VfL Bochum dreht Spiel und feiert Sieg – Torschütze Hinterseer lobt: „Wir haben nicht die Nerven verloren“

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So sieht Torjubel aus: Lukas Hinterseer erzielte gegen Darmstadt den ersten Treffer für den VfL Bochum in diesem Kalenderjahr. Foto: Molatta
 
Kevin Stöger leitete beide Bochumer Treffer ein. Foto: Molatta
Bochum: Vonovia Ruhrstadion |

Als Lukas Hinterseer den Ball im Darmstädter Tor versenkt hatte, brachen fast alle Dämme. Endlich das erste Tor für den VfL Bochum in diesem Jahr, Ekstase im Ruhrstadion – und am Ende feierte der VfL mit einem 2:1-Erfolg den ersten Sieg seit vier Spielen und hat mit Interimscoach Heiko Butscher einen wichtigen Dreier im Abstiegskampf geholt. Im Interview spricht Torschütze Hinterseer über Kampf und Motivation, Selbstvertrauen und Mentalität, Qualität und Emotionen.


Lukas Hinterseer, endlich wieder ein Erfolgserlebnis für den VfL Bochum! Das war mehr als nur ein Sieg, oder?

Lukas Hinterseer: Es gibt leider trotzdem nur drei Punkte… Nach den ersten drei Spielen in diesem Jahr, in denen wir dreimal verloren und dreimal das Tor nicht getroffen haben, wussten wir, dass es gegen Darmstadt ein brutales Spiel wird. Natürlich auch vor dem Hintergrund, was in der Woche passiert ist. Wir haben uns gegenseitig motiviert und heiß gemacht, dass wir alles reinlegen in diese 90 Minuten. Nach dem Ausgleich hat man dann auch gemerkt, dass die Fans wieder richtig mitkommen. So soll es sein! Wir müssen immer unser Bestes geben und 90 Minuten kämpfen.

Den Rückstand in der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft für die derzeitige Situation ungewöhnlich cool weggesteckt.
Die erste Halbzeit war zunächst nicht so schön anzusehen. Aber wir wussten, dass es ein reines Kampfspiel wird. In der Pause haben wir dann nochmal angesprochen, wie wir es besser lösen können. Ich finde, das haben wir dann sehr gut gemeistert. Und wir haben dann eben auch nach dem 0:1 nicht die Nerven verloren, sondern versucht, unser Ding durchzuziehen. Wie es dann so oft im Fußball ist, fällt dir der Ball dann auf einmal vor die Füße. Mit dem 1:1 hat man gemerkt, wie bei jedem einzelnen Spieler das Selbstvertrauen wieder zurückkommt. Dann hätten auch noch ein paar Tore fallen können.

Ihr Treffer war das erste Pflichtspieltor für den VfL in diesem Jahr – tat das einfach nur gut?
Wir reden viel untereinander und wir wissen auch, dass es im Fußball oft so ist. Du kannst dir beste Chancen herausspielen und machst die 100-Prozentigen nicht rein. Und auf einmal fällt dir dann einer einfach vor die Füße wie gegen Darmstadt. Das ist Fußball! Du musst immer Gas geben, das ist meine Mentalität! Du darfst dich nicht beeinflussen lassen von äußeren Umständen.

War das überhaupt möglich, sich nicht beeinflussen zu lassen von all dem, was zuletzt rund um den Verein passiert ist?
Es ist ja schon einiges vorgefallen in dieser Saison. Aber wir waren in der Mannschaft immer so, dass wir uns gesagt haben, wir probieren das so gut wie möglich auszublenden. Natürlich spricht man über diese Dinge. Aber wir sind dennoch cool mit der Situation umgegangen, das hat man jetzt im Spiel auch gesehen.

Die Ablösung von Christian Hochstätter und Jens Rasiejewski sollte auch einen Impuls setzen. Dieser Impuls ist offenbar angekommen?

Es ist ja nicht so, dass wir vorher gegen den Trainer gespielt haben. Wir wollen jedes Spiel gewinnen, und das gilt auch für die letzten Partien, die wir verloren haben. Entscheidungen von oben können wir eh‘ nicht beeinflussen. Wir können nur beeinflussen, was auf dem Platz passiert.

Wie weit konnte Heiko Butscher als Trainer denn die Mannschaft beeinflussen?
In zwei Tagen konnten wir taktisch natürlich nicht viel verändern. Er ist viel über Motivation und Emotion gekommen. Wir haben uns dann gesagt, wir hauen 90 Minuten alles rein und holen die drei Punkte.

Sie haben schon ein paar Profijahre hinter sich. Haben Sie so etwas wie in dieser Saison beim VfL zuvor schon mal erlebt?
So eine Spielzeit hat man wirklich selten mit jetzt schon vier Trainern. Aber wenn du aus so einer Saison noch gut herauskommst, dann hat jeder etwas fürs Leben gelernt. Dann kann einen so schnell nicht mehr erschüttern.

Wie wichtig ist es jetzt auch für die restliche Saison, gesehen zu haben, dass man noch gewinnen kann?
Wir wissen es ja eigentlich. Wir sehen auch in jedem Training, dass wir Qualität haben. Es ist ja nicht so, dass wir nicht Fußball spielen können. Aber oft waren die Ergebnisse nicht da. Jetzt hat es endlich mal wieder geklappt, das tut schon gut.

Schon am Freitag (16.2.) steht für den VfL Bochum die nächste Partie auf dem Programm, und zwar auswärts beim 1. FC Heidenheim. Anstoß ist um 18.30 Uhr.
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