Knappen-Unterstützungsverein Sprockhövel: Wo ist das Geld?

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Die Sprockhöveler Knappen um 1910 vor ihrem Vereinslokal „Rose“ Foto: Stadtarchiv
Sprockhövel: Gasthaus Rose |

Günther Beinhoff war bereits im letzten Jahr in der STADTSPIEGEL-Redaktion und hatte von dem Austritt von neun Mitgliedern erzählt. Der STADTSPIEGEL hatte damals auch berichtet. De facto war der Verein um den Vorsitzenden Friedhelm Erlbruch damit am Ende. Doch wo ist das Vereinsvermögen?

„Unsere Satzung ist eindeutig“, so Beinhoff, dessen Frau früher die Kassiererin des Vereines gewesen ist. „Wenn der Verein sich auflöst, muss das Geld an die Stadt Sprockhövel überwiesen werden. Wir sind davon ausgegangen, dass der Vorsitzende Friedhelm Erlbruch dies nach unserem Austritt gemacht hat.“ Doch bei der Stadt sind nie Gelder angekommen, wie Kämmerer Rainer Kaschel auf Nachfrage erklärt.
Beinhoff weiß, dass Erlbruch Konten bei der Sparkasse Sprockhövel aufgelöst hat. „Ich war da und das hat man mir gesagt. Ich weiß auch, dass der Sparkasse unsere Satzung vorliegt. Auch das hat man mir gesagt. Nur zu den Geldern wollte man mir nichts sagen. Wir wollen aber als frühere langjährige Vereinsmitglieder wissen, ob hier alles mit rechten Dingen zugegangen ist.“
Denn der Austritt aus dem Verein erfolgte zwar offiziell aus gesundheitlichen Gründen, doch vor dem Hintergrund, dass man nicht mehr mit der Vereinsführung von Friedhelm Erlbruch einverstanden war. „Er hat immer bestimmt und in den letzten Jahren hat er nichts mehr gemacht. Er hätte sich Anfang 2014 wieder zur Wahl des Vorsitzenden stellen müssen, hat dies aber nicht getan. Wenn meine Frau Geld abholen sollte und dies von einem Sparbuch tat, musste sie immer alles sofort abgeben. Kontoauszüge und dergleichen, das hat alles er gemacht und uns nie informiert.“
Beinhoff weiß wohl, dass Friedhelm Erlbruch sehr krank ist, immer wieder mal im Krankenhaus liegen soll. „Aber wenn er den Verein nicht ordentlich abwickeln kann, muss er jemanden beauftragen.“
Hilfe leisten wollte auch Ehrenknappe Walter Vielmetter, selbst gesundheitlich angeschlagen. Er habe nie etwas mit den Finanzen des Vereines zu tun gehabt, immer nur sei er mit Worten bei bestimmten Anlässen dabei gewesen und eben Ehrenknappe. Er habe Friedhelm Erlbruch aufgesucht und ein Sparbuch der Volksbank erhalten. „Das soll ich auflösen und den Betrag an die Stadt überweisen. Das werde ich selbstverständlich auch tun“, so Vielmetter. Von Konten und anderen Sparbüchern weiß er indes nichts. Auch die Summe auf dem Volksbank-Sparbuch will er nicht nennen. „Das müssten über 1000 Euro sein“, vermutet Günther Beinhoff, der von der Volksbank gemeinsam mit dem zweiten Vorsitzenden des Vereines damals Auskunft bekam.
„Wir wollen nur alles in Recht und Ordnung abgewickelt sehen. Da ich keine weitere Auskunft von den Banken bekomme, möchte ich nur irgendwie mal lesen, dass die Gelder bei der Stadt angekommen sind. Ich meine, da muss sich dann wohl jetzt mal unser Bürgermeister Ulli Winkelmann drum kümmern.“
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