Kleine Stadt - große Hilfe: Rund 300 Asylbewerber leben in Waltrop

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Michael Riethmann, Lina Welzel, Christiane Bröcker, Bürgermeisterin Nicole Moenikes und Gottfried Oelenberg informierten die interessierten Bürgerinnen und Bürger über die Flüchtlingssituation in Waltrop.

„Flüchtlinge willkommen“, so heißt es nicht nur in allen Erstaufnahmezentren Deutschlands, sondern auch in Waltrop - und auch hier reißt die Zahl der Hilfesuchenden nicht ab. Mittlerweile leben etwa 300 Asylbewerber in Waltrop. Die vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten sind schon weitgehend ausgelastet.

Bevor die Nachbarn der neuen Unterkunft am Stutenteich, dem ehemaligen Gesundheitsamt, wie geplant vor dem Einzug der Flüchtlinge unterrichtet werden konnten, zogen schon 40 Menschen ein. Jetzt standen die Verantwortlichen der Stadt Waltrop bei einem Infoabend im Haus der Begegnung den unmittelbaren Nachbarn Rede und Antwort, allen voran Bürgermeisterin Nicole Moenikes und ihr Vertreter Gottfried Oelenberg.

Intensiv betraut mit allen Belangen der Flüchtlinge in der Stadtverwaltung sind Christiane Bröcker, Michael Riethmann und Lina Welzel. Ihre Ausführungen stießen auf großes Interesse bei den zahlreich erschienenen Zuhörern. Sie beantworteten dutzende Fragen nach den persönlichen Hintergründen der Flüchtlinge, deren Unterkünften und der Finanzierung.

„Zurzeit leben in Waltrop circa 300 Asylbewerber aus 30 Nationen, vorrangig aus Syrien, aber auch aus Afrika, Afghanistan, den Balkanstaaten und anderen Ländern. Die Anzahl von Familien und Einzelpersonen hält sich ungefähr die Waage“, erläuterte Christiane Bröcker. Die Unterbringungsmöglichkeiten seien weitgehend ausgeschöpft, daher benötige man dringend die Hilfe privater Vermieter, zumal Waltrop auf jeden Fall eine dezentrale Unterbringung der Asylbewerber bevorzuge.

Die Kinder der Flüchtlinge besuchen Kindergärten - soweit freie Plätze vorhanden seien - und Schulen in Waltrop. Schüler weitergehender Schulen werden in Recklinghausen unterrichtet. Es gibt ein großes Angebot an Sprachkursen, oftmals ehrenamtlich von ehemaligen Lehrern organisiert, die intensiv und mit großem Erfolg genutzt werden.

Bürgermeister Nicole Moenikes lobte das außerordentlich große ehrenamtliche Hilfsangebot der Waltroper und übergab dann das Mikrophon an Wolfram Simon, der seit drei Jahren die ehrenamtliche Hilfe für Flüchtlinge koordiniert und so gezielt die vielen Fragen der zahlreichen Anwesenden, die selbst Hilfe leisten oder spenden wollen, beantworten konnte. Er hob besonders die neu entstandene Kleiderkammer am Waldstadion hervor, berichtete über die Fahrradsammlung für Flüchtlinge in St. Marien und die Wichtigkeit des „Ladens“.

Bei aller Hilfsbereitschaft war es allen Verantwortlichen wichtig, zu betonen, dass Flüchtlinge nicht besser gestellt werden sollen, als andere Hilfesuchende in Waltrop. „Wo Not herrscht, ist Not“, betonte Wolfgang Simon. „Daher kann die Kleiderkammer selbstverständlich auch von Waltropern genutzt werden, die im ‚Laden‘ einkaufen.“

Wohin mit den Spenden?

Hausrat und Kinderkleidung nimmt „Der Laden“, Dortmunder Straße 130, an. Infos: 02309/91414. Ausgabe: 14. Oktober 15.30 bis 17 Uhr, 15. Oktober 9 bis 10 Uhr, 18. November 15.30 bis 17 Uhr, 19. November 9 bis 10 Uhr, 16. Dezember 15.30 bis 17 Uhr, 17. Dezember 9 bis 10 Uhr.

Kleiderkammer der Flüchtlingshilfe Waltrop, Waldstadion. Infos: menscheninwaltropwillkommen@web.de. Abgabezeiten: montags und donnerstags von 12 bis 14 Uhr sowie samstags von 14 bis 16 Uhr; Öffnungszeiten: dienstags von 12 bis 14 Uhr und freitags von 17 bis 19 Uhr.

Hausrat und Kleidung nimmt die Umweltwerkstatt Datteln/Diakoniekaufhaus Datteln, Südring 280, entgegen. Öffnungszeiten/Abgabe: montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr.

Fahrräder werden im Pfarrbüro St. Marien angenommen. Infos: 02309/91416.

Wer Ehrenamtler werden oder Geld spenden möchte, wendet sich an die Gemeidecaritas Waltrop, Tel. 02309/957045.
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