Sollte es die Letzte sein?

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Künstler Norbert Bauer (links), Jürgen Ebbinghaus (Zweiter von rechts) und Gerd Rocholz (rechts) übergaben die Kunstaktie Nummer drei an Bürgermeister Dirk Lukrafka und Wilfried Löbbert (Dritter von links).
 

Kunstaktie wird an Bürgermeister übergeben – AlldieKunsthaus kämpft ums Überleben.

Der Alldiekunst-Vorstand übergab die aktuelle Aktie des Langenberger Kunsthauses an Bürgermeister Dirk Lukrafka und Wilfried Löbbert von der Velberter Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung. Die finanziellen Sorgen der Kunstfreunde überschatteten den Besuch aus dem Rathaus.

„Mittwochs bei Aldi“ heißt die bereits dritte Aktie, die das Alldie-Kunsthaus herausgibt.


Entworfen wurde die hochwertige, signierte und nummerierte Druckgrafik diesmal von dem Dortmunder Künstler Günter Rückert und hat eine Auflage von 300 Exemplaren.
„Erwerben kann diese Aktie jeder Kunstinteressierte für eine Spende von 100 Euro“, so Norbert Bauer, künstlerischer Leiter und Initiator von Alldiekunst als Projekt des Vereins Kunsthaus Langenberg. „Die Aktie ist sehr beliebt und ein wichtiger Bestandteil, über den wir Alldiekunst finanzieren. Unser Rettungsanker sozusagen.“
Damit war Künstler Norbert Bauer auch schon beim Hauptthema, denn große finanzielle Sorgen plagen das Alldiekunst-Team von rund 30 bis 40 Ehrenamtlern.
Schatzmeister Bernhard Windrich brachte es auf den Punkt: „Uns fehlen rund 20.000 Euro im Jahr, um sicher planen zu können. Zurzeit stehen wir jeden Monat kurz vor der Insolvenz. Das geht allen an die Substanz und ist nicht mehr tragbar.“ Der Schatzmeister wird noch konkreter: Sollten sich bis Juni keine finanziellen Sicherheiten generieren lassen, „wird Alldiekunst bis zum Ende des Jahres kontrolliert abgewickelt“, – und damit wäre die dritte Aktie auch schon die Letzte gewesen.
Woher die Gelder kommen könnten, ist jedoch nicht klar und eine Lösung des Problems nicht in Sicht. Sechs Ausstellungen und rund 40 Veranstaltungen gilt es für das Kunsthausteam jährlich zu stemmen. An Lob und Besuchern fehlt es nicht, beschreibt Vorsitzender Jürgen Ebbinghaus die aktuelle Lage. Doch trotz viel positiver Resonanz, Sponsoring und Unterstützung ortsansässiger Unternehmen reicht das Geld vorne und hinten nicht. „Wir wollen nicht in Konkurrenz treten zu anderen Kulturschaffenden im Ort, haben uns einen Alleinstellungswert geschaffen und tragen unseren Teil dazu bei, ein vielfältiges Kulturangebot in der Stadt zu schaffen.“ Doch bringe eine Veranstaltung 1000 Euro ein, so bleibe für den Verein am Ende 100 Euro Gewinn, Künstlergage und Verpflegung, Gema-Gebühren, Abgaben an die Künstlersozialkasse, Werbung und vieles mehr müssen bezahlt werden.
Konkret wandte sich der Schatzmeister daher mit einer Frage an Bürgermeister Lukrafka: „Für unseren Erhalt ist es wichtig zu erfahren, ob die Stadt durch seriös darstellbare Umschichtungen im Kulturhaushalt ein jährliches Grundbudget von 20.000 Euro zusichern kann?“
Seine Antwort machte sich Dirk Lukrafka nicht einfach. Wie wichtig ein Projekt wie das Alldie-Kunsthaus für die Stadt sei, stehe außer Zweifel, doch müsse er die gesamte Stadt im Auge behalten. „Zurzeit werden die Richtlinien der Kulturförderung überarbeitet. Die bisherigen Richtlinien werden überprüft und bewertet, das hat der Kulturausschuss beschlossen. Im Nachgang wird es Anträge geben – wann hier erste Ergebnisse vorliegen, steht noch nicht fest.“
Für den Vorstand steht jedoch fest: Sollte bis Jahresmitte kein probates Mittel gefunden werden, die finanzielle Lage von Alldiekunst zu entspannen, ist bis zum Jahresende Schluss.
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