Erster Spatenstich zum Heilig-Geist Hospiz Unna ist erfolgt

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Die Bauarbeiten beginnen (v.l.): Guido Ponto, Vorsitzendes des Verwaltungsrats Katharinen Hospital, Prof. Dr. Klaus Weber, Vorsitzender Stiftung Heilig-Geist-Hospiz, Georg Birwer, Pfarrer der Katharinen-Gemeinde Unna, Christian Larisch, Geschäftsführer Katharinen Hospital, Bürgermeister Werner Kolter und Architekt Christian Weicken. (Foto: Reimet)
 
Ansicht des Hospiz gemäß Planung der Architekten Weicken, Unna. Quelle: Weicken Architekten/ Repro: Reimet
Unna: Kolpinghaus |

Herberge für die letzte Reise in Würde


Mit der Ruhe auf dem Grundstück des ehemaligen Kolpinghauses ist es in den kommenden Monaten vorbei. Nachdem der Abrissbagger vor rund eineinhalb Jahren eine Brachfläche hinterließ, sind die überarbeiteten Baupläne für ein stationäres Hospiz bis zur Genehmigung entwickelt worden, jetzt erfolgte mit dem ersten Spatenstich auch der Baubeginn.



Der Spatenstich für das erste stationäre Hospiz in Unna erfolgte jetzt auf dem Gelände des ehemaligen Kolpinghauses am Nordring. Nach 5-jähriger Planungszeit blickt die Heilig-Geist-Hospizstiftung optimistisch auf die Bauphase, die ab sofort beginnen soll und vorraussichtlich bis Sommer 2017 dauert. Ab Herbst sollen die ersten Gäste einziehen, die als schwerstkranke oder sterbende Menschen besonderer Zuwendung bedürfen.

Rund drei Millionen Euro umfasst die Investition, die Architekt Christian Weicken aus Unna beim Spatenstich vorstellte. Zehn Einzelzimmer und mehrere Angehörigenzimmer mit Zustellmöglichkeiten entstehen als flacher Anbau zu einem Gebäude mit Spitzdach an der Klosterstraße. Eine Erweiterung um zehn Zimmer ist eingeplant. Es ist das erste stationäre Hospiz in Unna, im Kreis Unna haben Betroffene nur in Schwerte (sechs Plätze) und in bald in Lünen die Möglichkeit, in einem Hospiz die letzte Lebensphase zu durchleben.

Zehn Plätze sofort – Zehn später

Zu Verzögerungen in der Planungsphase kam es, weil erst nach langen Verhandlungen ein Nachbar sein Grundstück schließlich zum Verkauf angeboten hatte, die Stiftung zögerte nicht lange. Auf dem Reissbrett der Architekten Weicken enstand ein Gebäudekörper, der mehr Fläche bietet als in der ersten Version. Von rund 1200 qm wuchs das Grundstück auf etwa 2000 qm Fläche. Beim Spatenstich erläuterte Christian Weicken die Größenordnung: Das Hospiz besteht aus zwei Hausteilen, eines mit Satteldach für Verwaltung und Personal und ein Flachdachgebäude für die Gäste (wie die Hospizbewohner genannt werden).

Zehn Zimmer stehen in der Anfangsphase zur Verfügung, um weitere zehn kann erweitert werden. Exakt 1130 qm bebaute Fläche stehen dem Hospiz zur Verfügung mit 4870cbm Bruttorauminhalt. Christian Weicken: „Die Anforderung war, wie setzt man würdevolles Sterben im Herzen der Stadt um.“ Das Haupthaus ist über die Klosterstraße zur Stadt geöffnet, dort befindet sich auch der Haupteingang. Bezüge zwischen Innen und Aussen schufen die Planer durch geschützte Aussenbereiche für jedes Gästezimmer. Räume für Angehörige und Mediations- sowie Funktionsräume runden das Angebot ab. Die Innenausstattung des Hospiz soll in warmen Farbtönen gehalten werden.

Beim Festakt anlässlich des Spatenstich dankte Stiftungsvorstand Dr. Klaus Weber den Förderern und Unterstützern der Stiftung. Noch allerdings sei die Gesamt-Bausumme von rund drei Millionen Euro nicht komplett vorhanden, er gab sich aber optimistisch, weitere Sponsoren zu finden. Bürgermeister Werner Kolter betonte, dass die Vorlaufzeit von rund fünf Jahren für ein soziales Projekt dieser Bedeutung für die Stadt gerechtfertigt sei, die Bauphase aber wohl kürzer ausfalle. „Die Bürger empfinden das Projekt als wichtig.“

Pastor Georg Birwer warf einen Blick auf die Geschichte des Standortes. Die Abschiedspartie des Kolpinghauses sei noch nicht sehr lange her und er freue sich, dass die Grundidee Adolph Kolpings, Bedürftigen eine Herberge in schwierigen Übergangssituation zu geben, erhalten bliebe.

„Das Leben der Sterbenden wird weniger tabu.“ Die Geschichte reiche aber weiter zurück, bis zur Heilig-Geist Schule und zum schräg gegenüberliegenden ehemaligen Heilig-Geist-Hospital für mittellose Menschen. Dem neuen Hospiz diesen alten Namen zu geben sei beachtenswert. In einer anderen Weise knüpfe der Name eine Brücke. Anlässlich des Augsburger Religionsfriedens (1555) wurde die Kapelle des Hospitals einst der Gemeinde als Kirche übergeben. Die Kirche des Heilig- Geist-Hospitals war also als die dritte Kirche der Stadt Unna. „Es ist ein ökumenischer Ort.“ Er wünsche sich ein gemeinsames Trages des Hospiz von der Ökumene.

Christian Larisch, Geschäftsführer des Katholischen Hospitalverbundes Hellweg, begrüßte in der Feststunde auch die zahlreichen „Zaungäste“. Er habe ein sehr gutes Gefühl, das die Bausumme richtig investiert sei. Larisch wertete den leichten Regen als gutes Zeichen, denn Wasser sei wichtig für Erneuerung. In diesem Sinne ist der Baugrund in jedem Falle locker für die anstehenden Arbeiten.

Trotz erheblicher Spendengelder und Unterstützungen ist die Stiftung Heilig-Geist-Hospiz auf weitere Spenden angewiesen.

Spendenkonto: Heilig-Geist-Hospizstiftung Unna, Sparkasse UnnaKamen, IBAN DE85 4435 0060 0000 1339 91
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