Ernie baut Brücken

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Schmusen erlaubt: Dorothee Zijp und Lara mit dem rheinischen Kaltblut Ernie. Foto: Thiele

„Mein Sohn Lukas wollte unbedingt ein eigenes Pferd haben. Zwei Jahre lang hat er dafür gespart. Und jetzt ist Ernie da“, sagt Dorothee Zijp, Leiterin des Natur-und Begegnungsbauernhofes (NaBeBa) am Rapensweg. Lukas (21) ist Autist. In dem rheinischen Kaltblut Ernie hat er einen Freund gefunden.

Ernie ist zweieinhalb Jahre alt und macht viel Quatsch. „Er reißt sehr gerne Türklinken ab“, verrät Dorothee Zijp. „Lukas hat das auch gemacht. Aber er hat es geschafft, damit aufzuhören. Das sagt er Ernie auch. Überhaupt erzählt er Ernie, was er die Woche über so erlebt hat. Die beiden werden gemeinsam erwachsen.“ Eine weitere Parallele zwischen Lukas und Ernie: „Beide können sich nur rund 15 Minuten konzentrieren“, lächelt Zijp.

Lukas hat nichts dagegen, sein Pferd mit anderen zu teilen. Und deshalb wird Ernie zum Therapiepferd ausgebildet. Damit will man sich bei NaBeBa aber Zeit lassen. „In ungefähr zwei Jahren wird er soweit sein, dass wir Stunden geben können.“ Noch ist Ernie in der Wachstumsphase. Führen und schmusen ist jetzt schon erlaubt, reiten erst in zwei Jahren.

Wo Ernie ist, darf Bert nicht fehlen. Das ist auch bei NaBeBa so. „Unser Rind heißt Bert“, erklärt die NaBeBa-Chefin. Ernies Freund ist aber ein anderer: Pferd Campino, 18 Jahre alt, hat sich mit dem rheinischen Kaltblut angefreundet.

Langweilig wird es auf dem Hof nie. Zwischen 30 und 50 Kinder – mit und ohne Behinderung – schauen täglich vorbei. „Es kommen Schulklassen, die Tiergewöhnung machen oder Förderkinder und -klassen. Wir haben 22 Verträge für Therapie- oder Betreuungsangebote. Zum Teil arbeiten wir auch mit Alzheimerpatienten“, sagt Zijp. Die Natur baue Brücken: „Dort ist es egal, ob man lesen oder schreiben kann und ob man einige Ticks hat. Wir erleben hier tagtäglich, wie unsere Besucher im Umgang mit den Tieren aufblühen“, erzählt Zijp.
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