Besuch von Boa „Bonnie“

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Mit Boa constrictor „Bonnie“ sorgte Linda Wefers bei den Jugendlichen im BoGi‘s Café mehr für Neugier als für Angst. (Foto: Thiele)

Eine ausgebüxte Boa constrictor sorgte Anfang September in Ickern für Aufregung. Nicht zuletzt die Kontroverse darüber, wie gefährlich solch ein Tier ist, war der Anlass dafür, dass die Castrop-Rauxeler Biologin Linda Wefers Jugendlichen im Jugendzentrum BoGi‘s Café exotische Tiere von der Boa constrictor bis zur Vogelspinne nahebrachte.

„Ich mag keine Spinnen“, ertönte es schon, als die etwa 15 Jugendlichen den Raum betraten. Aber letztlich überwogen Neugier und Unbefangenheit – ein Effekt, den Wefers beabsichtigt. „Ich möchte mehr Verständnis für diese Tiere wecken“, erklärte sie das Ziel ihrer „tierischen Aufklärung“.
„Darf man die streicheln?“, lautete dann auch eine der ersten Fragen der Jugendlichen, als die 32-Jährige die circa 1,20 Meter lange Kornnatter „Gertrud“ hervorholte. Genau wie die Natter ist auch die etwa 1,50 Meter lange Boa constrictor „Bonnie“, die Wefers den Jugendlichen anschließend präsentierte, eine Würgeschlange. „Sie hat Kraft“, sagte die Biologin über die Boa, die sich um den Brustkorb ihrer Beutetiere – Ratten und etwas größere Säugetiere – legt, um diese zu töten. „Aber eine Boa ist kein willkürlich gefährliches Tier“, betonte Wefers.
Daher machte sie den Jugendlichen auch keine Angst vor den Tieren, sondern machte vielmehr darauf aufmerksam, wie sorgsam man als Halter mit den Exoten umgehen müsse. Boa „Bonnie“ etwa fühlt sich bei 28 Grad besonders wohl und benötigt eine Wasserschale und Kletteräste, da sie gern badet und klettert.
Bevor Wefers Vogelspinne „Fussel“ aus ihrer Transportkiste holte, schärfte sie den Jugendlichen ein, ruhig zu bleiben, da das Tier sehr empfindlich sei. Damit das Ruhigbleiben auch klappte, beugte sie ängstlichen Reaktionen vor: „Eine Vogelspinne kann nicht fliegen und auch nicht springen.“
„Haben Sie Gegengift dabei?“, wollte ein Junge wissen. Doch hier konnte Linda Wefers für Klarheit sorgen. „Die Vogelspinne ist nicht giftiger als eine Biene und für den Menschen nicht lebensgefährlich.“
Gleich drei mutige Jugendliche meldeten sich, als Wefers fragte, wer „Fussel“ über seine Hand laufen lassen wolle, und Tim wurde auserkoren. „Es fühlt sich an wie viele kleine Punkte, die sich über die Hand bewegen. Flauschig und weich“, berichtete der 14-Jährige anschließend.
Von den Jugendlichen im BoGi‘s Café haben viele ein Haustier, aber nur einer besitzt tatsächlich zwei Schlangen. Um sich zukünftig einen besseren Überblick zu verschaffen, wer gefährliche oder giftige Tiere hält, und Fälle, wie den der in Ickern entfleuchten Boa constrictor zu vermeiden, hat das NRW-Umweltministerium Eckpunkte für ein neues Gefahrtiergesetz verabschiedet. Unter anderem sollen Tierbesitzer dann einen Sachkundenachweis beibringen. „Das finde ich gut“, betont Linda Wefers, denkt dabei aber weniger an eine Gefahr, die von einem Tier ausgehen könnte, sondern daran, dass es wichtig ist, sich adäquat um die Tiere zu kümmern.
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