Der DLRG-Bezirk Hellweg bildet 26 neue Sanitäter aus

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Rettungsübung an einem Dummy. Benedikt Lefarth (r) und Lukas Tobias Tschufenig (l) müssen einen automatischen Defibrillator zur Wiederbelebung einsetzen. (Foto: DLRG)
 
Benedikt Lefarth (l.) und Lukas Tobias Tschufenig (r.) bei einer realistischen Rettungsübung mit Ausbilder Dr.med. Phillip Rogge (m.) (Foto: DLRG)

Auf dem umfangreichen DLRG-Lehrplan stehen Themen wie Schock,Schlaganfall, Herzinfarkt, Lungenembolie, Bewusstsein, Atmung, Kreislauf, Asthma oder Atemnot.Auch das Anfertigen von Verbänden, die Behandlung von Hitze- und Kälteschäden, Knochenbrücheund Schienungen sowie Rettung und Transport von Kranken sind für die Seminarteilnehmer keine böhmischen Dörfer. Selbst die Auswertung und Handhabung eines manuellen Blutdruckmessgerätes, Blutzuckermessung, Bedienung eines Defibrillators, die Gabe von Sauerstoff als Medikament oder gar die ersten Vorbereitungen für eine Infusion durch den Notarzt, werden trainiert.

 
Bei den 26Teilnehmern, größtenteils Mitglieder aus den 13 Ortsgruppen vom DLRG-Bezirk Hellweg, rauchen zurzeit die Köpfe. Und das nicht zu knapp. Denn es ist schon viel Fachwissen und praktische Fertigkeiten, was sich die Teilnehmer binnen kurzer Zeit aneignen müssen, um die anstehende Prüfung im Februar zu meistern. Das eigens zum Kurs entwickelte Lehrbuch hält zum Training einen Fragekatalog mit über 200 Prüfungsfragen bereit. Und die sind alles andere als mal eben kurz zu beantworten oder gar auswendig zu lernen.

Dr. med. Phillip Rogge, ärztlicher Ausbildungsleiter, sagtdazu: „Auswendiglernen wäre hier auch nur die halbe Miete, denn es geht darum, das Gefragte richtig zu verstehen und direkt praktisch umsetzen zu können.“ Der bekannte Unnaer DLRG-Arzt und Notfallmediziner leitet schon im fünfzehnten Jahr gemeinsam mit fünf weiteren Sanitätsausbildern die Sanitätsausbildung der DLRG im Bezirk Hellweg. Diese ist wegen ihres umfangreichen Lehrstoffes weit über die Bezirksgrenzen hinweg angesehen und so bekannt, dass sich selbst Mitglieder anderer Institutionen dort anmelden.

Vor allem die Praxis wird in der Sani-Schule von Dr. Rogge großgeschrieben. In zahlreichenrealistischen Fallbeispielen, die von speziell ausgebildeten Unfalldarstellern der DLRG inszeniert werden, müssen die Teilnehmer direkt zeigen, was sie gelernt haben. Dabei werden sie mit Unfallszenarien konfrontiert, die sie als Team meistern müssen. Hierbei geht es auch um die gezielte Hilfeleistung bei psychiatrischen Notfällen oder den Umgang mit mehrfach Verletzten. Benedikt Lefarth ist Teilnehmer von der DLRG-Ortsgurppe Kamen. Gemeinsam mit Lukas Tobias Tschufenig, Christian Feyrer, Achim Hicking und Torsten Weißner trainiert er gerade, wie bei einem Notfallpatienten ein sogenannter Guedeltubus fachgerecht eingesetzt werden muss.

„Das ist gar nicht so einfach“, sagt Lefarth währen er das Plastikröhrchen, welches zum Offenhaltender oberen Atemwege bei einem Notfallpatienten benutzt wird, zunächst ausmisst und auswählt, um es danach in einen speziellen Dummy einzusetzen. Nach mehrfachem Probieren gelingt diese Aktion schließlich jedem Teilnehmer der Gruppe im Handumdrehen. Das muss sie auch, wenn es mal zu einer realen Notfallsituation während einer Veranstaltung kommt und Lefarth mit seinen Kollegen gerade für den ehrenamtlichen Sanitätsdienst vor Ort eingeteilt ist. Schließlich ist der „Guedel“ wie ihn die Teilnehmer mittlerweile nennen, nur eines von vielen Hilfsmitteln, welches ein Retter der DLRG in seinem Notfallkoffer stets dabei hat.

Ehrenamtlicher Sanitätsdienst bringt es mit sich, dass die DLRG-Helfer meistens die Ersten sind, dieam Unfallort gezielte medizinische Hilfeleistung erbringen. Daher sind sie als so genannte „First Responder“ für die Arbeit des Rettungsdienstes sehr wertvoll, wenn sie perfekt ausgebildet sind. Und genau das ist das Besondere an der DLRG-Sani-Schule im Bezirk Hellweg: Alle Schüler sind nach dem 64 Unterrichtseinheiten umfassenden Kurs vollwertige DLRG-Sanitätshelfer der Stufen A und B. Aktive DLRG-Mitglieder müssen für ihre Tätigkeiten in den DLRG-Gliederungen zunächst diese Grundausbildungen durchlaufen. Weitere Fachausbildungen werden später hierauf aufgebaut. Das an den vier Wochenenden erlangte Wissen müssen die Teilnehmer in vier schriftlichen Lernzielkontrollennachweisen. Erst nach Bestehen dieser Tests erhalten sie die Zulassung zur Abschlussprüfung, die am Sonntag, 04. Februar im Dieter-Schwarzer-Haus in der Bornekampstraße in Unna abgenommen wird. Damit auch wirklich alles bei der Prüfung perfekt sitzt, trainieren die Teilnehmer zurzeit aktiv in ihren Ortsguppen.

Der DLRG-Bezirk Hellweg stellt neben der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung im KreisUnna den Katastrophenschutz mit einer Wasserrettungseinheit mit über 40 Helfern, 4 Rettungsbooten, Rettungstauchern und Strömungsrettern.
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