Peter Mohr

Beiträge zum Thema Peter Mohr

Kultur

Jakob Augsteins Romandebüt „Strömung“
Schwimmen in Montauk

In Montauk geht es nicht weiter. Nur zurück oder hinaus aufs Meer. An jenem magischen Ort, das östlichste Dorf auf Long Island, das seit Max Frischs autobiografischer Erzählung auch fest in der Literaturgeschichte verankert ist, lässt Jakob Augstein seinen Romanerstling „Strömung“ enden. Der 54-jährige Augstein, Miteigentümer des Spiegel-Verlags, Verleger und Chefredakteur der linken Wochenzeitung „Freitag“, gehört zu den schillerndsten Figuren in der deutschen Medienlandschaft. Er wuchs als...

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  • 17.01.22
Kultur

Zum Tod des Multitalents Herbert Achternbusch
Er wollte noch fliegen lernen

"Mein Vater war sehr leger und trank gern, er war ein Spaßvogel. Kaum auf der Welt, suchten mich Schulen, Krankenhäuser und alles Mögliche heim. Ich leistete meine Zeit ab und bestand auf meiner Freizeit. Ich schrieb Bücher, bis mich das Sitzen schmerzte. Dann machte ich Filme, weil ich mich bewegen wollte. Die Kinder, die ich habe, fangen wieder von vorne an. Grüß Gott!" Mit diesen typischen, schelmisch-provokanten Sätzen hat Herbert Achternbusch vor einigen Jahren sein eigenes Leben...

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  • 13.01.22
Kultur

Vor 125 Jahren wurde Carl Zuckmayer geboren
Des Teufels General und der falsche Hauptmann

„Des Teufels General“ und der „Hauptmann von Köpenick“ gehörten über lange Zeit für viele Gymnasiasten zum Unterrichtsstoff und waren Evergreens auf den deutschsprachigen Theaterbühnen. Die große Zeit des Dramatikers und Erzählers Carl Zuckmayer scheint vorbei zu sein, seine Stücke stehen nur noch vereinzelt auf den Spielplänen, seine Bücher werden kaum noch nachgefragt. Warum? Kommt der Schriftsteller Zuckmayer heute zu volkstümlich, zu wenig intellektuell daher? „Ich glaube nicht an Hass als...

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  • 21.12.21
Kultur

Marieke Lucas Rijnevelds zweiter Roman
Weil ich der Teufel bin

Dieser Roman ist ausgesprochen mutig, er ist beklemmend und im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Er schickt den Leser auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle und lässt ihn am Ende tief erschüttert zurück. Die 30-jährige niederländische Autorin Marieke Lucas Rijneveld, die für ihren halb autobiografischen Erstling (dt.: „Was man sät“) gemeinsam mit der Übersetzerin Michele Hutchison 2020 mit dem International Booker Prize ausgezeichnet worden ist, hat sich in ihrem zweiten Roman auf...

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  • 21.12.21
Kultur

Fernando Aramburus neuer verspielter Roman
Sammler von Glücksmomenten

Das ist alles andere als ein vielversprechender Romaneinstieg, wenn man zu Beginn liest: „Noch auf Höhe des Jadebusens hatte Clara einen ihrer Anfälle von Morgendepression bekommen. Morgens praktiziert Clara Niedergeschlagenheit, wie andere eine Joggingrunde.“ Diese etwas zäh und wenig erfreulich startende Reise eines Ehepaares, das Norddeutschland erkunden will, um Eindrücke für ein Buchprojekt zu sammeln, wird mit zunehmender Dauer unterhaltsamer und der Roman immer vielschichtiger. Fernando...

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  • 09.12.21
Kultur

Elizabeth Strouts Roman „Oh William“
Im Kern ein Geheimnis

Es gibt handlungsarme Romane, in denen nicht viel geschieht, die aber dennoch fesseln, weil sie den Leser auf der emotionalen Ebene gefangen nehmen. Dies ist auch die große Kunst der 65-jährigen Amerikanerin Elizabeth Strout, die schon für ihren 1998 erschienenen Erstling „Amy und Isabelle“ preisgekrönt wurde, die später viele Jahre als Dozentin für kreatives Schreiben tätig war und 2009 für ihren Roman „Olive Kitteridge“ (deutsch: „Mit Blick aufs Meer“) den Pulitzer-Preis erhalten hat. Der...

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  • 30.11.21
Kultur

Emine Sevgi Özdamars opulenter Roman „Ein von Schatten begrenzter Raum“
Suche nach Heimat in der Fremde

Die Autofiktion, diese kaum klar zu definierende Mischung aus Autobiografie und Fiktion, hat in dieser Buchsaison Hochkonjunktur bei Autoren und Autorinnen unterschiedlichen Alters und Provenienz. Julia Franck (51) hat sich mit ihrer beschwerlichen Jugend auseinander gesetzt, Hanns-Josef Ortheil (70) beschrieb, wie er sich nach einer schweren Herzoperation wieder zurück ins Leben gekämpft hat, und Emine Sevgi Özdamar legt mit ihrem ebenso opulenten wie ausschweifenden Band ihr gesamtes Leben...

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  • 16.11.21
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Kultur

Bernhard Schlinks Roman „Die Enkelin“
Der verständnisvolle Kaspar

Der inzwischen 77-jährige Bernhard Schlink hält in seinem neuen Roman mehr als dreißig Jahre nach dem Mauerfall ein leidenschaftliches Plädoyer für ein verständnisvolles, vorurteilsfreies Miteinander. „Versöhnen, nicht spalten“, lautete einst die Losung des Ex-Bundespräsidenten Johannes Rau. Und auf einen Rund-um-Versöhnungskurs schickt Schlink auch den männlichen Protagonisten seines Romans, den Buchhändler Kaspar. Irgendwie schafft es dieser Autor immer wieder, aktuelle, kontrovers...

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  • 28.10.21
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Kultur

Henning Ahrens' Roman „Mitgift“
Zwischen Hass und Liebe

„Es gibt eine gewisse Diskrepanz zwischen dieser Welt, aus der ich stamme, und der Welt, in der ich mich jetzt bewege, als Autor, Übersetzer und so weiter“, erklärte der 57-jährige Schriftsteller Henning Ahrens, der als Romancier, Essayist und Übersetzer reüssierte, über seine Herkunft. Ahrens wuchs auf einem Bauernhof im niedersächsischen Klein Ilsede auf, studierte in Kiel, London und Göttingen, promovierte über den walisischen Dichter John Cowper Powys und lebt heute in Frankfurt. Dies alles...

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  • 07.10.21
Kultur

Sigrid Nunez' vorzüglicher, empathischer Roman „Was fehlt dir“
Traurig und glücklich

„Wenn die Leute fragen, warum ich mich so hingezogen fühle zum Thema Sterblichkeit, dann will ich immer antworten, dass es doch eher so ist, dass die Sterblichkeit mich zu sich heranzieht“, erklärte die kürzlich 70 Jahre alt gewordene amerikanische Autorin Sigrid Nunez, die erst 2018 mit ihrem später mit dem National Book Award ausgezeichneten Roman „Der Freund“ den literarischen Durchbruch geschafft hatte. Nunez, die äußerst lesenswerte semi-fiktive Bücher über Virgina Woolf und Susan Sontag...

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  • 03.08.21
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Sport
Farat Toku: Immer engagiert an der Seitenlinie. Foto: Peter Mohr

Interview mit Ex-09-Coach Farat Toku über Corona-Zeit und Fußballlehrer-Ausbildung
Einfach Menschen umarmen

Seit mehr als zwanzig Jahren ist Farat Toku mit der SG Wattenscheid 09 verbunden. Zu Beginn der 2000er Jahre kam er erstmals als Spieler zur Lohrheide, kehrte dann unter Trainer "Putsche" Helmig erneut zurück (Mitspieler war damals BVB-Trainer Edin Terzic) und war später mehr als vier Jahre - in einer turbulenten Zeit - Trainer bei den 09ern. Nun hat der inzwischen 41-Jährige seine Ausbildung zum Fußballlehrer abgeschlossen. Im Gespräch mit dem Stadtspiegel stand er Rede und Antwort. Erst...

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  • 15.05.21
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Sport
Christian Britscho: Das Kribbeln wurde von Tag zu Tag intensiver. Foto: Peter Mohr

SGW: Interview mit Trainer Christian Britscho vor dem Saisonstart
Junge Pferde wollen rennen

Am Sonntag startet die SGW mit einem Auswärtsspiel bei Westfalia Rhynern in die neue Saison. Trainer Christian Britscho stand im Stadtspiegel-Interview Rede und Antwort. Was waren die besonderen Schwierigkeiten unter den Corona-Einschränkungen in der Saisonvorbereitung? Mich hat gestört, dass keine vernünftige Belastungssteuerung möglich war, da stets nur vier Spieler gewechselt werden durften. Spielpraxis sammeln und Regenerationspausen waren kaum möglich. Da hätte ich mir etwas mehr...

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  • 04.09.20
Politik

Kommentar zum August-Bebel-Platz
Kompromiss erwünscht

Es ist oft sehr kompliziert, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen. So stellt sich momentan auch die "verfahrene" Lage um die Neugestaltung des August-Bebel-Platzes dar. Größtmögliche Einigkeit besteht darüber, dass der Platz in seinem heutigen Erscheinungsbild nicht nur städtebaulich nicht mehr "up to date" ist, sondern im Laufe der Jahre eine Art Schandfleck wurde. Weitestgehend unstrittig ist, dass weniger Autos und mehr Grün die Lebensqualität steigern würden und die Qualität als...

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  • 03.01.20
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Sport
Schiedsrichter Claas Steenebrügge vom FC Neuruhrort. Foto: privat

Interview mit Schiedsrichter Claas Steenebrügge über verändertes Klima und Videobeweis
Gewalt geht gar nicht

Claas Steenebrügge (39) ist seit 24 Jahren als Schiedsrichter aktiv, leitete Spiele bis zur 3. Liga. Heute ist er als Referee in der Westfalenliga und als Assistent in der Regionalliga auf dem Platz. Im Stadtspiegel-Interview gibt der Polizeibeamte, der Mitglied im FC Neuruhrort ist, Auskunft über seine Rolle als Schiedsrichter, über veränderte Umgangsformen und auch zum Thema Videobeweis im Profifußball. In den letzten Monaten gab es immer wieder Berichte über zunehmende Gewalt auf...

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  • 27.11.19
Sport

Kommentar zum Neustart der SG Wattenscheid 09
Alles auf die Waage

Bestandsaufnahme ist in diesen Tagen bei den neuen Verantwortlichen der SG Wattenscheid 09 angesagt. Der momentane Handlungs- und Gestaltungsspielraum ist noch ziemlich klein, da die Insolvenzverwalterin noch immer an den wichtigsten "Strippen" zieht. Etliche Baustellen gilt es zu beseitigen. Eine vernünftige Lösung für die künftige Spielstätte muss gefunden werden. Und da eine solide Finanzplanung über allem stehen sollte, darf auch das Thema Lohrheidestadion kein Tabu sein. Ja, ein Rückzug...

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  • 18.11.19
Sport
Bleibt das Lohrheidestadion die Spielstätte der SGW? Foto: Peter Mohr
3 Bilder

Stadtspiegel-Interview mit den neuen SGW-Vorständen Christian Fischer und Christian Pozo
Alles muss auf den Prüfstand

Sie haben eine Herkulesaufgabe zu bewältigen. Die neuen SGW-Vorstände Christian Fischer und Christian Pozo y Tamayo wollen das leckgeschlagene SGW-Schiff wieder auf Kurs bringen. Im Stadtspiegel-Interview gaben sie Auskunft. Es gibt angenehmere und ganz sicher auch einfachere Aufgaben, als einen Traditionsverein zu übernehmen, der haarscharf vor der Auflösung stand. Wie zeitintensiv ist es momentan, sich einen vernünftigen Einblick ins „Kassenleben“ des Vereins zu verschaffen? Fischer: Den...

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  • 15.11.19
Sport
Güngör Kaya erzielte gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf beim 3:0-Erfolg den vorerst letzten SGW-Regionalligatreffer. Foto: Peter Mohr

Interview mit Güngör Kaya: Vielleicht im Sommer wieder dabei
Ehre, für 09 zu spielen

Güngör Kaya kam im Sommer zum zweiten Mal an die Lohrheide. Der Stürmer hat insgesamt 67 Spiele für die SGW bestritten und dabei 25 Tore erzielt. Im Stadtspiegel-Interview gibt "Günni" Auskunft über seine Zeit bei Wattenscheid 09 und blickt auch voraus. Jetzt sind knapp drei Wochen seit dem Rückzug des Regionaligateams der SGW vergangen. Wie habt ihr davon erfahren? Es war ja lange im Raum, dass so etwas passieren kann. Die Commandeurin (Anmerkung: gemeint ist Insolvenzverwalterin Anja...

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  • 08.11.19
Sport

Kommentar zum 9. November 1989
Geschichte geschrieben

Der  9. November ist in vielerlei Hinsicht ein "historischer Tag". Vor dreißig Jahren fiel nicht nur die Berliner Mauer, sondern die Kicker der SG Wattenscheid 09 schrieben zwei Tage später auch "Fußball-Geschichte". Hertha BSC hatte alle Bürger aus dem Ostteil der Stadt und alle Brandenburger und überhaupt alle DDR-Bürger zum kostenlosen Eintritt ins Olympiastadion eingeladen. Und Gast war am 11. November 1989 zum damaligen Zweitliga-Gipfeltreffen die SG Wattenscheid 09. Trainer Hannes...

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  • 08.11.19
Sport

Kommentar zur Lage bei der SG Wattenscheid 09
Chance auf Neuanfang?

Das Regionalligateam der SG Wattenscheid 09 ist seit Freitag kurz vor 17 Uhr Geschichte. Juristisch abgewickelt, Opfer von gigantischer Misswirtschaft und nicht eingehaltener Versprechungen. Kaum sind die Abschiedstränen der Hardcore-Fans getrocknet, die sich am Samstag zum letzten Tête-à-Tête mit Trainer und Team getroffen hatten, da wird in den einschlägigen Internet-Gruppen beinahe euphorisch die Chance auf einen sogenannten Neuanfang gefeiert. Selbstverständlich wird demnächst alles besser,...

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  • 29.10.19
Sport
Farat Toku gab im Gespräch mit Peter Mohr Auskunft. Foto: Susanne Mohr

Stadtspiegel-Interview mit SGW-Trainer Farat Toku
Die Jungs fehlen mir

Als am letzten Freitag der Antrag auf Wiederaufnahme des Spielbetriebs vom Verband abgelehnt wurde, war dies der letzte Akt im Drama um die SG Wattenscheid 09. Die Fans nahmen am Samstag emotionsreich Abschied von Trainer und Team. Farat Toku stand im Interview Rede und Antwort. Wenn du die letzte Woche Revue passieren lässt, hast du bist zur letzten Sekunde am Freitag noch an einen positiven Ausgang geglaubt? Ich bin generell ein positiv denkender Mensch. Auf Sachen, die ich nicht beeinflussen...

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  • 29.10.19
Sport

Kommentar zur Lage bei der SG Wattenscheid 09
Verdammt lange Zeit

Das wird am Samstag ganz gewiss ein komischer Tag für mich. Wenn ich ins Auto steige und Richtung Lohrheidestadion steuere, dann kommt das einer Fahrt ins Ungewisse gleich. Es wird eine diffuse emotionale Gemengelage zwischen Enttäuschung, Wut und Trauer sein, wenn ich am Samstag tatsächlich zum letzten Mal zu einem Meisterschaftsspiel der SG Wattenscheid 09 das Lohrheidestadion betrete.  Wird mich noch eine klitzekleine Resthoffnung begleiten? Ganz nach dem Motto: Zuletzt stirbt die Hoffnung....

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  • 18.10.19
Politik

Kommentar: Ein Rat fürs Rad

Ja, es ist absolut löblich, dass sich die Kommunen dazu durchringen, mehr Geld in vernünftig nutzbare Radwege zu investieren. Ziel dieser Bestrebungen soll es bekanntlich sein, mehr Mitbürger zu animieren, Kurzstrecken auf dem Rad anstatt mit dem Auto zurück zulegen. Das ist für die eigene Gesundheit mindestens ebenso förderlich wie für die Umwelt. Aber mit den Radwegen verhält es sich leider so wie mit vielen anderen Dingen im Leben: Gut gemeint, ist nicht immer gut gemacht. Ob man mit dieser...

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  • 25.09.19
Ratgeber

Kommentar: Was heißt denn früher?

Wie oft musste ich mich zurückhalten, um nicht loszupoltern, wenn ich vor etlichen Jahren den Satz "Früher war alles besser" gehört habe? Ja, der häufige Gebrauch der Vokabel "früher" war für mich ein untrügliches Indiz dafür, dass ich es mit alten Menschen zu tun hatte. Und heute? Gehöre ich selbst zum "älteren" Eisen und reagiere inzwischen viel gelassener, wenn ich von "früher" erzählt bekomme. Die einen nennen es Altersmilde, die anderen Gelassenheit. Es liegt bei mir eher daran, dass ich...

  • Wattenscheid
  • 20.09.19
  • 2
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