Ein Hauch von Christo / Bottroper Rathausturm mit Netz umhüllt / Rund zwei Monate "Kunst" am Bau

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Ein Hauch von Kunst: Eine feinmaschiges Netz verhüllt den Bottroper Rathausturm für Sanierungsarbeiten. (Foto: Kappi)

"Christo hat von uns gelernt", scherzt Bedzet Bedzeti, Geschäftsführer der Hamburger Spezialfirma Adler. Das Team des Unternehmens setzte 918 Quadratmeter Sandstrahlnetze ein, um den Bottroper Rathausturm einzuhüllen.

Von Dirk-R. Heuer

"Wir haben vom Einsatz einer Plane abgeraten", sagt Bedzeti. Angesichts der Höhe des Turmes und möglicher hoher oder böiger Windlasten empfahl er als Material die Netze. "Sie lassen rund zehn Prozent des Windes durch und gefährden damit nicht die Statik. Wegen der speziellen Netzstruktur nehmen sie die Masse des Staubes auf, wenn dort gearbeitet wird."
Eine Plane hätte keinen Wind durchgelassen und wäre bei böigen Starkwinden zerrissen. "Und bei Sonne wäre es für die, die dahinter arbeiten sehr warm geworden", fährt der Geschäftsführer fort. Die Sicherheit der Menschen habe bei der Wahl des Materials im Vordergrund gestanden, so der Hamburger Firmenchef.
Die hohe Festigkeit habe noch einen weiteren Vorteil: Selbst schwerere Gegenstände halte das Netz auf und verhindere damit Schäden an Mensch und Dächern.
Die eingesetzten Netze würden vielfach im Schiffsbau eingesetzt und hätten sich bewährt. "Nur beim Abbau haben wir dann mit dem Staub zu tun." Im Unterschied zu Christo würde sein Team nicht für die künstlerische Leistung entlohnt, was er bedauert, zumal "wir " das damals viel schöner gemacht hätten", sagt er verschmitzt.
Bereits der Aufbau des Gerüst war nicht ohne: "Wegen der Holzdecke im Rathaus mussten wir innerhalb des Gebäudes Stützgerüste und Gitterträger anbringen, um die Lasten aufzufangen", erklärt Pierre Somerey von Gerüstbau Berger aus Gladbeck. "Das meiste Gerüstmaterial sieht man gar nicht, weil es im Inneren für die nötige Stabilität sorgt", so der Gerüstbauer. Es sei schon ein anspruchsvoller Auftrag gewesen.
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