Erneut Solidaritätsdemonstration für Rojava

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Die Bochumer Montagsdemo hat erneut zusammen mit Vertretern des kurdischen Volkes zum Widerstand gegen den IS-Terrorismus aufgerufen. Anfangs kamen nur wenig Teilnehmer zu der Auftaktkundgebung am Husemannplatz, später waren es mehr als 70 Menschen.

"Herzlich willkommen auf unserer gemeinsamen Demo gegen die IS", leitete einer der Moderatoren die Kundgebung ein. Nach dem Lied "Wir haben den längeren Atem" begann die interessante Debatte.

"Inzwischen konnten die IS-Terroristen weiter zurückgedrängt werden", berichtete ein Kurde, "trotzdem muss in Kobane noch unvermindert weitergekämpft werden. Nach wie vor sind viele Frauen, Kinder und Männer in Gefahr. Das Bombardement der USA auf IS-Stellungen hat uns zwar geholfen, jedoch konnten die IS-Truppen noch nicht vollständig gestoppt werden".

Eine Delegation der kurdischen Widerstandsorganisation Bir Kar äußerte sich: "Die IS ist mithilfe der USA durch Waffenlieferungen an islamische Staaten wie Saudi-Arabien, Katar und andere entstanden. Damit sollte der Imperialismus der USA gefestigt werden. Ebenso verhielten sich die USA und ihre Verbündeten im Afghanistan-Konflikt, gegen den Irak und im damaligen Golfkrieg. Diese Imperialisten fördern Terrororganisationen in verschiedenen Ländern, um ihre Macht ausdehnen zu können".

Eine junge vermutlich kurdische Frau meldete sich: "Es ist schrecklich, wie in Kurdistan Frauen und Kinder vergewaltigt, versklavt oder getötet werden und niemand tut etwas dagegen! Stellt euch vor, es wären eure eigenen Kinder! Können die Menschen nicht in Frieden leben? Helft uns nicht nur mit Waffen, sondern auch mit Kleidung, Lebensmitteln und Geldspenden!". Dabei kamen ihr die Tränen.

In diesem Zusammenhang wurde die Politik Erdogans aus der Türkei scharf kritisiert. "Die Türkei lässt Waffentransporte an die IS zu", hieß es in einer Wortmeldung. Eine kurdische Rednerin entgegnete: "Nicht nur Erdogan ist an Politik gegen Kurdistan schuldig, sondern auch die USA und die EU. Von diesen Ländern wurden in großem Umfang Waffen an Saudi-Arabien, Katar und anderen islamischen Staaten geliefert. Die IS bildete sich daher mit Unterstützung der westlichen Staaten". Mehrere weitere Wortmeldungen folgten und nach dem Lied "Bella ciao" begann die Demonstration durch die Kortumstr., über den Südring und Massenbergboulevard zur Drehscheibe. Immer wieder wurden die Parolen "IS raus, raus aus Kurdistan" und "Hoch die internationale Solidarität" gerufen. Eine Zwischenkundgebung vor dem Hauptbahnhof konnte nicht stattfinden, da sich auf diesem Platz Rettungsfahrzeuge aufgrund eines Unfalls befanden.

Auf der Abschlusskundgebung gab es noch einige Redebeiträge. "Obwohl die USA durch ihre Luftangriffe auf die IS die Kurden unterstützt hat, muss der Einsatz sehr kritisch gesehen werden. Der USA geht es nämlich nicht um die Verteidigung der unterdrückten Kurden, sondern nur um ihre eigenen Interessen. Durch internationalen Druck wurde zwar das Eingreifen gegen die IS erreicht, doch stellt diese Terrororganisation eine Gefahr für die Interessen der Imperialisten dar. Ursprünglich wurden nämlich die Widerstandskämpfer in Syrien gegen Assad unterstützt, daraus ging die IS hervor. Jetzt läuft der Terror dieser Miliz aus dem Ruder", äußerte sich ein Redner.

"Ich bin Mitarbeiter und Vertrauensmann von Opel. Wir unterstützen das kurdische Volk voll im ihrem Kampf gegen die IS-Faschisten und fordern eine Aufhebung des Verbots der PKK. Faschismus und Kapitalismus arbeiten eng zusammen. Aus Profitgründen werden sowohl Arbeitsplätze vernichtet als auch die Umwelt zerstört. So soll das Opel Werk in Bochum zu Jahresende geschlossen werden".

Ein Angehöriger der Jesiden sagte: "Bei allem darf der Hass nicht siegen. In Kurdistan leben verschiedene Volksgruppen wie die Jesiden, Alewiten, Muslime und auch Christen friedlich zusammen".

Wie am letzten Montag endete die Abschlusskundgebung mit einer Schweigeminute für die Opfer durch die Gräueltaten der IS. Am nächsten Montag wird der gemeinsame Protest mit den Kurden fortgesetzt.

Ulrich Achenbach
Moderator
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