34 Jahre LGO-Bochum = LG Opelaner – von der Betriebsmannschaft zum Laufverein für Alle.

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Start des Halbmarathons vor den Oepltoren Werk 1. (Foto: Foto: LGO-Archiv)
 
Der Startschuss ist gefallen... (Foto: Foto: LGO-Archiv)

Im Gegensatz zum Opelwerk, welches in diesen Tagen den letzten Zafira produziert, hat die ehemalige Laufgemeinschaft der Opelaner, die LGO Bochum, so hohe Mitgliedszahlen wie nie zuvor.

Als 1981 der Verein von Herbert Hahn, einem Betriebsratsmitglied und Mitarbeiter von Opel, gegründet wurde, bestanden die Mitglieder ausschließlich aus Werksangehörigen. Das war allerdings nicht lange der Fall, denn der Verein der Laufbegeisterten wuchs schnell, auch die Partner und Familienangehörigen und Bekannte wollten mit machen.


Herbert Hahn verstand es, den Opelvorstand davon zu überzeugen, das eine finanzielle und ideelle Unterstützung für die motivierten und leistungsstarken Mitglieder des Vereines eine lohnende Investition sei, denn diese Art der Werbung stand damals noch hoch im Kurs. Diese Wertschätzung der Werksleitung sorgte für eine hohe Identifizierung der Aktiven mit der Firma Opel, die einige Dinge möglich machte, wie z.B. eine Städtepartnerschaft mit dem Sheffielder Laufverein, den „Steelcity Striders“, die Teilnahme an weiter entfernten Wettkämpfen, wie z.B. dem Nürburgringlauf, die mit dem werkseigenen Bus stattfanden und andere Dinge, die dem damals noch recht unpopulären Laufsport in Bochum half, bekannt zu werden. Da die LG Opelaner fast bei jedem Wettkampf auf den Podiumsplätzen standen, profitierte auch die Firma Opel indirekt von dem sportlichen Image.

Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte war sicherlich auch der 1982, nur ein Jahr nach der Gründung stattfindende Volkslauf über die Halbmarathon- und 10KM-Distanz, die vor den Werkstoren des Werkes 1 in Bochum Laer stattfand. 1200 Laufbegeisterte waren dabei, darunter auch Wolfgang Clement und Dr. Walter Lammert. Dieses war der Auftakt zu weiteren Laufveranstaltungen, die von den LG Opelanern initiert wurden.

Aber das Blatt wendete sich. Die Opel Adam AG zog sich später komplett zurück, gab keine Sponsorenleistungen mehr für den Verein aus – die neue Werksleitung hatte kein Interesse mehr an dem Verein. Doch die LG Opelaner ließen sich davon nicht beirren und führten den Verein weiter. In den folgenden Jahren stagnierten die Mitgliederzahlen und junger Nachwuchs blieb aus, Frust macht sich breit, die Kassen waren leer, es musste etwas passieren…

Die Idee war eine Reaktivierung eines Volkslaufes der LG Opelaner! 2001 startete der 1. Volkslauf der LG Opelaner um den Kemnader Stausee, der von Anfang an ein Erfolg war. Nicht nur für die Starter, sondern auch für den Verein, der durch dieses Erfolgserlebnis neuen Schwung und neue Mitglieder bekam. Überhaupt die neuen Mitglieder; Das waren schon lange keine Opelmitarbeiter mehr, sondern meist junge Leute, die von den Unis rundherum und insbesondere von der Uni Bochum beim Training vorbeischauten und dann in den Verein eintraten. Das war auch der Grund, das sich der Verein von dem Begriff „LG Opelaner“ trennte und fortan nur noch die Bezeichnung „LGO Bochum“ benutzt, denn niemand identifizierte sich mehr mit der Firma Opel – auch wenn das „O“ immer noch genau dafür steht…

Heute hat der Verein weit über 100 Mitglieder, Männer, Frauen und Kinder und es kommen immer wieder Neue dazu. Neben dem traditionellen „Lauf um den Kemnader Stausee“, der jedes Jahr am ersten Maisonntag stattfindet, organisiert die LGO Bochum den „Lauf um den Ümminger See“, der im Rahmen der Bürgerwoche stattfindet und vor allem auch den „Beach-LGO-Vorbereitungs-Workshop“, der in Kooperation mit dem TV Wattenscheid seit einigen Jahren über Monate stattfindet und für alle Interessierte eine Vorbereitung für den Halbmarathon in Bochum ist, den der TV Wattenscheid ausrichtet. Dazu engagiert sich der Verein ehrenamtlich auch bei anderen Läufen wie den „Burglauf“ von „Benni & Co.“. Es finden Weihnachts- und Sommerfeste statt und das gesellige Leben untereinander kommt nicht zu kurz. Schon so manche Freundschaft ist hier geschlossen worden.

Der Verein bietet an vier Tagen die Woche ein gemeinsames Training an und das wird gerne angenommen. Die Mitglieder schätzen die kameradschaftliche Atmosphäre und „flache Hierarchien“, bei denen jeder sich und seine Kenntnisse mit einbringen kann – aber nicht muss.
Alles wird ehrenamtlich übernommen und das funktioniert, weil viele sich mit einbringen und Spaß daran haben. Ich als eines der „übriggebliebenen fast Gründungsmitglieder und noch aktiv beim Training dabeiseienden“ finde, dass dieser Verein zeigt, das auch in den heutigen, schwierigen Zeiten, ein Aufschwung möglich ist. Aber, das geht auch nur mit dem entsprechenden Engagement der Vorsitzenden und der Mitglieder, die gemeinsam Konzepte erarbeiten um auch in Zukunft fit zu sein.

Mit diesem Artikel möchte ich Mut machen, das eine Änderung, ein Wechsel auch eine Chance sein kann, das etwas Neues auch Gutes bewirken kann. Das passiert nicht von alleine, aber wer nach vorne schaut, wird vielleicht auch die eine oder andere Chance sehen, die vorher nicht sichtbar war.

Michaela Toepper
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