"Der GDL-Streik ist genau richtig!"

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Bei trockenem und milden Wetter kamen mehr Montagsdemonstranten als in der vorigen Woche. Der aktuelle und inzwischen ausgesetzte Streik der Lokführer stand im Mittelpunkt der umfangreichen Debatte.

"Wie ihr sicher in den Medien vernommen habt, haben die Lokführer in den letzten Tagen fast den gesamten Bahnverkehr lahmgelegt. Viele Beschäftigte konnten ihren Arbeitsplatz nicht oder nur stark verspätet erreichen. Die Montagsdemo steht ausdrücklich hinter den Streik, wie sieht jedoch die Situation der Menschen aus, die auf die Bahn angewiesen sind? Vielleicht hat jemand mit seinem Arbeitgeber schlechte Erfahrungen gemacht, das soll heute hier diskutiert werden", lautete die Einleitung einer der Moderatoren.

Danach wurde vor Beginn der Diskussion das Lied "Montagsdemo angesagt" gesungen.

"Ich begrüße eindeutig die Entscheidung des GDL-Vorsitzenden, keine Kompromisse mit der Deutschen Bahn einzugehen, wenn es um Tarifeinheit geht", meldete sich ein Redner, "die Souveränität dieser Gewerkschaft ist nicht verhandlungsfähig".

Eine Rednerin meinte: "Ich verurteile die Angriffe auf den GDL-Vorsitzenden Claus Weselski scharf. Der Lokführstreik ist angeblich maßlos überzogen und wird auf dem Rücken der Güter-Transportunternehmer sowie der Fahrgäste ausgetragen. Die Reisenden seien die 'Sklaven' der GDL. Dass es spürbare Einschnitte für andere gibt, ist doch Sinn eines Streikes. Die Reisenden sind Sklaven der Deutschen Bahn, denn der Betrieb ist trotz der dauernden Fahrpreiserhöhungen teilweise sehr mangelhaft. Die Verspätung von Zügen ist eher die Regel als die Ausnahme, teilweise fallen sogar Züge aus, ohne Streik oder Unwetter. Die Wut der Fahrgäste soll sich daher nicht an die GDL, sondern an die Deutsche Bahn richten!"

Unter den Zuhörern war ein Lokführer, der an einem Streik in den 80er Jahren teilnahm. "Der GDL-Streik ist genau richtig. Ich bin Lokführer und kenne die Bezahlung und die Dienstzeiten sehr genau und habe mich bereits an einem Streik in den 80er Jahren beteiligt", sagte er.

Ein Moderator fragte in die Runde: "Gibt es jemanden, der durch den Lokführerstreik Probleme mit seinem Arbeitgeber bekommen hat, weil er nicht oder zu spät zur Arbeit gekommen ist? Wir würden in diesem Fall helfen." Leider kamen keine Wortmeldungen.

Der andere Moderator schilderte daraufhin: "Ich arbeite in Essen konnte mit dem Auto kommen. Teilweise fuhren auch Züge, allerdings stark verspätet, so dass ich deutlich zu spät zur Arbeit kam. Ich hatte jedoch keine Probleme und konnte diese Zeit nacharbeiten, so dass ich nicht einmal Gehaltseinbußen hatte. Das geht nicht allen so und die Betroffenen sollten sich auf jeden Fall wehren. Die Züge hatten jedoch nicht nur beim Lokführerstreik Verspätung, sondern das kommt häufig vor. Mangelhafte Wartung ist dafür die Hauptursache und Reparaturen werden erst durchgeführt, wenn größere Schäden vorhanden sind, weil zu wenig Personal zur Verfügung steht. Durch diesen rigorosen Stellenabbau bleibt die Zuverlässigkeit der Deutschen Bahn und die Sicherheit buchstäblich auf der Strecke. Der Personalabbau hat nur den Sinn, die Gehälter der Vorstände der Deutschen Bahn AG kräftig anzuheben".

Ein Opel-Mitarbeiter äußerte sich: "Es ist genauso wie bei uns, die Belegschaft soll gespalten werden. Deshalb will die Deutsche Bahn den Streik der kleinen Gewerkschaft der Lokführer als Minderheit unterbinden. Auch Funktionäre der großen Gewerkschaften sind der gleichen Meinung. Die GDL ist genauso wie eine schlagkräftige Gewerkschaft sein muss. Das 'Minderheitsdenken' der Arbeitgeber gilt jedoch dann nicht, wenn kleine Gewerkschaften im Sinne der Konzerne schlechte Tarife vereinbaren".

Nach dem Montagsdemolied "Wir haben den längeren Atem" wechselte das Thema zu der aktuellen Situation bei Opel.

"In der Ausbildungswerkstatt bei Opel Bochum fand eine Jugendversammlung statt.
Entgegen den öffentlichen Erklärungen scheint Opel die geschlossenen Verträge mal wieder nicht einhalten zu wollen.Bei der Zukunft der Azubis haben sie zum einen ein totales Chaos organisiert, es gibt noch so gut wie keinen Ersatz für die Ausbildungsmeister.Auch steht immer noch nicht fest, ob und wo die ausgelernten Jungfacharbeiter ab dem nächsten Jahrübernommen werden.Um Druck auf die Geschäftsleitung zu machen, haben jetzt Azubis und JAV-Mitglieder die Initiative
ergriffen und einen offenen Brief an die Geschäftsleitung überreicht. Er ist von 47 Personen aus der Lehrwerkstatt unterschrieben. Darunter Azubis der TÜV Nord Bildung Opel GmbH, Azubis von Verbundpartnern und Jugendvertreter" schilderte ein Jugendarbeitervertreter von Opel.

Die Montagsdemonstranten beschlossen einstimmig eine Solidaritätserklärung für die JAV. In diesem Zusammenhang schlug ein Montagsdemonstrant vor: "Dem Vernehmen nach will Opel bereits am 5. Dezember 14 die Produktion in Bochum einstellen. Die Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemobewegung regte daher eine gemeinsame Großdemonstration der Belegschaft von Opel und aller Montagsdemonstrationen aus ganz NRW in Bochum an. Diese Protestaktion sollte nach der Werkschließung beweisen, dass zwar das Werk geschlossen, aber der Kampfeswille der Beschäftigten nicht gebrochen werden konnte".

Dieser Vorschlag wurde einhellig unterstützt, es steht jedoch noch nicht fest, ob die Demonstration nach oder vor der geplanten Werkschließung des Bochumer Opelwerks stattfinden soll. In den nächsten Tagen gibt es noch einmal eine Belegschaftsversammlung der Opelaner. Auf jeden Fall wird sich die Bochumer Montagsdemo an der Organisation dieser Protestveranstaltung beteiligen.

Die Kommunen sollen die Übernahme der Kosten der Unterkunft für Bedürftige nach Ansicht einer Beratungsgesellschaft einsparen, da die KDU in Bochum überdurchschnittlich hoch seien. Entsprechende Konzepte wurden an den Rat der Stadt Bochum gegeben. Sollten diese Vorschläge umgesetzt werden, hätte ein Bezieher des ALG II oder der Leistungen nach dem SGB XII kaum noch eine Möglichkeit, in Bochum eine angemessene Wohnung zu finden. Über den Inhalt dieses Konzepts und die Folgen für die Bedürftigen soll in der nächsten Woche diskutiert werden.

Mit der Abschlusshymne endete die Kundgebung.

Ulrich Achenbach
Moderator
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