Alarm zum Abschluss in der „Azubi-Geschäftsstelle“

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Die Azubis der Sparkasse Hilden, Ratingen, Velbert übernahmen Verantwortung und eröffneten in Neviges die „Azubi-Geschäftsstelle“. Jetzt zogen sie Bilanz. (Foto: Graf)
Finale mit Blaulicht: Vier Wochen lang hatten zehn Auszubildende der Sparkasse HRV - je fünf junge Damen und Herren im dritten Lehrjahr - eigenständig die Geschäftsstelle in Neviges geführt, viele Erfahrungen gesammelt und auch ungewöhnliche Momente erlebt.

So bewahrten die angehenden Banker eine Seniorin davor, durch den sogenannten „Enkeltrick“ um ihr Geld gebracht zu werden. Aufregung gab es schließlich noch einmal vor Beginn der Abschiedsfeier: Weil die Alarmanlage in der Filiale an der Elberfelder Straße aus bislang ungeklärter Ursache ausgelöst hatte, stand plötzlich ein Streifenwagen mit Blaulicht vor der Tür. Gemeinsam mit den Ordnungshütern konnte man aber schnell Entwarnung geben.
Das Konzept ist nicht neu - mehrmals schon haben Sparkassenlehrlinge im Endspurt ihrer Ausbildung eigenständig für einige Wochen eine Geschäftsstelle betrieben, berichtete Sparkassenvorstand Josef Stopfer. Die Idee dahinter: Die Azubis setzen das Gelernte in die Praxis um, arbeiten als Team zusammen und tragen gemeinsam Verantwortung. So übernahmen die Nachwuchsbanker sämtliche Aufgaben, die täglich in einer Sparkasse anfallen, von der Abwicklung des Zahlungsverkehrs bis zu Kundenberatung, während das Stammpersonal in anderen Filialen tätig oder in Urlaub war. Lediglich für Vorgänge wie Wertpapiergeschäfte, die die Azubis aus rechtlichen Gründen nicht tätigen durften, stand im Hintergrund Goran Jovanovic, Leiter des Kundengeschäftes Neviges und Tönisheide, bereit. Ihm übergaben die jungen Banker auch den Fall der alten Dame, die für den vermeintlichen Enkel in finanziellen Nöten ihr Konto räumen wollte.
Einige Monate hatten sich die Azubis auf ihren Einsatz vorbereitet, ein eigenes Marketingkonzept entwickelt, die Kundschaft unter anderem beim Nevigeser Feuerwehrfest und beim Bürgerfest auf Tönisheide mit Info-Ständen auf die Azubi-Geschäftsstelle hingewiesen: „Gerade ältere Kunden legen Wert auf ein bekanntes Gesicht“, erläuterte Jovanovic, warum man die Kundschaft frühzeitig in Kenntnis setzte und um Unterstützung warb. Sorgen bezüglich der Akzeptanz waren jedoch unbegründet: „Die Resonanz der Kunden war sehr positiv“, sagte Vorstand Josef Stopfer und wurde zum Beispiel von Vera Strathmann bestätigt, die regelmäßig die Filiale in Neviges aufsucht: „Das haben die jungen Leute ganz toll gemacht.“
Für die wiederum waren die vier Wochen eine Erfahrung, die sie nicht missen möchten: „Wir haben sehr, sehr viel gelernt“, meinte Angela Kruse. „Es war viel Arbeit, es war viel Verantwortung, aber die Erfahrungen dieser Zeit sind durch nichts zu ersetzen“, bestätigte ihre Kollege Sven Rogalla.
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