Johannes Wurtz im VfL-Interview: "Volle Power gegen Karlsruhe!"

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Fünf Mal traf Johannes Wurtz in der Hinrunde für den VfL Bochum und bekennt: "Ich mache mir selbst Druck.". Foto: Molatta
 
"Das darf uns nicht passieren": Johannes Wurtz über die Niederlage bei Union Berlin. Foto: Molatta
Bochum: Vonovia Ruhrstadion |

Nach dem verpatzten Auftakt in die Rückrunde braucht der VfL Bochum am Sonntag (5.2., 13.30 Uhr) gegen den Karlsruher SC unbedingt einen Heimsieg - und Johannes Wurtz will endlich wieder das Tor treffen. Seit Ende November wartet der 24-Jährige auf einen Treffer und bekennt im Interview mit dem Stadtspiegel: "Ich mache mir selbst Druck." Ein Gespräch mit Wurtz, der seinen Vertrag beim VfL gerade vorzeitig bis 2020 verlängert hat, über spielerische Probleme, die richtige Mentalität und eine breite Brust.

Johannes Wurtz, die Homepage des VfL Bochum hat in den letzten Tagen ein großes Foto geziert, das Sie beim Torjubel zeigt. Man könnte es fast als Sinnbild deuten: Der VfL braucht am Sonntag gegen den KSC mal wieder einen jubelnden Johannes Wurtz.
Johannes Wurtz: Das wäre echt schön! Ich habe mir fest vorgenommen, endlich auch mal wieder zu treffen. Ich hoffe, es klappt am Wochenende.

Sie haben fünf Treffer auf dem Konto, zählen zu den Top-Scorern - der VfL ist in gewisser Weise auch auf Ihre Tore angewiesen. Empfinden Sie das eher als Motivation oder als Last?
Als Last sehe ich das nicht. Aber ich mache mir schon selbst ein bisschen Druck. Ich will an die Hinrunde anknüpfen und mit Toren und Torvorlagen dafür sorgen, dass wir unsere Spiele auch wieder gewinnen. Dafür stehe ich schließlich auf dem Platz.

Der Auftakt in die Rückrunde verlief mit dem 1:2 bei Union Berlin ganz anders als erhofft. War es auch aus Ihrer Sicht eine vermeidbare Niederlage?

Auf jeden Fall! Gerade in der ersten Halbzeit haben wir es richtig gut gemacht. Wir hatten die Kontrolle über das Spiel, sind in Führung gegangen. Umso ärgerlicher war es, dass wir dieses Spiel noch aus der Hand gegeben haben. Das darf uns eigentlich nicht passieren. Wir müssen in den nächsten Partien unbedingt alles daran setzen, unser Spiel über 90 Minuten durchzuziehen und es nicht dem Gegner zu überlassen. Das wollen und müssen wir auch am Wochenende besser machen.

"Wir müssen versuchen, spielerische Lösungen zu finden"

Die Partie in Berlin erinnerte an einige Auswärtsspiele in der Hinrunde, als der VfL zunächst alles im Griff hatte, dann aber zu passiv wurde. Haben Sie eine Erklärung dafür?
Das Spiel wurde in der zweiten Halbzeit sehr zerfahren. Wir haben zu viele lange Bälle gespielt, die dann auch schnell wieder zurückkommen. Wir müssen einfach versuchen, weiter spielerische Lösungen zu finden. Und wir müssen besser gestaffelt stehen und auch die zweiten Bälle bekommen.

Gertjan Verbeek hatte vor dem Rückrundenstart auch die Mentalitätsfrage gestellt. Spielte das bei der Niederlage ebenfalls eine Rolle?

Das finde ich überhaupt nicht. In Berlin haben wir alles gegeben. Da ist keinem ein Vorwurf zu machen, dass die Mentalität an diesem Tag in irgendeiner Form nicht gepasst hat. Wir sind gut ins Spiel gegangen, haben die Zweikämpfe angenommen, waren direkt da. Daran ist diese Niederlage nicht festzumachen.

Können Sie nachvollziehen, dass im Umfeld schon etwas Unruhe aufgekommen ist? Wünschen Sie sich mehr Geduld?

Natürlich wünscht man sich das als Spieler, aber auf der anderen Seite habe ich auch Verständnis für unsere Fans. Die vergangene Saison war richtig gut und das hat Erwartungen geweckt. Dem entspricht der Tabellenplatz, auf dem wir jetzt stehen, in keiner Weise. Trotzdem ist es für uns als Mannschaft wichtig, eine gute Stimmung beizubehalten. Wir müssen am Sonntag alles geben und diese drei Punkte holen.

Geht Ihr Blick in der Tabelle mit einem Auge auch nach unten?

Ich finde, wir sollten gar nicht auf die Tabelle gucken. Das bringt im Moment einfach nichts, es macht keinen Sinn. Wir sollten vielmehr sehen, dass wir unser Spiel durchsetzen und weiter an unserer Spielphilosophie arbeiten. Gut trainieren, im Training ein gutes Gefühl holen und dann am Sonntag mit voller Power gegen Karlsruhe spielen – so muss unser Weg sein.

Der Karlsruher SC hat sich auf der Trainerbank mit Mirko Slomka prominent verstärkt. Ist die Mannschaft jetzt auch anders zu bewerten als in der Hinrunde, als man sich als Abstiegskandidat präsentiert hat?

Das denke ich schon. Dass auch beim KSC Qualität auf dem Platz steht, ist jedem klar. Und mit einem neuen Trainer ändert sich personell und taktisch immer etwas. Karlsruhe hat den Auftakt in die Rückrunde gegen Bielefeld mit 3:2 gewonnen, das war schon furios. Sie haben neues Selbstvertrauen getankt und werden am Sonntag alles andere als ein leichter Gegner sein.

Der VfL muss vor allem nach der Niederlage in Berlin wieder voll auf seine Heimstärke bauen. Was macht Sie optimistisch, dass es an der Castroper Straße tatsächlich wieder besser läuft als auswärts?

Wir sind im eigenen Stadion ungeschlagen und können daher am Sonntag mit breiter Brust gegen den KSC auftreten. Wir haben die Fans im Rücken, die uns sicher voll unterstützen werden. Deswegen bin ich guter Dinge, dass die drei Punkte in Bochum bleiben.
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