Seltene Ehrung: Paracelsus-Medaille für Professor Friedrich-Wilhelm Kolkmann

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Professor Friedrich-Wilhelm Kolkmann (Foto: privat)

Der langjährige Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg und heutige Ehrenpräsident wurde heute beim Deutschen Ärztetag in Hamburg mit der höchsten Auszeichnung der Bundesärztekammer geehrt. Der gebürtige Sterkrader ist in Nürtingen heimisch und derzeit als Praxisvertreter in Wesel tätig.

Anfang 2014 arbeitete Kolkmann einige Wochen vertretungsweise in einer Praxis für Pathologie in Wesel und blieb dort anschließend "weil es mir gut gefiel". Kolkmanns Eltern stammen aus Alpen und Issum.

In der Laudatio heißt es: "Die deutschen Ärztinnen und Ärzte ehren in Prof. Dr. med. habil. Friedrich-Wilhelm Kolkmann einen Arzt, der sich während seines ganzen Berufslebens für die Qualitätssicherung und das Qualitätsmanagement in der Medizin eingesetzt hat."

Friedrich-Wilhelm Kolkmann wurde am 30. August 1936 in Oberhausen-Sterkrade geboren. Nach seinem Abitur am staatlichen Gymnasium in Oberhausen 1956 studierte er zunächst zwei Semester evangelische Theologie in Wuppertal und Göttingen und schrieb sich dann in Göttingen für das Medizinstudium ein. In Kiel legte er 1963 das medizinische Staatsexamen ab, im gleichen Jahr wurde er zum Dr. med. promoviert.

Von 1992 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2003 arbeitete er in einer unter seiner Leitung begründeten Gemeinschaftspraxis für Histologie und Zytologie.

Sein berufspolitisches Interesse manifestierte sich 1968, als Friedrich-Wilhelm Kolkmann unter anderem infolge seiner Erfahrungen mit überarbeiteten Assistenzärzten an den Universitätskliniken dem Marburger Bund beitrat, dem er bis 2003 angehörte.

In der Laudation heißt es: "Unermüdlich und nachhaltig hat sich Friedrich-Wilhelm Kolkmann über diesen langen Zeitraum der Qualitätssicherung in der ärztlichen Berufsausübung gewidmet: als Kammerpräsident ebenso wie als Vorstandsmitglied und Vorsitzender der Qualitätssicherungsgremien der Bundesärztekammer."

Ein zentrales Anliegen von Prof. Kolkmann seit es immer gewesen, das Mitspracherecht der Ärzteschaft bei der Qualitätssicherung sicherzustellen. Im Jahre 2001 wurde unter seiner Mitwirkung die Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen (KTQ) mit der Aufgabe ins Leben gerufen, Zertifizierungsverfahren insbesondere für Krankenhäuser zu entwickeln. Von 2003 bis 2007 war er Vorsitzender der KTQ, seitdem ist er Ehrenvorsitzender.

Prof. Kolkmann hat die heutigen Qualitätssicherungsverfahren entscheidend mitgeprägt und dabei stets auf die engen Verbindungen zwischen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität hingewiesen. Gleichzeitig verlangte es sein Selbstverständnis als Arzt, immer wieder vor dem Missbrauch der Qualitätssicherung zur Rationierung und Kostendämpfung zu warnen. Ebenso trieb ihn die Sorge um, dass die evidenzbasierte Medizin zur "Heilslehre" erhoben und dabei vergessen wird, dass die Medizin keine Naturwissenschaft ist und die Behandlungsqualität entscheidend vom Erfahrungswissen des Arztes und seiner Fähigkeit abhängt, auf die individuellen Besonderheiten seiner Patientinnen und Patienten einzugehen.

Für sein vielfältiges berufs- und gesundheitspolitisches Wirken wurde Prof. Kolkmann 2001 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland am Bande ausgezeichnet. Als Anerkennung seines Einsatzes für die Ärzteschaft erhielt er vom Landesverband Baden-Württemberg des Hartmannbundes 2003 die Friedrich-Schiller-Medaille. Im Jahr 2007 wurde ihm für sein außergewöhnliches Engagement im Dienste der Ärzteschaft die Hans-Neuffer-Plakette verliehen.
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