„Faire Kämpfe sind mir die liebsten“

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Foto: Bangert

Als sie klein war, hat ihr Vater sie immer mit zu den Kämpfen beim Velberter Box-Club (VBC) genommen. Jetzt achtet Petra Heuer als Kampfrichterin noch genauer darauf, was im Ring passiert.

Seit Dezember ist sie lizenzierte Kampfrichterin und kann so in dem Sport, den sie so liebt, aktiv sein ohne „einen auf die Nase zu kriegen“. Und das alles kam durch einen Zufall: „Einige meiner Arbeitskollegen, die sich bereits beim VBC engagierten, sprachen mich an und meinten das eigentlich immer Ehrenamtler gesucht werden. So bin ich 2009 Schriftführerin beim VBC geworden“, erzählt die 51-Jährige.
Doch damit nicht genug: Im vergangenen Jahr nahm sie die Herausforderung an und ließ sich zur Kampfrichterin ausbilden. In mehreren Seminaren und bei einer abschließenden Prüfung musste sie ihr Wissen unter Beweis stellen. „Bei der Ausbildung geht es hauptsächlich darum, dass man im Regelwerk fit wird. Es steckt nämlich einiges mehr hinter dem Boxsport als Handschuhe an und drauf los kloppen.“
Da gibt es Wettkampfbestimmungen, die ein Richter beherrschen muss, ein Kampfrichter muss wissen, wie sich die Punkte zusammensetzen und vor allem wann ein Treffer zählt und wann nicht. „Die Treffer müssen von Kopf bis Gürtellinie sitzen, alles andere ist verboten und gibt keine Punkte“, stellt die Kampfrichterin klar.
Bisher saß Heuer als Punktrichterin außerhalb des Rings, doch früher oder später könnte auch sie mal als Ringrichter zwischen die Fäuste geraten. „Ein Neuling muss nicht unbedingt in den Ring. Da muss man auch körperlich präsent sein und sich Respekt verdienen, was am Anfang eher schwierig sein könnte. Ich kann für den Anfang meine Erfahrungen außerhalb des Rings am Delegiertentisch sammeln“, erzählt Heuer.
Dass der Job für eine Frau eher ungewöhnlich ist, streitet Heuer nicht ab. Doch sie räumt auch sofort mit sämtlichen Klischees auf: „Der Boxsport ist zwar eine Männer-Domäne, aber ich werde als Frau in keinster Weise benachteiligt. Man wird akzeptiert und gehört dazu, es ist eine tolle Gemeinschaft.“ Zudem habe der Frauen-Boxsport ja in den vergangenen Jahren auch an Beliebtheit gewonnen, sodass eine Frau als Richterin auch nicht mehr allzu exotisch sei.
„Es ist einfach ein toller Ausgleich zum Berufsleben. Vor allem reizt mich, dass ich hinter die Kulissen blicken kann und miterlebe, wie eine Veranstaltung und die Kämpfe auf die Beine gestellt werden.“ So sei am Boxsport und am Kampfrichter-Dasein jedoch auch vor allem die Aufregung besonders: „Jeder Kampf ist anders und immer aufs Neue aufregend. Am wichtigsten ist, dass alle Beteiligten die Fairness nicht vergessen. Das gilt für mich als Kampfrichterin und vor allem auch für die Boxer. Denn wenn fair gekämpft wird, macht der Sport unheimlich viel Spaß!“
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