„Irgendwas geht immer!“: Rennrollstuhlfahrer Denis Schmitz in B-Kader Leichtathletik des Behindertensportverbandes berufen

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Denis in Action: der Athlet ist auf der Rennstrecke manchmal kaum zu stoppen, so konzentriert ist er bei der Sache. (Foto: privat)
 
Denis ist ein lebensfroher junger Mann, der auch Dank des Sports ein eine tolle Entwicklung gemeistert hat. (Foto: privat)

Während gerade jetzt Anfang des Jahres viele mit ihrem inneren Schweinehund kämpfen, weil sie endlich mehr Sport machen wollen, hat der Unnaer Denis Schmitz seinen inneren Schweinehund besiegt. Dabei ist dieser Schweinehund ein anderes Kaliber, denn sein Name ist nicht Faulheit – sondern Hydrocephalus.

Zwölf Wochen kam Denis Schmitz 1991 zu früh zur Welt, daraus resultiert eine lebenslange körperliche und geistige Behinderung. „Die Ärzte wagten die Prognose, dass ich mich mit viel Glück in meinem Bett alleine umdrehen könnte. Die Ärzte hatten die Rechnung ohne mich und meine Eltern gemacht!“, schreibt Denis auf seiner Homepage www.rennrollstuhl-denis.de.

Keine Frage, Denis und seine Eltern mussten sich jeden Erfolg hart erkämpfen, doch der Einsatz hat sich gelohnt. Inzwischen ist Denis vor allem in seiner „Hauptsportart“ Rennrollstuhlfahren erfolgreich, knackte unter anderem im vergangenen Sommer bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften den Europarekord. Nun wurde er in den B-Kader Leichtathletik des deutschen Behindertensportverbandes berufen. „Das ist schon eine tolle Sache, denn jetzt kann Denis den Olympiastützpunkt Westfalen in Dortmund mit allen seinen Angeboten zu nutzen“, erklärt Denis‘ Vater Rüdiger Schmitz. So kann die wettkampffreie Zeit optimal genutzt werden.

Denis‘ sportliches Talent zu entdecken und zu fördern war für seine Eltern kein leichtes Unterfangen. „Wir haben immer nach Sportarten gesucht, die Denis mit seiner körperlichen und geistigen Behinderung machen kann“, erinnert sich Rüdiger Schmitz. Und wie Denis es sagt: „Irgendwas geht immer!“

2007 fand man im RGS Bönen einen Verein, der verschiedene Angebote für Behinderte machte. 2009 saß Denis erstmals im Rahmen eines Schnupperlehrgangs mit Heinrich und Gudrun Köberle in einem Rennrollstuhl – und fühlte sich gleich wohl.

Heinrich Köberle ist Trainer der Deutschen Junioren Nationalmannschaft im Rollstuhlschnellfahren, selbst ein erfolgreicher Athlet mit mehreren Paralympics-Goldmedaillen und Pionier dieser Sportart. Und er sorgte auch dafür, dass Denis in das „Rio ruft!"-Team aufgenommen wurde. Hier trainieren behinderte Sportler aus ganz Deutschland. „Dabei geht es vor allem um das Team. Eine Teilnahme an den Paralympics in diesem Jahr in Rio wäre zwar toll, liegt aber noch in weiter Ferne“, erläutert Gudrun Köberle.

„Denis zeichnet sich vor allem durch seine große Trainingsdisziplin aus“, lobt die Betreuerin. So muss Denis jetzt vor allem an seiner Technik feilen, Kraft und Ausdauer sind bereits auf einem optimalem Level. Seit Ende 2014 kann Denis in seinem eigenen Rennrollstuhl trainieren. „Der Stuhl ist an Denis angepasst“, erläutert Gudrun Köberle. Dass so ein Sportgerät nicht ganz billig ist, ist klar. Er kostet zwischen 4.000 und 6.000 Euro. Nur zu gerne würde Denis in diesem Jahr – auch mit Blick auf eine Rio-Teilnahme – an internationalen Wettkämpfen teilnehmen, zum Beispiel in Dubai oder Italien. Doch auch das kostet Geld. „Denis braucht dringend Sponsoren“, so Gudrun Köberle.

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3 Kommentare
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Rüdiger Schmitz aus Unna | 21.01.2016 | 13:06  
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Jürgen Thoms aus Unna | 21.01.2016 | 15:19  
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