Chemikalienfund in Nähe der Grundschulen

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Foto: Polizei
Velbert: Ansembourgallee |

Zu einem ungewöhnlichen Fund rückte die Feuerwehr am Samstag nach Neviges aus. Beim Graben im Garten hatte der Besitzer eines Hauses an der Ansembourgallee ein verschlossenes Glasfläschchen mit rund 100 Milliliter Inhalt entdeckt, das laut der noch erkennbaren Etikettierung Pikrinsäure enthalten sollte.

Die giftige Substanz wird in der Industrie als Färbemittel verwendet und fand sich noch bis vor einigen Jahren in vielen Schulen, da sie zum Beispiel beim Mikroskopieren zum Einfärben von Proben eingesetzt wurde. Ein Grund, warum Pikrinsäure dort nicht mehr zur Anwendung kommt, ist ihre unangenehme Eigenschaft, in eingetrockneter Form zum hitze- und schlagempfindlichen Sprengstoff zu werden. Ab einem gewissen Wassergehalt ist diese Gefahr aber gebannt.
Das aufgefundene Fläschchen enthielt indessen noch erkennbar Flüssigkeit. Ordnungsamt und Polizei wurden informiert und der Fachberater Chemie der Velberter Feuerwehr hinzugezogen. Nach Rücksprache mit ihm sowie mit einem Experten von TUIS, dem von der chemischen Industrie betriebenen Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungs-System, wurde das Glasfläschchen, um jegliches Risiko zu vermeiden, zunächst stoßsicher in einen mit Ölbindemittel gefüllten Eimer gebettet. Dieser wurde kurz nach Mittag samt Inhalt von einem Fahrzeug der Werkfeuerwehr Henkel zur fachgerechten Entsorgung abgeholt. Unklar ist, wie die Chemikalie, die sich vermutlich schon längere Zeit im Erdreich befand, in den Garten gelangte. Die Feuerwehr konnte ihren Einsatz um 14.10 Uhr beenden.
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