Die Sonneninsel verlassen

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Als Studentin hat Carmen Lorenzo Pérez in einem Strandkiosk gejobbt – und dabei ihre große Liebe kennengelernt. Ihrem heutigen Mann ist die Spanierin nach Deutschland gefolgt. 19 Jahre ist das jetzt her.

Inzwischen ist sie angekommen, fühlt sich in Deutschland zu Hause und will nicht wieder zurück auf die Sonneninsel, auf der viele Deutsche gerne ihren Urlaub verbringen. „Ich natürlich auch, vier Wochen pro Jahr“, sagt die 40-Jährige. Dann besucht sie gemeinsam mit ihrem Mann und den beiden Töchtern ihre Mama und andere Verwandte auf Gran Canaria.
Dass es einmal so kommen würde, hätte Lorenzo Pérez zunächst nicht gedacht. Als sie ihren späteren Mann zum ersten Mal im Kiosk bediente, ging ihr durch den Kopf: „Der sieht ja nett aus.“ Und wie es ihre Art ist, sprach sie ihn an. Schnell entwickelte sich aus einem Urlaubsflirt eine Fernbeziehung. Kommuniziert wurde zunächst auf Englisch, doch allen Schwierigkeiten zum Trotz hielt die Beziehung: 1996 packte die Spanierin ihre Koffer und zog ins kalte Deutschland – der Liebe wegen.
„Ich erinnere mich gut an den ersten Winter“, berichtet die 40-Jährige. „Da habe ich gleich mehrere Hosen übereinander angezogen, so sehr habe ich gefroren.“ Und auch die Deutschen erschienen ihr anfangs unterkühlt. „Die Menschen waren distanzierter als auf Gran Canaria, nicht so offen. Das habe ich persönlich genommen.“ Viele Tränen hat Lorenzo Pérez vergossen, aber eine Rückkehr nach Spanien war nie ein Thema. Und nach dem ersten Jahr wurde Lorenzo Pérez mit der deutschen Zurückhaltung langsam warm.

„Gleich 1996 habe ich bei der Modefirma Mango gearbeitet, später bei Zara.“ Das war gut, das hat sie vom Fernweh und der Sehnsucht nach Gran Canaria abgelenkt. „Und ich wusste: Wenn ich es hier nicht aushalte, kommt mein Mann mit mir nach Spanien.“ Inzwischen ist Deutschland ihre Heimat: Hier sind ihre Töchter geboren, hier hat die Familie ein Haus gekauft.
Und trotzdem: Auch heute noch vermisst sie die spanische Lebensfreude, die Spontaneität und Gelassenheit ihrer Landsleute – und natürlich ihre Familie. Dennoch ist sie angekommen. „Ich möchte hier bleiben, bei meinen Kindern und später vielleicht einmal Enkelkindern.“
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