Wenn die Handy-Rechnung viel zu hoch ausfällt

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Claudia Berger ist die Leiterin der Beratungsstelle Bottrop. (Foto: Michael Kaprol)
 
Verbraucherberaterin Ursula Bömelburg (Foto: Thomas Eickholt)
Die Handy-Rechnung ist 150 Euro höher als erwartet und das trotz einer Flatrate? Telefon und Internet waren die Themen, zu dem die Verbraucherzentrale im letzten Jahr die meisten Anfragen hatte. Und auch in diesem Jahr wird es dazu zahlreiche weitere Rechtsberatungen geben.

„Durch die Button-Lösung wurde der Internetabzocke ein Riegel vorgeschoben“, sagt Leiterin Claudia Berger. Die Unternehmer müssen den Verbraucher vor Absenden der Bestellung umfassend informieren. Ein Bestellbutton „zahlungspflichtig bestellen“ muss eindeutig auf die Kostenpflicht hinweisen.
Für Drittanbieter-Abos gibt es aber bislang noch keine gesetzliche Lösung. „Die Verbraucher hatten ein deutlich höhere Rechnung und konnten sich nicht erklären, wie die zustande gekommen ist“, blickt Verbraucherberaterin Ursula Bömelburg zurück. „Wir mussten detektivisch tätig werden, um zu erkunden, wer hinter dem Abo steckt, denn heutzutage werden die wenigsten Mobilfunkrechnungen noch per Post versendet, die muss man sich übers Internet selbst raussuchen und ausdrucken - und auch das macht nicht jeder.“ Wenn die Verbraucherzentrale den Drittanbieter herausgefunden hat, ist es immer das gleiche: „Die Verbraucher wissen gar nicht, dass sie einen Vertrag mit dieser Firma abgeschlossen haben“, so Bömelburg.
Ein solches Drittanbieter Abonnement kann man schon abgeschlossen haben, Wenn man einen Werbebutton wegklickt oder sich bestimmte Videos anschaut und dann auf „mehr“ klickt. „Manche unserer Ratsuchenden haben bis zu zehn Drittanbieter-Abos, das ist eine neue Form des Betruges“, so Claudia Berger. „Rechtswidrig ist das auf jeden Fall, aber es ist nicht so einfach, das Geld zurückzubekommen. Verbraucher schaffen das alleine so gut wie nie, Uns ist es aber bislang fast immer gelungen, das Geld wiederzubekommen.“ Die Verbraucherzentrale rät, auf dem Smartphone eine Drittanbietersperre einzurichten. „Das kann man übers Netz oder auch übers Telefon machen“, so Bömelburg. Dieses Thema bleibt so lange aktuell, bis die Gesetzeslage klar geregelt ist. „Das kann dauern. Bei der Button-Lösung waren es sechs Jahre“, weiß Berger.
Auch überhöhte Inkasso-Forderungen waren im letzten Jahr ein großes Thema der Verbraucherzentrale. „Inkasso-Gebühren dürfen nicht höher als Rechtsanwaltsgebühren, außerdem werden auch gerne Kontoführungsgebühren, Gebühren für Hausbesucher oder für Vernunftappelle aufgeschlagen“, so Claudia Berger.
Im letzten wie im diesen Jahr beliebt sind Haustürgeschäfte mit Energieberatern. „Diese sind meist für den Anbieter attraktiv, nicht für den Verbraucher. Auch die ELE hat verschiedene Tarife. Die meisten nutzen die Grundversorgung - da sollte man sich zuerst kundig machen, welche Alternativen es gibt. Beim Gaspreis sind deutliche Einsparungen möglich. Aber auch hier sollte man die Ruhe bewahren und vergleichen - oder in der Verbraucherzentrale nachfragen“, so Berger. „Das nächste Haustürgeschäfts-Thema wird DVB-T sein“, ist die Leiterin der Beratungsstelle überzeugt. „Aber die meisten Fernseher haben bereits ein Modem, Verbraucher müssen sich also keine Sorgen machen, keinen Empfang zu haben.“
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