Im Kraneburger Feld entsteht ein IKEA

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Bottrop: Kraneburger Feld | Bei der Diskussion im Ausschuss für Stadtplanung und Umweltschutz am 21. Juli 2011 über die Stellungnahme der Stadt Bottrop zum laufenden Planfeststellungsverfahren zum Umbau der B 224 zur A 52 stand u.a. auch das Thema „Artenschutz“ auf der Tagesordnung. 

Willi Urban, der die ÖDP-Fraktion damals im Ausschuss vertrat, wies die Eingangsbemerkung in der Stellungnahme der Verwaltung: „Gegen die Artenschutzmaßnahmen bestehen grundsätzlich keine Bedenken“ entschieden zurück. Denn wir haben allein im Kraneburger Feld bei den Vogelarten nicht nur das Rebhuhn, was in der Beschlussvorlage nur erwähnt wird, sondern neben den 42 beobachteten Brutvogelarten bietet die Feldflur noch weiteren 30 Vogelarten einen ungestörten Lebensraum zur Rast- und Nahrungssuche. Unerklärlich ist, oder war es sogar Absicht, betonte Willi Urban, dass die an der B 224 nahe liegenden zwei „schutzwürdigen Biotope mit vielen Eichenfeldgehölzen und Baumhöhlen im Kraneburger Feld sowohl in allen vorliegenden Gutachten so wie in den Stellungnahmen der Stadt Bottrop nicht erwähnt und auch nicht auf „streng und besonders geschützten Arten untersucht worden sind. Die fehlenden Gutachten muss jetzt auch IKEA vorlegen.

Wertbestimmend ist die Altersheterogenität der Gehölze mit vielen starken Bäumen und einem hohen Totholzanteil. Aufgrund ihrer schlechten Erreichbarkeit (Barrierewirkung B 224) stellen die Feldgehölze einen wichtigen Rückzugsraum für Tiere da. Daher ist das Schutzziel, die Eichenfeldgehölze mit den Baumhöhlen und den wichtigen Rückzugsraum für Tiere, gemäß dem § 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSch, zu erhalten. Hinzu kommt, dass sich einige Vogelarten (z.B. Waldkauz, Fledermäuse, Grünspechte, etc.) das ganze Jahr (Sommer- und Winterzeit) in den Höhlenbäumen aufhalten.

Des Weiteren hat Willi Urban im Ausschuss darauf hin gewiesen, dass bei einer Abholzung der geschützten Eichenfeldgehölze auch die Lebensräume und Baumhöhlen so wie Nester zerstört werden. Denn es steht doch fest, dass für die vorhandenen und „streng und besonders geschützten Höhlen- und Altholzbewohner ein signifikanter Teil des Lebensraums in der Umgebung verloren geht. Alle Versuche, diesen Verlust zu relativieren und hinnehmbar erscheinen zu lassen, sind von Wunschdenken geprägt und gehen an der Realität vorbei. 
Irreführend und naiv ist auch, dass alle Fledermäuse und andere Vogelarten neue Quartiere suchen und finden werden. Denn künstliche Nisthilfen werden von einigen Vogelarten garnicht angenommen.
 Zum Schluss erklärte Willi Urban, dass er überzeugt ist, dass die beiden „schutzwürdigen Biotope“ mit den Höhlenbäumen im Kraneburger Feld nach einer rechtlicher Prüfung erhalten bleiben und die Verlegung der Horster Straße, Bau der Verbindungsstraße an der Ostseite der B224 in Richtung Norden, die Ersatzanbindung der Kraneburgerstraße und der IKEA-Neubau sowie im Kraneburger Feld in diesem Bereich ausgeschlossen ist.
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