„Diese Ehrung ist ein Ansporn“

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Mit der Schlotschmetmedaille, der höchsten Auszeichnung der Stadt Heiligenhaus, zeichnete Bürgermeister Dr. Jan Heinisch Rolf Praast (rechts) für seine zehnjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Stadtarchiv aus. Foto: Bangert

Da staunte Rolf Praast: Plötzlich erschien der Bürgermeister mit einem Blumenstrauß und mehreren Pressevertretern im Gefolge im Stadtarchiv.

„Ich möchte mich für ihre zehnjährige ehrenamtliche Mitarbeit im Stadtarchiv bedanken.“ Dr. Jan Heinisch überreichte die Schlotschmetmedaille, die höchste Auszeichnung, die Heiligenhaus zu vergeben hat.

„Vor allem bei der gerade aktuellen Ausstellung zur NS-Zeit in Heiligenhaus wurde mal wieder klar, wie wichtig ihre Arbeit ist. Das Archiv ist eine Pflichtaufgabe der Stadt, die Ausstellungen hingegen nicht“, so der Bürgermeister, der prüfen lässt, ob diese Ausstellung wegen ihres großen Interesses als Druckwerk herausgebracht werden kann.
„Ich mache diese Arbeit gerne, und ich bleibe, so lange Hartmut Nolte hier Archivar ist und es meine Gesundheit mitmacht“, kündigt Rolf Praast an, den die Ehrung anspornt: „So etwas motiviert sehr.“

Stadtarchivar Nolte kümmert sich neben dem Heiligenhauser Archiv um das der Nachbarsradt Wülfrath, da ist er sehr froh über seinen Helfer, mit dem er sich auch menschlich gut versteht: „Er hält mir in vielen Dingen den Rücken frei.“
Über die Arbeit im Geschichtsverein Heiligenhaus kam Rolf Praast mit dem Stadtarchiv im Kontakt. „Als ich vor zehn Jahren in Rente ging, verstarb Alfred Maas, da bin ich für ihn eingesprungen. Viele halten mich für einen alten Heiligenhauser, dabei wohne ich erst seit 1960 hier. Einige Jahre zuvor bin ich aus der DDR gekommen, mit meinem letzten Geld habe ich den Flug von Berlin in den Westen bezahlt, acht Tage später hatte ich eine Arbeit, da war alles gut.“

41 Jahre war Rolf Praast bei der Gießerei Hitzbleck beschäftigt. „Der Anblick der jetzigen Ruine macht mich schon traurig, aber nun bin ich darüber weg. Vor allem bin ich mit dem Eintritt in die Rente nicht in ein tiefes Loch gefallen.“
Im Stadtarchiv hat der ehrenamtliche Helfer viele Aufgaben, unter anderem scannt er alte Fotos und Dias und beschreibt ganz genau, was und wer darauf ist. Daneben ist er mit der Kamera unterwegs und fotografiert Neubauten, von der Ausschachtung bis zur Fertigstellung. Mitunter begibt er sich gezielt auf die Suche nach historischen Bildern.
„Bei der Ausstellung über alte Fahrzeuge war ich bei den Spediteuren vor Ort, das war sehr interessant.“
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