Raumnot bei Sprachkursen für Zuwanderer / Kommen mehr Flüchtlinge?

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„Es sieht ganz schlecht aus.“ Dies sagt der Beigeordnete Michael Eckhardt auf Stadtanzeiger-Nachfrage über das Raumangebot für Sprachkurse, in denen Zuwanderer, deren Status geklärt und die eine Anerkennung haben, unterrichtet werden. Schon jetzt reichen die Räume nicht, und da Eckhardt mit einem weiteren Zuwachs an Flüchtlingen in Castrop-Rauxel rechnet, könnte sich die Raumsituation weiter zuspitzen.

„Uns sind die Räumlichkeiten in der Harkortschule weggebrochen“, erläutert Eckhardt. Dort werden demnächst die 167 Flüchtlinge (am 20. August sind kurzfristig 14 weitere zugewiesen worden) einziehen, die zurzeit noch in der Turnhalle der Janusz-Korczak-Gesamtschule (JKG) untergebracht sind. Dafür werde man alle Klassenräume brauchen.
„In der Harkortschule sind wir auf Zuruf“, ergänzt VHS-Leiterin Melanie Heine. „Es kann nächste oder übernächste Woche Stopp sein.“ Daher habe man versucht, als Ersatz einen Sitzungssaal im Rathaus zu reservieren.

Zehn Leute auf der Warteliste

Dort findet bereits ein Sprachkurs statt. Aktuell werden insgesamt sechs Integrationskurse mit durchschnittlich 18 Personen auf verschiedenen Niveaustufen, zwei Orientierungskurse zum Thema „Leben in Deutschland“, die 600 Stunden Deutschunterricht voraussetzen, sowie ein Alphabetisierungskurs mit zwölf Teilnehmern angeboten. Im September starten zwei weitere Integrationskurse mit insgesamt 40 Teilnehmern. „Zehn weitere Leute stehen auf der Warteliste“, weiß Heine.
Neben dem Sitzungssaal wird im Bürgerhaus, punktuell im Berufsbildungszentrum in Dingen sowie neuerdings im Anbau der Schillerschule unterrichtet. „Der Anbau ist ein Glücksfall für uns“, so Heine, denn ansonsten stehen aufgrund des Schulunterrichts und des Ganztagsangebots nicht viele Klassenräume zur Verfügung.
„Zwar gibt es zahlreiche Grundschulen, aber das Mobiliar ist nicht erwachsenengerecht“, verdeutlicht die VHS-Leiterin. Allerdings beabsichtige man ein spielerisches Sprachförderprogramm für Kinder und hoffe, dass dies in einer Grundschule stattfinden kann.

Zahl der Flüchtlinge könnte steigen

Die aktuelle Zahl der Flüchtlinge, die in Castrop-Rauxel leben, liege weiterhin bei etwa 500, so Eckhardt. Plus den Flüchtlingen in der JKG – diese würden auf die Quotierung angerechnet, erklärt der Beigeordnete. „Dadurch haben wir ein bisschen Luft“, sagt er mit Blick auf mögliche weitere Zuweisungen des Landes.
Aufgrund der aktuellen Prognose des Bundes, dass in diesem Jahr 800.000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen werden, schätzt Eckhardt, dass auch Castrop-Rauxel weitere aufnehmen muss. Er geht davon aus, dass die Stadt im Laufe des Jahre weitere Unterkünfte wird schaffen müssen. „Wir sind aktiv auf dem Wohnungsmarkt.“ Zudem müsse man über die Turnhalle in Dingen nachdenken, auch wenn dort nur relativ wenige Flüchtlinge untergebracht werden könnten.
Was eine weitere Not-Erstaufnahme angeht, „hoffen wir, dass nicht nochmal ein großer Schub des Landes kommt. Aber wir können nichts ausschließen.“
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