Naturbelassene Lebensmittel direkt vom Erzeuger

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Aus dieser schönen Blüte wird schon bald eine leckere Zucchini.
 
Fenchel auf dem Feld.
Voerde (Niederrhein): Tinthof | Solidarische Landwirtschaft: "Wir nehmen den Lebensmitteln ihren Preis und geben ihnen ihren Wert zurück."

Unter diesem Motto hat sich am Niederrhein eine Solidarische Landwirtschaft gegründet. Der Verein „SoLaWi Niederrhein“ wird am Samstag, 18. Februar von 10 bis 14 Uhr sein Konzept im Rahmen eines Tages der Offenen Tür auf dem Tinthof, Weseler Str. 7 in Voerde-Spellen allen Interessierten vorstellen.

Die SoLaWi wird landwirtschaftliche Produkte durch eigens angestellte Gemüsegärtner anbauen und damit einen Beitrag zur ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit leisten. Am Tag der Offenen Tür können Ernteanteile gezeichnet werden. Im Wirtschaftsjahr 3/2017 bis 2/2018 betragen die monatlichen Kosten für einen ganzen Anteil 75 € (halber Anteil 40 €). VerbraucherInnen, die an regional erzeugten landwirtschaftlichen Produkten interessiert sind, bekommen durch die Zeichnung von Ernteanteilen die Möglichkeit, naturbelassene Lebensmittel direkt vom Erzeuger zu beziehen.

Der Verein „SoLaWi Niederrhein“ pachtet eine Fläche von einem Hektar vom Tinthof in Voerde-Spellen, der nach Demeter-Richtlinien produziert, um vielfältige Sorten Gemüse anzubauen. Die Ernte kommt allen AnteilszeichnerInnen zugute, die sich dann während eines ganzen Wirtschaftsjahres direkt mit saisonalen Gemüsen, Salaten, Kräutern versorgen können.

Hierzu Rainer Kursch, Vorstandsmitglied des Vereins: „Durch das Konzept einer solidarischen Landwirtschaft setzen wir ein Gegengewicht zu den oft nicht nachvollziehbaren Anbaumethoden und den langen Transportwegen. Gerade diese verschlechtern die Ökobilanz selbst von biologisch angebauten Produkten. Das Prinzip „Direkt vom Erzeuger auf den Tisch“ wird hier in einzigartiger Weise verwirklicht.“

In einer SoLaWi zahlt man nicht für das Kilo Möhren oder das Bund Petersilie. Gemeinsam finanziert die SoLaWi Anbau, Ernte und Verteilung der Produkte. Dafür erhält jedes SoLaWi-Mitglied einen Ernteanteil. „Anders als im Bioladen oder Supermarkt ist die Produktpalette saisonal begrenzt. Im Sommer gibt es nahezu alles, im Winter ist das Angebot weniger bunt. LandwirtIn und GärtnerIn wissen, für wen sie produzieren. Die Gemeinschaft gibt Planungssicherheit und ein gesichertes Einkommen“, erklärt Nicole Weber F. Santos, Mitglied der neugegründeten SoLaWi. „Die Mitglieder werden in die Gestaltung der Landwirtschaft eingebunden und können auch selbst aktiv werden. So sichern wir gemeinsam eine regionale, vielfaltige, und kleinbäuerliche Landwirtschaft, die für Transparenz und ökologische sowie ökonomische Nachhaltigkeit steht. Fair für GärtnerIn, LandwirtIn, Boden, Umwelt und VerbraucherIn.“

Hintergründe: Solidarische Landwirtschaft (kurz SoLaWi) bedeutet: Ein Kreis von VerbraucherInnen schließt sich lokal mit einem landwirtschaftlichen Betrieb oder einer Gärtnerei zusammen, finanziert die Jahreskosten der Lebensmittelproduktion und sichert sich damit die Eigenversorgung mit nachhaltig und hochwertig erzeugten Lebensmitteln.

Die Anteile sind zunächst auf 80 kontingentiert, aber der Verein ist bereits in der Gründungsphase auf vielfältige Resonanz gestoßen, sodass eine Ausweitung der Anbauflächen und die Zusammenarbeit mit weiteren Landwirten aus der Region sondiert wird.
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