gebäuden wohnen und arbeiten zu können.“ Und längst nicht immer liegt die Ursache für lange Bearbeitungszeiten von Bauanträgen bei der Bauordnung. Tesche: „Oft entstehen diese eben auch durch unvollständige und mangelhafte Bauanträge, die Bauherren und Architekten einreichen.“ Hinzu komme, dass die Aufgabenfülle in der Bauordnung in den vergangenen Jahren gestiegen sei. Besonders der Bereich „Großveranstaltungen“ nehme neben den Baugenehmigungen einen Großteil der Zeit ein.

Tesche weist zudem darauf hin, dass seit Jahren in der Verwaltung flächendeckend Personal abgebaut werde. „Wir haben einen Haushaltssanierungsplan. Danach müssen wir mehr als 400 Stellen einsparen. Und wenn bei der knapperen Personaldecke dann noch Leistungsträger krankheitsbedingt ausfallen, hat man das schon deutlich gespürt.“
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.