SGW: Rabenschwarzer Samstag

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Trainer Farat Toku musste eine bittere Niederlage mit ansehen. FOTO: Peter Mohr
Es gibt Tage, an denen geht (fast) alles schief. Einen solch rabenschwarzen Samstag erwischte Regionalligist Wattenscheid 09 und unterlag dem Spitzenreiter Viktoria Köln im Lohrheidestadion mit 1:5 (0:4).

Es waren schon keine guten Vorzeichen, unter denen die Hausherren in die Partie gingen. Felix Clever musste mit starken Knieproblemen ebenso passen wie Top-Goalgetter Daniel Keita-Ruel. Und mit Jonas Erwig-Drüppel steht ein weiterer Leistungsträger schon seit einigen Wochen nicht mehr zur Verfügung. In der Summe waren es zu viele Ausfälle, um dem Tabellenführer Paroli bieten zu können. Dass zudem noch dicke individuelle Patzer hinzu kamen, komplettierte das Bild vom rabenschwarzen Samstag. Bereits in der 7. Minute musste Keeper Edin Sancaktar gleich dreimal parieren, um einen Rückstand zu verhindern. Drei Minuten später war er machtlos, als Manuel Glowacz an der rechten Eckfahne das Leder nicht energisch klärte und der starke Golley die Domstädter in Führung brachte. Wenig später bot sich den Hausherren im Anschluss an einen Glowacz-Freistoß durch Demir Tumbul eine gute Chance, doch es blieb die einzige Tormöglichkeit im ersten Durchgang.

Platzverweis nach 17 Minuten
In der 17. Minute dann die Schlüsselszene der Partie. Schlussmann Edin Sancaktar produzierte 30 Meter vor seinem Tor eine „Kerze“ und brachte dadurch den zuvor bereits verwarnten Angelo Langer in eine prekäre Situation. Der Linksfuß zog seinen Gegenspieler zu Boden – die logische Folge war die Ampelkarte. Dann ging es Schlag auf Schlag – Wunderlich und Golley erhöhten auf 3:0, einmal mit freundlicher Unterstützung von Haymenn Traoré. Noch vor dem Seitenwechsel erzielte Wunderlich (diesmal auf Vorarbeit von Golley) das 4:0.
„Durch die gelb-rote Karte war das Spiel früh entschieden. Aber wir sind diesmal auch insgesamt nicht gut ins Spiel gekommen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann kämpferisch gut dagegen gehalten“, so Farat Toku, der direkt nach Wiederbeginn den fünften Treffer der Viktoria mitansehen musste. Nach einem Freistoß von Wunderlich und einer Kopfballablage traf Defensivspieler Nottbeck per Kopf.
Nach einem Freistoß von Manuel Glowacz bekam Kölns Schlussmann Kühn in der 67. Minute auch noch die Möglichkeit, sich auszuzeichnen. Erst wehrte er den Glowacz-Schuss ab und dann auch noch den Nachschuss von Demir Tumbul. Beim dritten Versuch von Alex Tanidis stand ein Abwehrbein auf der Torlinie im Weg.
In der Schlussphase wurden die wacker kämpfenden, aber in Unterzahl hoffnungslos unterlegenen Hausherren doch noch belohnt. Nach einem Foul an Nils Hönicke zeigte Schiedsrichter Stegemann auf den „Punkt“, und Nico Buckmaier markierte den Ehrentreffer.
„Wir waren sehr gut auf Wattenscheid vorbereitet, und ich bin hoch zufrieden“, meinte Viktoria-Coach Marco Antwerpen, der auch noch aufmunternde Worte an Farat Toku und das Team richtete: „Ihr müsst euch jetzt einmal schütteln und weiter machen. Ich habe schon viele starke Spiele von euch gesehen und wünsche euch viel Glück für euer Saisonziel, das Erreichen des DFB-Pokals.“
Für Farat Toku, der am Donnerstag 37 Jahre alt wurde, und seinen „Co“ Tim Krickhahn, der am Samstag Geburtstag feierte und sich vor dem Spiel sehr zuversichtlich zeigte, gab es kein „Punkte-Präsent“ auf dem Gabentisch. Nach sechs Siegen in Folge ist die Heimserie gerissen – gegen den künftigen Meister der Regionalliga West sicher keine Schande.

Sancaktar, Traoré, Tanidis, Schneider, Langer, Tietz, Tumbul, Canbulut (62. Hönicke), Glowacz (79. Stevanovic), Buckmaier, Demircan (46. Jakubowski)

Tore: 0:1 Golley (10.), 0:2 Wunderlich (24.), 0:3 Golley (29.), 0:4 Wunderlich (41.), 0:5 Nottbeck (53.), 1:5 Buckmaier (89.)

Zuschauer: 847

Gelbe Karte: Langer (13.)
Gelb-Rote Karte: Langer (17.)

Mehr Fotos aus dem Lohrheidestadion in unserer Bildergalerie http://www.lokalkompass.de/wattenscheid/sport/eind...
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