Vorschulkinder bauen Nistkästen in der Gartenstadt Waltrop

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Spass hatten die Kinder beim leimen, schrauben und hämmern. Foto: Krusebild
 
Spass hatten die Kinder beim leimen, schrauben und hämmern. Foto: Krusebild

Schon in wenigen Tagen beginnt in der Vogelwelt „der Run“ auf freie Nistplätze. Denn in unserer Landschaft sind die natürlichen Brutmöglichkeiten für unsere heimischen Singvögel sehr eingeschränkt. Natürliche Baumhöhlen gibt es so gut wie keine mehr und die glatten, bis in die Dachsparren verputzen Häuser bieten unseren gefiederten Freunden ebenfalls keine Möglichkeit, ihrem Nachwuchs ein artgerechtes Kinderzimmer einzurichten.

Aber da gibt es ja noch die Waltroper Vorschulkinder von „Ketteler“ und „Hand in Hand“. Sie zimmern seit rund zwölf Jahren Ausgangs des Winters bis zu 50 Nisthilfen für Höhlenbrüter, so die fachlich korrekte Bezeichnung der als Meisenkästen bekannten Vogelhäuschen.

Vier Tage lang dauerte die diesjährige Bauaktion. Der Kleingärtnerverein Gartenstadt Waltrop stellte Material und Werkstatt zur Verfügung. Vier Gartenstädter, federführend Wilfried Krüger, Rainer Schmidt, Reinhard Brandhorst und Klaus Behre, sorgten für einen erfolgreichen Ablauf. Bereits im Dezember letzten Jahres hatte Wilfried Krüger die Bausätze maßgerecht vorbereitet.

Bevor die kleinen Zimmerleute die schweren Hämmer in die kleinen Hände nahmen, wurden die jungen Gäste mit Kuchen, Schaumküssen und Limonade gestärkt. Diesen gastronomischen Part des Tages übernehmen seit eh und je

Tilla Schmidt, Renate Krüger und Christa Dahm.
Mit einer kurzen Erläuterung zur großen Bedeutung der Vogelkinder-Zimmer und einem Video aus seinem Inneren während der Brutperiode eines Meisenpärchens ging es dann ans Werk. Selber machen war angesagt. Die Hilfe der Gartenstädter beschränkte sich möglichst nur auf das Fixieren der Brettchen. Die Mädchen und Jungen können richtig stolz auf ihr Werk sein, bringen sie doch etwas richtig großes mit nach Hause, das „in echt und wirklich“ gebraucht wird.

Nicht ganz so spektakulär, dennoch für die Natur nicht weniger wichtig ist die Förderung der solitär lebenden Wildbienen. In unserer industriellen Land- und Forstwirtschaft sind die natürlichen Lebensräume auch dieser so nützlichen Insekten stark eingeschränkt. Totholz, Trockenhalme, Reisig- und Steinhaufen werden in der Regel beseitigt oder stark eingeschränkt, selbst wenn sie optisch nicht stören. Darum haben „künstliche“ Insektennisthilfen große Bedeutung für den Erhalt der Arten.

Die Kindergartenkinder helfen auch hier jedes Jahr durch Umfunktionieren von 15 cm dicken Baumscheiben in schmucke Insektenhotels: Sie bohren möglichst viele, unterschiedlich große Löcher in den Holzklötze. Die werden dann einfach an einer sonnigen, wind- und regengeschützte Stelle angebracht. Gute Plätze sind zum Beispiel an der Gartenlaube, Pergola oder einer Mauer, im Garten natürlich aber auch am Balkon bis hinauf in den dritten oder vierten Stock.
Der Wert dieser absolut harmlosen Insekten wird erst jetzt allmählich erkannt und auch im Erwerbsobstbau wird der biologische Nutzen von Woll-, Hosen- oder Sandbiene inzwischen geschätzt. Schließlich fliegt jeder dieser Bienen bis zu 5000 Blüten täglich an, und das schon bei 5 Grad und auch bei bedecktem Himmel. Da halten sich die Honigbienen in den Bienenhäusern noch mit Flügelschlagen warm: Sie trauen sich frühestens bei 10 Grad raus.

(Text: KGV Gartenstadt Waltrop)
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Gertrud Gottschalk aus Datteln | 10.04.2015 | 08:11  
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