Tipps der Umweltberatung: Durch richtiges Lüften und Heizen Schimmel vermeiden

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Schimmel ist ungesund, schädlich für die Bausubstanz – und er führt oft zu handfestem Streit zwischen den Mietparteien darüber, wer ihn verursacht hat und zahlen muss. Gerade jetzt, wenn es kalt wird, treten die schwarzen Stellen an Zimmerwänden und hässlichen Stockflecken an Textilien verstärkt auf.

Jeder fünfte Haushalt ist betroffen, besonders gefährdet sind schlecht gedämmte Gebäude oder Räume wie Bad, Küche und Schlafzimmer, in denen viel Feuchtigkeit entsteht. Immerhin gibt ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt täglich bis zu zwölf Liter Wasser in die Luft ab.

Wer Schimmel vermeiden will, muss vor allem richtig lüften. Und: Er sollte trotz hoher Energiekosten die Thermostate nicht zu stark herunterdrehen. „Selbst bei milden Wintertemperaturen kühlen unbeheizte Räume aus“, warnt Karin Baumann, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale in Unna. Kalte Luft nimmt weniger Wasser auf als warme. Wird sie nicht regelmäßig ausgetauscht, lagert sich die Feuchtigkeit an kühlen Innenwänden und Flächen ab und bietet Schimmelpilzsporen ideale Wachstumsbedingungen.

Zur richtigen Mischung aus Heizen und Lüften gibt die Verbraucherzentrale NRW folgende Tipps:

1. Alle Räume moderat heizen: Die Durchschnittstemperatur sollte selbst in Schlafzimmern und ungenutzten Räumen nicht unter 16 Grad Celsius liegen. Es reicht nicht aus, lediglich die Türen zu beheizten Räumen zu öffnen. Denn so kommt neben der Wärme auch Feuchte in den kühleren Raum und erhöht das Schimmelrisiko.

2. Jeden Raum regelmäßig kurz durchlüften: Drei bis viermal täglich Stoßlüften oder auf Durchzug stellen ist ideal, bei niedrigen Außentemperaturen bis zu fünf Minuten lang. Dadurch kühlen die Wände nicht aus und der Raum wird schnell wieder warm.

3. Fenster auf bei großer Feuchte: Nach dem Kochen, Baden oder Duschen sofort das Fenster weit öffnen, um kalte, aber trockene Außenluft herein zu lassen.

4. Sonderfall Schlafzimmer: Weil man im Schlaf viel Feuchtigkeit abgibt, bei Bedarf nachts das Fenster kippen. Tagsüber allerdings wie in anderen Räumen die Fenster schließen, auf mindestens 16 Grad Celsius heizen und mehrmals täglich Stoßlüften.

5. Ecken frei halten: Besonders bei schlecht gedämmten Gebäuden kühle Wände und Ecken nicht mit Möbeln verstellen, damit warme Heizungsluft zirkulieren kann. Sonst bildet sich leicht Kondensfeuchtigkeit, die das Schimmelpilzwachstum fördert.

6. Im Zweifel messen: Ein einfaches Thermo-Hygrometer gibt es im Baumarkt. Damit lässt sich die Temperatur messen und prüfen, wie feucht die Luft ist. Bei schlechtem Wärmeschutz der Wohnung sowie in Küche und Bad sollte die relative Luftfeuchte unter 50 Prozent bleiben. Ist sie zu hoch, kurz lüften.
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