Befreiung des KZ Auschwitz: Mosaikstein zur Erinnerung

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Marienschülerinnen aus dem 10er Kurs Kunst haben sich mit ihren Lehrerinnen und Projektbegleiterinnen Laula Plaßmann und Eva Christine Mesmann mit der Befreiung des KZ Auschwitz auseinandergesetzt.
Xanten: Aula Marienschule |

Vor 73 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Konzentrationslager Auschwitz von den Alliierten befreit. Die entsetzlichen Qualen der Menschen, die hier leben und sterben mussten sowie die Vertreibung der jüdischen Familien aus Xanten sind Thema einer Gedenkfeier, die von beiden Xantener Kirchengemeinden und der Stadt Xanten gemeinsam mit Schülerinnen der Marienschule ausgerichtet wird.

Xanten. Bürgermeister Thomas Görtz merkte in einem Pressegespräch an, dass sich am 27. Januar der Kreis schließe, der mit der Erinnerung an die Reichspogromnacht am 9. November begonnen habe. Hier zeigten Marienschülerinnen erste Stelen, die symbolisch für die Vertreibung jüdischer Familien aus Xanten stehen.
Jürgen Kappel, der sich seit Jahren für die Erinnungskultur in Xanten einsetzt, dankte den Schülerinnen der Marienschule, die sich gemeinsam mit der Künstlerin Laula Plaßmann und Lehrerin Eva Christine Mesmann sehr intensiv mit der Geschichte der jüdischen Familien, die aus Xanten vertrieben worden waren, auseinandergesetzt hätten.
Michael Lemkens, der Leiter der Marienschule, bezeichnete die hierbei entstandenen Stelen als "weiteren Mosaikstein der Erinnerung an den Holocaust". Bei ihren Nachforschungen zur Vertreibung der jüdischen Familien aus Xanten stellten die Mädchen fest, dass hierunter auch zwei damalige Schülerinnen der Marienschule waren. Besonders betroffen reagierten die Mädchen als sich herausstellte, dass eines der Kinder genau an jenem Tag Geburtstag gehabt hätte, an dem die Recherchen durchgeführt wurden.
Wichtig ist dem Schulleiter die intensive Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. So ist auch in diesem Jahr wieder eine Fahrt zu dem ehemaligen Konzentrationslager in Auschwitz geplant. "Die Entscheidung hierfür", so Michael Lemkens, "wurde in den Schulgremien einstimmig beschlossen. So etwas ist sonst eher selten."

Das Programm

Michael Lemkens, Jürgen Kappel und Wolfgang Weyher erörterten gemeinsam das Programm der Gedenkfeier. Am Freitag, 26. Januar, wird im St. Viktor Dom ein Gottesdienst von den Schülerinnen gestaltet. Am Samstag, 27. Januar, findet um 16 Uhr in der Mensa der Marienschule die Gedenkfeier statt. Nach der Begrüßung durch Michael Lemkens gibt es ein Grußwort des Bürgermeisters. Bei einer Lesung "gegen das namenlose Sterben" stehen dann die Stelen im Mittelpunkt. Im Anschluss hieran findet eine Diskussion statt, die von Jürgen Kappel geleitet wird. Die Gedenkfeier endet mit einem jüdischen Totengebet.
Die 16 Stelen bleiben bis zum Ende der Fastenzeit in der Schule. Danach sollen sie im Xantener StiftsMuseum ausgestellt werden.
Zu der öffentlichen Gedenkfeier sind alle Xantener, gesellschaftliche Gruppen, alle Vereine und Organisationen eingeladen.
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