"Stroke Unit" Bottrop: Rettung nach dem Schlaganfall

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Das Team der Stroke-Unit v. l. n. r.: Sabine Hintemann (Logopädin), Kathrin Kleine-Nathland (Neuropsychologin), Jutta Markowski (Ltd. Ergotherapeutin), davor Hilke Lautner (Assistenzärztin), Bernhard Wallner (Oberarzt), Daniel Dworaczyk (Gesundheits- und Krankheitspfleger) mit dem Zertifikat, Dr. Reinhold Dux (Chefarzt), Christina Lehmberg (Gesundheits- und Krankenpflegerin), Henryke Vogelsand (Gesundheits- und Krankenpflegerin), Kristin Hotze (Gesundheits- und Krankenpflegerin), davor Carolin Kosok (Logopä
Bottrop: Knappschaftskrankenhaus |

Das Team der Stroke Unit im Knappschaftskrankenhaus hat vor wenigen Tagen bereits zum 7. Mal das Zertifikat der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft für die erfolgreiche Überprüfung der Überwachungseinheit für Schlaganfallpatienten erhalten.

Vor ca. 15 Jahren sind die ersten Einrichtungen zur speziellen Behandlung von Patienten mit Schlaganfällen entstanden. Inzwischen hat fast jede neurologische Klinik eine solche Einheit. „Damit begann eine Erfolgsgeschichte der Stroke Units, denn durch die sofortige und spezielle Behandlung der Patienten konnten die Beschwerdeverläufe wesentlich verbessert werden. Zudem konnte die Wiederholungsrate von Schlaganfällen im ersten Jahr um ein Drittel von 15 auf 5 % gesenkt werden“, erläutert Dr. Reinhold Dux, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Knappschaftskrankenhaus Bottrop.

„Time is brain bei der Versorgung von Schlaganfällen, d. h. es zählt nach Auftreten der ersten Symptome jede Minute, um langfristige gesundheitliche Beeinträchtigungen bei den Patienten möglichst gering zu halten. Umso wichtiger ist der sofortige Beginn von Maßnahmen, die das Schlaganfallteam des Hauses bei der Einlieferung eines Schlaganfallpatienten in die Wege leitet“, ergänzt Bernhard Wallner, Oberarzt der Klinik.

Eine Besonderheit der Stroke Unit im Knappschaftskrankenhaus Bottrop ist es, dass dort seit 2012 Patienten nicht nur medikamentös mit der gängigen Lysebehandlung versorgt werden können, sondern auch das sogenannte Katheterverfahren möglich ist. Dabei werden in Zusammenarbeit mit der Klinik für Radiologie geschlossene Gefäße über die Leiste erreicht und das Gerinnsel herausgezogen. „Voraussetzung für das Verfahren ist eine Untersuchung am Computertomographen, die das Gerinnsel genau lokalisiert. Wenn sich der Patient für das Katheterverfahren eignet, wird der Eingriff zusammen mit den Narkoseärzten umgehend in der Angiographie vorgenommen“, so Dr. Svenja Hennigs, Chefärztin der Klinik für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin.

„Im optimalen Fall vergeht von der Einlieferung des Patienten bis zur Lösung des Gerinnsels weniger als eine Stunde.“ Neben dem Knappschaftskrankenhaus Bottrop bieten nur rund fünf weitere Einrichtungen im Ruhrgebiet dieses Verfahren an. Durch die Kombination der beiden Verfahren können heute Patienten gerettet werden, die früher verstorben oder zumindest stark beeinträchtigt wären.

(Mit Material des Knappschaftskrankenhauses)
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