Mut haben, Wege finden

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„Mutig, mutig...beschweren erlaubt!“ lautet das Jahresmotto des Kinder- und Jugendhilfezentrums Haus Maria Frieden. Kinder, Jugendliche und Mitarbeiter der Einrichtung sowie auch Bereichsleiter Dennis Overhamm (hinten links) arbeiten in verschiedenen Kleingruppen daran, ein Beschwerdemanagement einzurichten.
  Velbert: Haus Maria Frieden | Sich über etwas beschweren - und zwar ruhig und mit angemessenen Worten - das ist nicht immer einfach, erfordert manchmal sogar einen gewissen Mut. Dieser Meinung ist man im Kinder- und Jugendhilfezentrum Haus Maria Frieden, weshalb man sich dazu entschied, „Mutig, mutig...beschweren erlaubt!“ zum Jahresmotto 2015 zu erklären.
Seit Anfang des Jahres arbeiten Kinder, Jugendliche und pädagogische Fachkräfte mit Unterstützung durch Mitarbeiter des Kinderschutzbundes daran, ein Beschwerdemanagement einzurichten, das sicherstellen soll, dass Anliegen ernst genommen sowie lang bestehende Strukturen hinterfragt und gegebenenfalls angepasst werden. „Nicht nur die Kinder und Jugendlichen sollen ermutigt werden, ihre Wünsche vorzutragen. Auch den Mitarbeitern kann es in manch einer Situation Mut abverlangen, den Kindern auf Augenhöhe zu begegnen“, so Dennis Overhamm, Bereichsleiter im Haus Maria Frieden.

Sei es das direkte Gespräch mit dem Teamleiter, ein anonymer schriftlicher Hinweis oder aber eine Diskussion am Gruppenabend - schon immer bestand die Möglichkeit, sich zu beschweren. Nun aber wolle man dafür sorgen, dass es klare Wege gibt und keine Beschwerde verloren geht. „Denn Hauptsache ist doch, dass jedes Anliegen ernst genommen wird“, so Lili. Die 14-Jährige gehört zu den Jugendlichen, die sich auf freiwilliger Basis mit dem Motto auseinandersetzen. Da alle von dem Konzept profitieren sollen, arbeiten auch aus allen Bereichen Kinder und Fachkräfte mit.
Jean konnte bereits erste positive Erfahrungen machen: „Ich habe mich darüber beschwert, dass wir immer so früh ins Bett gehen müssen“, so der 14-Jährige. „Bei unserem Gruppenabend wurde das aufgegriffen und wir haben gemeinsam einen Kompromiss gefunden. Im Sommer wurde die Schlafenszeit nun ein wenig nach hinten verlegt.“ Bei der Auflockerung der Handy-Nutzung hingegen sei man sich noch nicht einig geworden, berichtet Kerstin. Der Wunsch der Neunjährigen ist es, dass sie schon jetzt frei über ein Mobilfunkgerät mit Internetzugang verfügen darf.
„Es gibt natürlich immer Gründe, wenn wir nicht auf die Wünsche eingehen können. Aber auch dann ist es wichtig, dass es eine Rückmeldung auf die Beschwerde gibt“, so der Bereichsleiter. Denn so würden die Kinder und Jugendlichen erkennen, dass ihre Anliegen ernst genommen werden und eventuell könnten sie die Entscheidung dann auch besser nachvollziehen. „Zukünftig soll das auch alles dokumentiert werden.“

Wie genau das konkret umgesetzt werden soll, wird noch bis Jahresende erarbeitet. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema mache sich aber bereits bemerkbar, stellt Erzieherin Jennifer Burggräf fest: „Die Kinder trauen sich nicht nur vermehrt, ihre Anliegen offen vorzutragen. Sie haben auch gelernt, dass es sinnvoll ist, sie sachlich zu formulieren und mit Argumenten zu untermauern.“
Was bisher erarbeitet wurde, wird auch beim großen Sommerfest des Kinder- und Jugendhilfezentrums veranschaulicht. Interessierte sind dazu am Samsag, 8. August, von 13 bis 17 Uhr an die Bökenbuschstraße 7 eingeladen. „Jede halbe Stunde öffnet unser Show-Room, in dem die Ergebnisse bei einer Art Schwarzlicht-Theater zu sehen sind“, kündigt Overhamm an. Darüber hinaus können sich die Besucher auf Tänze, Musik und viele Aktionsstände einstellen.

Weitere Informationen:
-Das Kinder- und Jugendhilfezentrum Haus Maria Frieden, Bökenbuschstraße 7 in Langenberg, ist eine Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe mit differenziertem Angebot.
-Beim Sommerfest am Samstag, 8. August, von 13 bis 17 Uhr werden viele Aktionen geboten: Nagelbalken, Bücherstemmen, Erbsenschlagen, Fahrradrennen, Kerzenausschießen, Kirschkernweitsprucken, Bogenschießen, Schaumkuss-Wurfmaschine, Schwungtuch, Buttonmaschine, Kicker, Tanzaufführungen, Live-Musik, Präsentationen zum Motto „Mutig, mutig...beschweren erlaubt!“ und mehr.
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