"Pfannenschwenker"-Branche verliert ihren Glanz

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"Schau her, so wird's gemacht."

Koch, (k)ein Traumjob!?

Kein Tag vergeht, ohne dass es nicht bei irgendeinem Sender in der TV-Küche köchelt oder brutzelt. Und ein Millionen-
publikum schaut fasziniert zu, wie die Deutschlands Sterneköche in ihren blütenweißen Kochjacken die ganz, ganz hohe Schule der "Haute cuisine" zelebrieren.

Kaum verwunderlich, dass viele junge Menschen diesen vermeintlichen Traumjob auch ausüben wollen. Doch die Wirklichkeit in der Küche eines Gastronomiebetriebs sieht anders aus. So berichten Auszubildende von Demütigung, Ausbeutung, kargem Gehalt und wenig zielgerichteter Ausbildung für das
spätere Berufsleben.

Ein 19-Jähriger gibt zu, nach zwei Jahren nicht zu wissen, wie aus Knochen und Gemüse eine braune Grundsoße entsteht, die Basis vieler Soßen. Doch es geht noch schlimmer: In einem Restaurant arbeitete eine Auszubildende drei Jahre nur am Salatposten. "Von morgens bis abends nur vertane Zeit."

Lehrjahre scheinen in der "Pfannenschwenker"-Branche anscheinend doch Herrenjahre zu sein. Der einst hochgeschätzte Beruf ist unübersehbar in die Krise geraten. Fast jeder zweite Ausbildungsvertrag wird vorzeitig aufgelöst. Selbst Andreas Becker, Präsident des Verbands der Köche Deutschlands (VKD), spricht von einer "Katastrophe".

Den traurigen Beleg für die miserable Lage spiegeln die Abschlussprüfungen vom Sommer 2014 wider. Bundesweit erreichten 46 Prozent der Auszubildenden mit Mühe und Not die Note Vier, eine Drei schafften nur 37 Prozent, eine Zwei lediglich
8,5 Prozent und eine Eins nur 0,5 Prozent.

Ernüchterndes Fazit einer Koch-Azubine: "Wer Glück hat,
lernt wenig, wer Pech hat, lernt nichts."

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