Alle an einem Strang - Eltern, Kindergärten und Stadt

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Daniela Walkenhorst und Gwendy Volkery stehen dem Jugendamts-Elternbeirat der Stadt Unna vor. Ihr Wunsch: Mehr Eltern mit ins Boot holen.
 
Bereits seit einigen Wochen streiken und demonstrieren Erzieherinnen wie hier bei einer zentralen Kundgebung in Dortmund für eine bessere Bezahlung. Der Jugendamts-Elternbeirat der Stadt Unna unterstützt die Forderungen. Denn dabei geht es um mehr als nur eine bessere Entlohnung. (Foto: privat)

Wer sein Kind im Kindergarten betreuen lässt, möchte es dort auch in guten Händen wissen. Doch die Bedingungen, unter denen die Erzieherinnen arbeiten, sind schwieriger geworden. Um so wichtiger ist es, dass sich auch die Eltern der Kindergartenkinder engagieren – zum Beispiel im Jugendamts-Elternbeirat (JAEB) der Stadt Unna.

„Wir sind eine Institution, von der viele gar nicht wissen, dass es sie gibt“, weiß Daniela Walkenhorst. Sie ist 1. Vorsitzende des Beirates, gemeinsam mit Gwendy Volkery setzt sie sich für die Kindergärten auf Unnaer Stadtgebiet ein. 17 der insgesamt 28 Unnaer Kindergärten haben Elternvertreter in den JAEB geschickt, „das dürften gerne mehr sein“, so Daniela Walkenhorst. Denn je mehr Eltern sich der Stadt gegenüber zu Wort melden, um so höher ist das Gewicht, das diese Stimmen haben.

Themen-Schwerpunkt in 2015 ist die U2- und U3-Betreuung in den Unnaer Kindergärten. „Dafür schauen wir uns ganz konkret an, wie die Kindergärten das so handhaben“, erläutert Gwendy Volkery. Vor allem die strukturelle und inhaltliche Qualität der Betreuung haben die Elternvertreter dabei im Blick.
„Dabei haben wir festegestellt, dass die Vorstellungen der Eltern und der Leitungen nicht weit auseinander sind“, so Daniela Walkenhorst, deren eigenes Kind einen Kindergarten in Hemmerde besucht.

Nur bei der Eingewöhnung der kleinen Kindergartenkinder unter drei oder zwei Jahren gehen die Ansichten auseinander – noch. „Aber gerade hier zeigt sich, wie wichtig unsere Arbeit ist, denn wir können mit den Leiterinnen darüber sprechen und die Elternwünsche kommunizieren“, so Gwendy Volkery, deren Tochter einen Kindergarten in der Stadtmitte besucht. „Und unserer Erfahrung nach, versuchen die Kindergärten dann auch, unseren Wünschen zu entsprechen.“

Aber: „Das wahre Problem können leider weder wir noch die Leitungen allein lösen – denn da geht es ums Geld“, weiß Daniela Walkenhorst. So liegt ein als optimal angesehener Betreuungsschlüssel in der U3-Betreuung bei 2:6, also zwei Erzieherinnen für sechs Kinder, tatsächlich ist der in NRW gesetzlich vorgegebene und finanzierte Schlüssel aber 2:10. „Das gefällt weder den Eltern noch den Erzieherinnen“, macht Gwendy Volkery klar.

„Gäbe es mehr Elternbeiräte, hätten unsere Worte mehr Gewicht.“


„Unsere Meinung nach gehen die gesetzlichen Vorgaben an den tatsächlichen Anforderungen an eine Erzieherin in einer U3-Gruppe schlichtweg vorbei“, ärgert sich Daniela Walkenhorst. Denn neben der pädagogischen Arbeit müssen hier Erzieherinnen zusätzlich noch wickeln, beim Essen helfen und sehr viel individueller auf die Kinder eingehen als in den „normalen“ Kindergartengruppen. Wie auch die anderen Erzieherinnen müssen sie außerdem ihre Arbeit schriftlich vorbereiten und nachbereiten, PC-Kenntnisse vorweisen und Eltern beraten. „Aus diesem Grund unterstützen wir auch die Forderungen der ­Erzieherinnen nach besseren Löhnen“, so Daniela Walkenhorst.

Kein Mitspracherecht


Als Jugendamts-Elternbeirat haben die Elternvertreter zwar kein Mitspracherecht, sind aber aufgefordert, dem Jugendhilfeausschuss, der für die Kindergärten zuständig ist, zu berichten. „Außerdem schickt der JAEB wieder Vertreter in den Landes-Elternbeirat und hier sind wir dann schon ganz oben in der politischen Ebene“, erklärt Daniela Walkenhorst. Dazu kommt seit 2014 in Unna ein Austauschforum mit den Trägern der Kindertageseinrichtungen.

Erst seit 2011 gibt es in NRW überhaupt die Möglichkeit, einen JAEB auf Stadtebene zu gründen, „da hat sich das bei manchen Kindergärten wohl noch nicht so rumgesprochen“, schmunzelt Daniela Walkenhorst. Doch natürlich würden sich auch Eltern scheuen, sich sowohl in der Elternschaft ihres Kindergartens als auch im Jugendamts-Elternbeirat zu engagieren. „Dabei hält sich der Zeitaufwand mit ein bis zwei Stunden pro Woche durchaus in Grenzen“, so Gwendy Volkery. „Und kommt das Kind in die Schule, ist es eh vorbei mit der Arbeit im Beirat“, ergänzt Daniela Walkenhorst.

Wer die Arbeit des JAEB kennenlernen möchte, hat am 14. Juni beim Familiensonntag des Jugendamtes im Kurpark in Königsborn Gelegenheit dazu, wo es einen Info­stand geben wird.
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