Museum Sparkasse

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Reges Interesse fanden die Ausführungen der Experten zu den Ausgrabungen am Altstadtmarkt.

Noch in diesem Jahr sollen interessierte Bürger Gelegenheit bekommen, die bei den Bauarbeiten am Altstadtmarkt freigelegten und zum Teil geborgenen historischen Fundstücke in einer kleinen Ausstellung in der Sparkasse zu sehen.

"Wir arbeiten daran, das umzusetzen", betonte Stadtarchivar Thomas Jasper am Sonntag (11. September) anlässlich des Tages des offenen Denkmals. Ganz aktuell war die Grabungsstätte Altstadtmarkt in das Programm einbezogen worden.

Und obwohl es so gut wie gar nichts zu sehen gab, als die graugrüne Schutzplane beiseite geräumt wurde, hatten sich rund 80 Besucher eingefunden, um den Ausführungen von Stadtarchivar Jasper, der Archäologin Sabine Lehmann und Kunsthistorikerin Delia Albers von der Unteren Denkmalbehörde zu lauschen.

"Alles dokumentiert"

"Gut, dass ich alles vorher fotografiert habe", entfuhr es mehreren (Bau-)Zaungästen mit Blick auf die graue Schotterfläche, wo vor Tagen noch fleißig mit kleinem Werkzeug der Boden vorsichtig Schicht für Schicht abgetragen wur-de, um an die Zeugen der Castroper Geschichte zu gelangen. "Alle Funde sind dokumentiert, mit Fotos, GPS-Vermessung und Zeichnungen", versicherten die Experten. Etliches sei gesichert worden, müsse aber noch abschließend bewertet werden.

Eine Glasplatte über den großen Funden wie Mauerresten, hölzerner Wasserleitung und Bodenmosaik wünschten sich mehrere Bürger. Den Experten-Hinweis, dass dafür im wörtlichen Sinn klimatisch Museums-Bedingungen geschaffen werden müssten − und dafür kein Geld da sei − wollten sie nicht gelten lassen. "Anderswo geht das doch auch!"

Die Stadt habe damit eine Chance vertan, Teile ihrer Geschichte an diesem prominenten Platz dauerhaft sichtbar zu machen, merkten andere Teilnehmer der Veranstaltung an. "Der Platz ist Mitte August als vorläufiges Bodendenkmal eingetragen worden", ließ Delia Albers wissen. Und er werde wohl dauerhaft ein Bodendenkmal sein.

Importware

In einer Einschätzung der bisher geborgenen Keramik und ihrer Qualität kommen die Experten zu dem Schluss, dass die Funde die "gehobene Stellung der damaligen Bürger" belegen. Zum Beispiel gehört Malhörnchenware, rote Keramik-Importware aus Belgien, dazu.

Und möglicherweise gibt es einen Fund, der noch deutlich älter ist als Keramik aus dem 13. Jahrhundert: "Einen Spinnwirtel zum Spinnen von Garn, der aus dem 9. Jahrhundert stammen könnte. Es gibt Parallelen zu einem Fund in Kleve."
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