Ausbildungspaten im Kreis Recklinghausen e.V. schreiben Erfolgsgeschichte

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Yasin Temiz (v.l.n.r.), Heinrich Bast, Gudrun Gabriel, Jörg Teichert und Patrick Pigge schreiben gemeinsam mit Hilfe des Ausbildungspaten-Projektes im Kreis Erfolgsgeschichte. Foto: Max Rolke
Die Arbeit mit Jugendlichen ist nicht immer ganz einfach. Das wissen vor allem die Ausbildungspaten, die sich ehrenamtlich engagieren, um Jugendliche bei ihrer Ausbildung zu unterstützen. Doch die Arbeit lohnt sich, wie zwei Beispiele zeigen.

Yasin Temiz hat es nicht immer einfach gehabt. Er wuchs in einer Gegend auf, die man als sozialen Brennpunkt beschreiben könnte und die Aussichten, einen Ausbildungsplatz zu finden, waren aus rechtlichen Gründen schlecht. Es gab Probleme mit der Aufenthaltsgenehmigung des Deutsch-Türken. „Das größte Problem war, dass sich niemand gekümmert hat. Es mussten Anträge geschrieben werden und ein Weg gefunden werden, Yasin legal eine Ausbildung zu verschaffen“, erklärt Heinrich Bast, der Ausbildungspate, der jetzt seit mehr als sechs Jahren mit Yasin arbeitet.

Der 70-jährige ehemalige Finanzbuchhalter machte sich schlau und schrieb zusammen mit seinem „Schützling“ Briefe und Anträge. Das rechtliche Problem wurde gelöst und Heinrich Bast konnte ihm sogar bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz helfen: „Ich hatte noch ein paar Kontakte aus meiner Arbeitszeit, die ich dann einfach angerufen habe. So konnte ich ihm eine Ausbildung als Konstruktionsmechaniker in Recklinghausen verschaffen.“

Und der persönliche Einsatz hat sich gelohnt. Yasin ist seit Anfang dieses Jahres fertig mit seiner Ausbildung und hat direkt im Anschluss eine Beschäftigung gefunden. Doch nicht immer verlief die Zusammenarbeit reibungslos: „Ich musste zwischendurch moralische Aufbauarbeit leisten und ich hatte Befürchtungen, dass Yasin die Arbeit kurz vor dem Abschluss aufgeben könnte“, erklärt Heinrich Bast. Yasin ist nämlich begeisterter und talentierter Boxer und schien kurz vor dem Ende die Lust zu verlieren. „Zum Glück ging dann doch alles gut und Yasin ist jetzt zufrieden. Er hat sogar seinen Abschluss mit der Note 2,5 bestanden“, lächelt Heinrich Bast.

Und Yasin sieht tatsächlich zufrieden aus: „Wir werden noch lange in Kontakt bleiben. Es hat sich etwas wie eine Freundschaft zwischen uns entwickelt und in ein paar Jahren möchte ich dann selbst Ausbildungspate werden und etwas Gutes zurückgeben“, meint Yasin.

Der zweite vorgestellte Fall zeigt, dass es manchmal aber auch nur kleine Impulse braucht, um den Jugendlichen bei der Ausbildung zu helfen. Der Recklinghäuser Polizist Jörg Teichert unterstützt Patrick Pigge aus Castrop-Rauxel: „Zunächst haben wir zusammen Bewerbungen geschrieben und als er eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann hatte, habe ich zwischendurch noch Motivationsarbeit geleistet.“

Das war auch nötig, denn Patrick fühlte sich nicht wohl und falsch behandelt. Er war kurz davor zu kündigen. „Das ist auch eigentlich die häufigste Art der Arbeit der Paten“, weiß die Vorsitzende des Vereins Gudrun Gabriel. „Die Jugendlichen müssen unterstützt und motiviert werden, nicht bei kleinen Problemen schon aufzugeben.“ Und genau das machte der 50-jährige Polizist. Sogar so gut, dass Patrick seine Ausbildung mit „sehr gut“ und einer Auszeichnung der Industrie- und Handelskammer bestand.
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