Auch viele „große Kinder“ haben Spaß am Bauen mit Lego

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Patrick und Lea-Maria Zimmermann gründeten vor zwei Jahren den Lego-Ausleihservice Bauduu.
 
Ersatzteile für die Baukästen finden sich auf Regalen in vielen Kisten und Kästen.

Lea-Maria Zimmermann hat immer noch Spaß daran, mit Lego zu bauen. Vor etwa zwei Jahren gründete die 32-Jährige mit ihrem Mann Patrick den Ausleihservice Bauduu. Immer wenn sie einen neuen großen Baukasten in ihr Sortiment aufnehmen, ist Lea-Maria Zimmermann es, die das Set aufbaut, um es für die Webseite zu fotografieren.

„Die kleinen Sets baut unser Sohn“, erzählt die Pöppinghauserin. Der Sechsjährige ist nicht nur der beste Kunde von Bauduu, sondern auch die Ursache für dessen Gründung. „Wir hatten sehr viel Lego zu Hause, aber vieles lag nur ungenutzt im Schrank. Und da mein Mann und ich vom Prinzip her Pfennigfuchser sind, dachten wir, dass man die Sets stattdessen ausleihen können müsste“, erinnert sich Zimmermann. Da es aber keinen Ausleihservice gab, gründete ihn das Ehepaar selbst. Auch bei dem Namen wurde es von seinem Sohn inspiriert. „Immer wenn er keine Lust mehr hatte, sagte er ,Papa, bau du' – mit lang gezogenem U“, erklärt Patrick Zimmermann.

Start von zu Hause aus

Der Start des Unternehmens erfolgte vom Privatbüro zu Hause aus. „Zu Beginn boten wir 80 Sets auf unserer Webseite an, hatten aber nur 15 oder 20 gekauft“, verrät der 39-Jährige. „Wenn dann ein Kunde eines bestellt hat, das wir nicht hatten, haben wir es im Spielzeughandel gekauft.“
Bereits im Mai 2014 mietete das Ehepaar jedoch ein Geschäft am Berliner Platz an, um den Versand von dort aus abzuwickeln. Mittlerweile schicken die Zimmermanns täglich um die 50 Baukästen bundesweit an ihre Kunden, und rund 15 Mitarbeiter unterstützen sie dabei. Sie kümmern sich hauptsächlich darum, die zurückgesandten Sets zu kontrollieren, zu reinigen und für den erneuten Versand vorzubereiten.
„In einem ersten Schritt werden die Sets gewogen“, erklärt Lea-Maria Zimmermann die Prüfung auf Vollständigkeit. „Für den zweiten und dritten Prüfschnitt haben wir lange getüftelt.“ Mehr möchte sie daher nicht verraten, aber so viel sei gesagt: Von Hand gezählt werden die wenigsten Baukästen. Nur wenn sie gebrauchte Sets ankaufen, werden die Steine tatsächlich akribisch nachgezählt. „Dann wird geguckt, dass jeder Aufkleber da ist und jeder Stein in der richtigen Farbe.“

Playmobil und Zahnspange

Bei ihrer Kontrolle entdecken die Mitarbeiter manchmal auch Dinge, die nicht in die Kästen gehören. Dass Playmobil-Elemente dazwischen sind, versteht sich fast von selbst, aber auch Murmeln, Spielzeugautos und sogar eine Zahnspange fanden sich in zurückgeschickten Paketen.
Nicht nur daher wird jedes Set gründlich in einer handelsüblichen Waschmaschine gereinigt, bevor der nächste Kunde es ausleihen kann. „Am Anfang haben wir Marmelade und Leberwurst drauf geschmiert, um zu testen, wie man die Steine am besten reinigt. Damit haben es aber übertrieben“, erläutert Patrick Zimmermann, dass die Baukästen im Allgemeinen in einem guten Zustand wieder zurückkommen. Nur Kettenraucher bereiten den beiden Geschäftsleuten ein wenig Probleme. „Dann müssen die Sets schon mal drei bis vier Tage in Desinfektionsmittel eingelegt werden“, erläutert der 39-Jährige, wie man den Qualmgeruch, der an den Steinchen haftet, wieder los wird.

Die meisten Kunden sind Männer

Dieses Problem deutet auch an, dass sich das Konzept eines Ausleihservices für Kinderspielzeug anders entwickelt hat als ursprünglich gedacht. „Mehr als 60 Prozent unserer Kunden sind Männer“, sagt Lea-Maria Zimmermann. Das wissen sie und ihr Mann, da man im Anmeldeformular den Namen seines Kindes angeben kann. „Viele schreiben ,Ich habe keine' oder ,Ich bin der Lütte'“, so die 32-Jährige.
Mittlerweile bietet Bauduu etwa 150 verschiedene Sets an, und der gesamte Umfang an ausleihbaren Baukästen beträgt circa 1.000 Stück. Hinzu kommen Ersatzsteine in unzähligen Kisten und Kästen. „Wir sind Steinemillionäre“, sagt Lea-Maria Zimmermann lachend. Knapp 12.000 unterschiedliche Lego-Steine gibt es. „Wir haben 95 Prozent. Nur manche Sonderfarben, die nur in einem einzigen Set vorkommen, die hat man dann schon mal nicht.“
Im Laufe der knapp zwei Jahre sind die Geschäftsräume am Berliner Platz eng geworden. Daher steht nun ein Umzug zur Victorstraße an, wo sich das Unternehmen auf 200 Quadratmeter vergrößern wird. „Mitte April wollen wir drüben sein“, sagt Patrick Zimmermann.
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