Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser...

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Lauschig wie in einer Oase, Taufkapelle in der Sankt Vincentiuskirche in Till
Zur Weihe des Taufwassers in der Osternacht sind folgende Worte aus Psalm 42 vorgesehen: „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen?“. Dieses „Dürsten nach“ und „Kommen dürfen“, deutete zur Zeit des Jerusalemer Tempels auf den Tempeldienst eines engen Kreises von Leviten und Priestern hin. Im Christentum bezieht es sich auf die Taufe, den wirklichen Eintritt in die Kirche. Während der Hirsch jenes Wasser wirklich trinken würde, ist das Taufwasser nicht zum Trinken da. Dafür ist das Verlangen der damals erwachsenen Taufbewerber nach langer Vorbereitung wirklich das Verlangen eines durstigen Hirsches. Der Psalmist wählte das scheue Wild als Bild, nicht den mächtigen Löwen, da der Gang zum Wasser für den Hirsch nicht ohne Gefahr ist, schließlich gibt es Feinde, die gleichfalls durstig sind, und nebenbei hungrig. So wird auf poetische Weise suggeriert, dass Gott, die Quelle des Lebens ist, wohin man nicht ohne Scheu und Furcht geht.
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